© KURIER/Martin Gnedt

Anlageaffäre MEL
12/17/2014

Meinl Bank kommt immer mehr unter Druck

Banker Weinzierl will gegen Anklage Einspruch erheben. Indes fordern Anleger rund 213 Millionen Euro.

von Kid Möchel

Die bevorstehende Untreue-Anklage gegen Julius Meinl & Co sorgt für viel Wirbel. "Ich habe keine Angst vor einer Verurteilung", sagt Bank-Chef Peter Weinzierl. "Ich gehe davon aus, dass wir die Anklage beeinspruchen werden." Wie berichtet, hat das Justizministerium in der Vorwoche die Anklage gegen Julius Meinl, die Bank-Vorstände Peter Weinzierl und Günter W. sowie gegen Aufsichtsrat Robert K. und Ex-Aufsichtsrat Karl H. genehmigt.

Im Mittelpunkt steht die Ausschüttung einer Sachdividende (211,9 Mio. Euro) im Frühjahr 2009, die letztendlich im Einflussbereich von Julius Meinl landete. Demnach seien in der Bankbilanz 2008 zu geringe Rückstellungen für die Schadenersatz-Ansprüche der Anleger der Meinl European Land (MEL) gebildet worden. Die Vorwürfe werden bestritten. "Laut Argumentation der Staatsanwaltschaft hätte der Bankvorstand wissen müssen, dass weitere Anlegerklagen von mindestens 350 Millionen Euro drohen würden", erklärt Meinl-Anwalt Georg Schima. "Dabei gab es zum 31. Dezember 2008 nur Klagen mit einem Streitwert von vier Millionen Euro und Klageandrohungen in Höhe von 18,5 Millionen Euro." Für etwaige Prozessrisiken legte die Bank 2008 zehn Millionen Euro zurück. Schima: "Die Bank hat ausreichende Risikovorsorgen gebildet."

Dem widerspricht Ulrich Salburg, der Anwalt des Prozessfinanzierers AdvoFin. "Im Juni 2008 war aus Medienberichten ersichtlich, dass alleine AdvoFin 4468 MEL-Anleger vertritt", sagt Salburg zum KURIER. "Ab der ersten Klage im Juni 2008 hatte ich Kontakt mit den Meinl-Anwälten. Die wussten daher, dass unsere Anleger mehr als 100 Millionen Euro von der Bank fordern." Schima kontert: "Diese Informationen waren zu unpräzise, um Rückstellungen in der Bilanz bilden zu müssen." Aktuell vertritt AdvoFin 5300 MEL-Opfer, die 213 Millionen Euro fordern. Sie haben sich dem Strafverfahren als Geschädigte angeschlossen.

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