Informationsquelle für Wirtschaftsinteressierte: Die "Financial Times"

© EPA/LAURENT GILLIERON

Wirtschaftszeitung
07/20/2015

Japanische Mediengruppe Nikkei kauft "Financial Times"

Das britische Verlagshaus Pearson verkauft das lachsfarbene Traditionsblatt um 1,2 Milliarden Euro.

von Philipp Wilhelmer

Die legendäre britische Wirtschaftszeitung Financial Times wechselt den Besitzer: Der Verlag Pearson verkauft das lachsrosa Großformat, das nicht nur in Großbritannien eine Institution ist, um fast 1,2 Milliarden Euro an die japanische Mediengruppe Nikkei.

Der Pearson-Verlag hatte erst am Donnerstag bestätigt, er wolle die FT Group verkaufen. Dazu gehören neben der Financial Times ein 50-Prozent-Anteil am Wirtschaftsmagazin The Economist sowie ein Gemeinschaftsunternehmen in Russland mit dem Blatt Wedomosti. Die Wirtschaftszeitung verkauft nach eigenen Angaben täglich 720.000 Exemplare – auf Papier und online.

Die Nikkei-Gruppe ist wiederum selbst eine internationale Marke: DieNihon Keizai Shimbun("Japanische Wirtschaftszeitung"), meist zuNikkei abgekürzt, ist eine landesweit und in einer internationalen Ausgabe erscheinende japanische Tageszeitung mit einer Auflage von rund 3 Millionen. Seit 1971 veröffentlicht sie den wichtigsten asiatischen Aktienindex Nikkei 225, errechnet aus den Kursen von 225 an der Tokioter Börse notierten Aktien. Der Verlag ist auch der Haupt-Profiteur des Nikkei-Index, denn für jeden Future oder jede Option auf diesen Index, die an Terminbörsen gehandelt werden, müssen Gebühren an den Herausgeber abgeführt werden.

Nikkei will den Deal nach der Prüfung durch die Aufsichtsbehörden im vierten Quartal über die Bühne bringen, hieß es am Donnerstag.

Hohes Standing

Der Verkaufspreis zeigt das hohe Standing der 1888 gegründeten Zeitung. Die nicht minder legendäre Washington Post hatte im Jahr 2013 für gerade einmal 227, 7 Millionen Euro den Besitzer gewechselt – damals schlug Amazon-Gründer Jeff Bezos zu. Der Financial Times war es in den vergangenen Jahren wie kaum einer zweiten Zeitung gelungen, im Digitalbereich Fuß zu fassen. Die teilweise hochspezialisierten Wirtschaftsnachrichten der Zeitung waren den Lesern schon früh digitale Abos wert, für die sie gerne zahlten. Andere Medien kämpften dagegen stark mit der Einführung von sogenannten Bezahlschranken. Seine Anteile am Wirtschaftsmagazin Economist wird Pearson behalten, hieß es.

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