Wirtschaft
02/28/2019

Andreas Treichl bringt Rekordergebnis zum Abschied

Mit 1,8 Milliarden Euro hat die Erste Bank so viel verdient wie noch nie zuvor. Grund sind geringere Kreditausfälle.

Die Aktionäre können sich freuen, denn sie bekommen pro Aktie 1,40 Euro Dividende. Damit beträgt der Rendite der Aktie bei heutigem Kaufkurs von 32,10 Euro immerhin 4,5 Prozent - ein Wert, über den sich auch Sparbuchbesitzer der Erste Bank derzeit freuen würden.

Weniger "faule" Kredite

Im vergangenen Geschäftsjahr fielen nur noch 3,2 Prozent der Kredite aus, was vor allem auf die gute Wirtschaftslage zurückzuführen ist. Außerdem wuchs das Kredit- und Einlagengeschäft um jeweils 7 Prozent. Ein starkes Wachstum gab es bei Wohnkrediten, auch für privaten Konsum sind die Ausleihungen stark gestiegen.

Von den Ländern, in denen die Erste Bank tätig ist, gab es vor allem in Rumänien und Tschechien starke Zuwächse. Auch in Österreich stieg das Geschäft, wenn auch bedeutend schwächer als im Osten.

Neuer Chef ab Jahresende

Mit Beginn des Jahres 2020 wird Bernhard Spalt der neue mächtige Mann in der Erste Bank Group. Der bisherige Risikovorstand wechselt an die Spitze und wird somit zu Treichls Nachfolger. Diesen wird er allerdings bald wiedersehen, denn Treichl wird ab 2020 Aufsichtsratsvorsitzender der Erste Bank-Stiftung, dem größten Aktionär der Erste Bank Group.

Treichl war 22 Jahre lang an der Spitze des größten heimischen Bankinstituts und hat zunächst die Auslandsexpansion vorangetrieben und später die Bank durch die schwierigen Jahre nach der Lehman-Pleite geführt. Treichl galt als wortgewaltiger Kritiker der heimischen Politik, der er öfter den Verstand für Wirtschaftsfragen abgesprochen hat.