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Insolvenzverfahren
03/20/2019

Abgebrannt: Ofen aus bei Firma für Blockheizkraftwerke in Container-Größe

Das Unternehmen mit Beteiligung eines namhaften Ex-Politikers stolperte über technische Machbarkeit für Serienreife.

von Kid Möchel, Dominik Schreiber

Die Idee war geschäftlich ordentlich heiß: „Ein Landwirt hatte einen mit Hackgut befeuerten Holzvergaser, welcher als Blockheizkraftwerk eingesetzt wurde und schließlich zur Gewinnung von Wärme und elektrischer Energie dienen mhätte sollen, entwickelt. Dieses Blockheizkraftwerk hat ungefähr die Größe eines üblichen Baucontainers.“ Dazu wurde ein Prototyp entwickelt und die Firma Pyroforce Kraftwerk Betriebsgesellschaft mit Sitz in Stiwoll wurde im Oktober 2013 gegründet.

Gesellschafter ist mit 50 Prozent die Gapp Vermögensverwaltungs KG und mit je 25 Prozent der frühere steirische Landespolitiker Gerhard Hirschmann und Karl Niederl. Letzterer ist auch Geschäftsführer der Pyroforce.

Massive Probleme

Laut Creditreform musste die Pyrofroce jetzt Insolvenz anmelden. Es stellte sich nämlich heraus, dass die technische Machbarkeit des Blockheizkraftwerks mit einer Stromleistung zwischen 20 Kilowatt und 30 Kilowatt nicht erreicht werden kann.

Schulden und Vermögen

Die Schulden werden mit fast 467.000 Euro beziffert, der Bilanzverlust 2017 mit 268.000 Euro und der Jahresfehlbetrag 2017 rund 196.000 Euro. Rund 243.000 Euro fordert der Gesellschafter Gapp vermögensverwaltung und 60.000 Euro Karl Niederl. Die Aktiva werden mit 3063 Euro beziffert.

Der Hintergrund

„Die Entwicklung schritt aber nicht plangemäß voran, die technischen Fortschritte ließen auf sich warten. Im Lauf des Jahres 2017 traten schließlich immer größere Probleme bei der Entwicklung des Blockheizkraftwerks aus technischer Sicht auf“, teilt das Unternehmen dem Konkursgericht Graz mit. „Letztendlich mussten die Gesellschafter von Pyroforce endgültig erkennen, dass die Marktreife des Blockheizkraftwerks aus technischer Sicht nicht erreicht werden konnte und daher eine weitere Entwicklung nicht zielführend war.“ Nachsatz: „Das Unternehmen wurde schließlich Mitte 2017 wegen technischer Erfolglosigkeit faktisch geschlossen.“

Das Unternehmen musste "seit geraumer Zeit ihre Zahlungen einstellen".

Sitz in Stiwoll

"Der mit der Gemeinde Stiwoll abgeschlossene Mietvertrag wurde einvernehmlich beendet. Man bot der Gemeinde auch an, die vorhandenen Fahrnisse zu übergeben, um der

Gemeinde eine punktuelle Eigennutzung der Anlage zu ermöglichen", heißt es weiter. Dieses Angebot blieb damals aber unbeantwortet. Das Eigentum an diesen Fahrnissen ist rechtlich unklar und wird vom zu bestellenden Insolvenzverwalter zu klären sein." Ein Fortbetrieb ist nicht geplant, das Unternehmen soll nun auch insolvenzrechtlich geschlossen werden.