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Wirtschaft atmedia
09/13/2012

Restitutionsfragen um ORF-Studios

Im Vorfeld der heutigen Stiftungsratssitzung werden brisante Details um den möglichen Verkauf der ORF-Liegenschaften bekannt.

von Barbara Mader

Wie der KURIER berichtete, führen der Wiener Projektentwickler Bondi Consult und der internationale Investor Morgan Stanley Gespräche mit dem ORF. Konkret handelt es sich um ein 70-Millionen-Euro-Angebot für die Liegenschaften Küniglberg, Rosenhügel und Argentinierstraße.

Dabei könnte es allerdings Stolpersteine geben. Gegen einen reibungslosen Verkauf könnten, neben eventuellen wertmindernden Denkmalschutz-Auflagen, auch Restitutionsansprüche sprechen: Das Gelände der Rosenhügelstudios wurde 1938 "arisiert", die früheren Eigentümer enteignet. Sie könnten nun Ansprüche stellen. "Wir sind derzeit intensiv mit der Prüfung eventueller Ansprüche beschäftigt", sagt Rechtsanwalt Martin Schuppich. Er vertritt die Erben des Wiener Film-Produzenten Oskar Pilzer (Tobis-Sascha), der durch durch das NS-Regime alles verlor. Seine Erben kämpfen nun um Restitution. Das Verfahren wird kommende Woche eingeleitet. Schuppich will den Zeitpunkt nicht bestätigen, aber auch nicht dementieren.

Seriös

Bedenken am Verkauf der ORF-Liegenschaften an Morgan Stanley äußerte ORF-Finanzchef Richard Grasl: Er orte "Unbehagen, dass der ORF an ausländische Investoren verkauft wird", sagte er zur Kronen Zeitung. Das Angebot werde aber dennoch sorgfältig geprüft, fügte er hinzu. Was die Wiener Finanzstadträtin Renate Brauner veranlasste, gegenüber der APA zu betonen: "Ich kann es mir gar nicht anders vorstellen, als dass so ein Angebot seriös geprüft wird". Die Stadt halte ihre bis Jahresende geltende Reservierung der Fläche aufrecht. Man wolle keinen Druck machen. Allerdings gebe es bereits "viele Interessenten", wie sie bekräftigte. Falls der ORFsich gegen eine Übersiedelung entscheide, liege dies in der Verantwortung der dortigen Gremien und der Führung des Unternehmens.

Insider wähnen unterdessen ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz nach Bekanntwerden des Angebots von Bondi und Morgan Stanley unter Druck. Er habe unter Einfluss des Stiftungsrates den Antrag für die Ratssitzung geändert. Geplant ist nun die "Primär-Konzentration" der Standorte am Küniglberg. In seiner ursprünglichen Version hatte der Antrag die Möglichkeit für einen Neubau in St. Marx als Plan B offengelassen.

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