Asfinag baucht neue Aufsichtsrats-Spitze

Verfassungsgerichtshof, Claudia Kahr, Richterin…
Foto: KURIER/Gerhard Deutsch Verfasungsrichterin Claudia Kahr

Vorsitzende Claudia Kahr bereits vor Angelobung der Regierung zurückgetreten.

Beim staatlichen Autobahnbetreiber Asfinag  ist FPÖ-Verkehrsminister Norbert Hofer  die Vorsitzende des Aufsichtsrates abhanden gekommen.  Bereits im Dezember, kurz vor der Angelobung der neuen Regierung, trat Aufsichtsratschefin Claudia Kahr zurück. Die Juristin  will nicht unter einem FPÖ-Minister arbeiten.   

Aus dem Firmenbuch wurde Kahr mit 12. Jänner gestrichen. Sie hatte in einem Abschiedsbrief an  SPÖ-Verkehrsminister Jörg Leichtfried erklärt, dass jetzt der richtige Zeitpunkt für ihren Abgang sei.  
Es ist nicht anzunehmen, dass die rote Verfassungsrichterin noch lange Aufsichtsratschefin geblieben wäre. Kahr begann ihre Karriere unter Bruno Kreisky und war in den Kabinetten mehrerer SPÖ-Minister. Bevor sie für das Höchstgericht nominiert wurde, war sie die erste Sektionschefin im Verkehrsministerium. Empfohlen hatte sie damals Brigitte Ederer, Kahr war einstmals ihre Büroleiterin.

Ederer selbst wird bei den ÖBB, wie berichtet, demnächst   durch Arnold Schiefer  ersetzt. Der ehemalige Bahn-Manager will so rasch wie möglich an die Spitze der ÖBB. Der Zeitpunkt sowie die Entlastung von Ederer sind jedoch noch  nicht geklärt.

Laut einem Sprecher von Hofer ist  die Nachfolge von Kahr noch nicht entschieden. Insider  attestieren  dem blauen Welser  Magistratsdirektor Peter Franzmayr gute Chancen. Er kennt Verkehrsministerium  und Asfinag gut.

Der Jurist verlor das Rennen um die Leitung der neuen Groß-Sektion im Ministerium gegen Ursula Zechner,   die Vertraute der damaligen Ministerin Doris Bures  (SPÖ). Der besser qualifizierte Franzmayr  ging vor die Gleichbehandlungskommission, die  ihm recht gab. Franzmayr, der auch im Aufsichtsrat der Asfinag saß, verließ das Ministerium.

Super-Sektionschefin  Zechner wiederum flüchtet jetzt aus dem Ministerium. Sie  wird, wie berichtet, mit  März die Leitung der Asfinag-Tochtergesellschaft Maut Service GmbH übernehmen. So schließt sich der Kreis.

Inzwischen leitet der parteiunabhängige Spitzenbeamte Herbert Kasser,  Vize-Chef des Asfinag-Aufsichtsrates, das Gremium interimistisch.  Ob Kasser, der auch
im Aufsichtsrat der ÖBB
sitzt, diese Funktionen behält, ist noch nicht geklärt. Der Abgang des Gusenbauer-Vertrauten Leopold Specht aus dem  ÖBB-Aufsichtsrat scheint dagegen beschlossene  Sache zu sein.   

Fix ist jedenfalls, dass  der ÖVP-nahe Vize-Aufsichtsratschef Kurt Weinberger  bleibt. Dem Chef der Hagelversicherung wird bei der Staatsbahn exzellente Arbeit attestiert.

 

(kurier) Erstellt am
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