© Montage: ap & "The Sun"

Selbstporträt

Umstritten: Obama-Selfie bei Trauerfeier von Mandela

Darf man bei einer Trauerfeier auch lustige Fotos machen? Barack Obama, der britische Premier Cameron und die dänische Ministerpräsidentin Thorning-Schmidt hatten jedenfalls keinen Genierer.

12/11/2013, 08:49 AM

Fast 100 Staats- und Regierungschefs waren am Dienstag zur Trauerfeier für den verstorbenen Nelson Mandela nach Johannesburg, um dem Friedensnobelpreisträger und früheren südafrikanischen Präsidenten die letzte Ehre zu erweisen.

Dazu kamen Zehntausende Südafrikaner, die in und vor dem FNB-Stadion im Stadtteil Soweto, wo die offizielle Trauerfeier stattfand, singend und tanzend zum ganz eigenen Flair dieses besonderen Abschieds beitrugen, wie die Korrespondenten vor Ort nie müde wurden zu betonen. Es war eben keine Trauerfeierim klassischen Sinne- vielmehr wurde dasLeben und WirkenMandelas gefeiert.

Dennoch gingen Barack Obama, der britische Premierminister David Cameron und die dänische Ministerpräsidentin Helle Thorning-Schmidt mit ihrem Selfie für viele Medien offenbar zu weit. Die britische Boulevardzeitung The Sun zeigt die drei Staatsoberhäupter auf ihrem heutigen Titelbild beim gemeinsamen Posieren - darunter die Schlagzeile "No Selfie Respect". In ihrer Online-Ausgabe sprach die Sun gar von einem Selfie-Gate. Auch auf Twitter scheinen sich viele einig. Das Obama-Selfie ist ein #EpicFail:

Ohne Kontext

Inzwischen meldete sich jener Mann zu Wort, der das Bild, das derzeit um die Welt geht, aufgenommen hat. Der Pressefotograf Roberto Schmidt berichtet für die Nachrichtenagentur AFP normalerweise aus Pakistan und Indien. Auf dem Korrespondenten-Blog von AFP, wo Fotografen die Geschichten hinter ihren Bildern erzählen, zeigt Schmidt jetzt wenig Verständnis für die Aufregung: "Ich schätze, es ist ein Zeichen unserer Zeit, dass so ein Bild mehr Aufmerksamkeit erfährt, als das Ereignis an sich."

Zumal das Bild täuschen würde. "Im ganzen Stadion sangen, klatschten und feierten die Menschen." Ein Kontext, den man nicht außer Acht lassen dürfe. Den Skandal, den manche Medien jetzt ausmachen würden, kann Schmidt nicht verstehen. "Ich dachte, diese Staatsoberhäupter würden sich einfach nur wie ganz normale Menschen verhalten."

Nelson Mandela wurde verabschiedet

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