Wagner Moura spielt in der Serie Narcos Pablo Escobar

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Serien
08/29/2015

Netflix: Zu Hause bei Pablo

Eine neue Hochglanzserie lässt den Drogenbaron der 80er-Jahre, Pablo Escobar, wieder aufleben.

von Philipp Wilhelmer

Es ist kalt in dem verlassenen Haus am Rande von Kolumbiens Hauptstadt Bogotá – das perfekte Setting für einige Szenen der neuen Serie "Narcos". Sie verspricht einen neuen Blick auf einen der berüchtigtsten Drogenbosse aller Zeiten: Pablo Escobar. "Narcos" erzählt den Aufstieg Escobars zu Macht und Reichtum und seine brutale Kontrolle über den weltweiten Drogenhandel. Gleichzeitig geht es um die Bemühungen jener US-Drogenfahnder, die versuchten, den Kolumbianer zur Strecke zu bringen. Nun ist die erste Staffel auf Netflix zu sehen.

Der Chef des Medellín-Kartells dominierte in den 1980er-Jahren den internationalen Kokain-Schmuggel und soll für den Tod Tausender Menschen verantwortlich sein. Nachdem er dem kolumbianischen Staat den Krieg erklärt hatte, wurde er 1993 von der Polizei in seinem Versteck entdeckt und auf der Flucht erschossen. Wegen seiner Wohltaten für Bewohner von Elendsvierteln gilt Escobar noch immer zahlreichen Menschen als Held.

Hochgelobt

"Narcos" ("Narco" ist die spanische Abkürzung für narcotraficante und bedeutet Drogenhändler) soll anders werden als frühere Versuche, Escobars Leben auf die Bildschirme zu bringen. Kostüme, Make-up, Autos – alle Details sollen den Zusehern diese Welt der Drogenkiller näherbringen. Auch originale Nachrichtenberichte von Escobars Verbrechen flechten die Macher ein.

In zehn Folgen der ersten Staffel, die auch in Medellín gedreht wurden, wird die Geschichte nicht, wie dies vielleicht früher üblich gewesen wäre, aus Sicht der US-Fahnder erzählt: Gedreht werden die beiden Handlungsstränge – Washingtons Krieg gegen den Kokainschmuggel und Escobars boomendes Drogenimperium – jeweils in Englisch und Spanisch.

"Diese Geschichte, wie Kokain in Amerika ankam und Gewalt nach Amerika brachte, kann nur aus amerikanischer Perspektive erzählt werden", sagte Regisseur Jose Padilha, der mit Moura bereits an den international gefeierten "Tropa de Elite"-Filmen gearbeitet hatte. "Wir erzählen auf der einen Seite eine kolumbianische Geschichte von einem Unternehmer, der unglaublich mächtig wurde, und auf der anderen Seite ist es eine amerikanische Geschichte, denn das Kokain ging nach Amerika, wo es einen Riesenschaden verursacht hat."

Vielschichtig

Als Produzent und Ideengeber wollte Padilha weg von Karikaturen hin zu einer vielschichtigen Interpretation. "Pablo war ein Soziopath, aber das bedeutet nicht, dass er nicht auch eine weiche Seite hatte. Wir wollten die Idee von ungewollten Konsequenzen erforschen.

Kokain wanderte nach Kolumbien und fand dort Pablo Escobar, weil Präsident Nixon der Ansicht war, Augusto Pinochet müsse die Macht in Chile haben, und das war eine gute Idee, um Kommunisten zu bekämpfen, aber als Resultat wanderte Koks nach Miami."

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