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Wirtschaft
11/10/2021

Ab 2035 sollen bei uns keine Benziner/Diesel verkauft werden, weltweit 2040

24 Staaten, sechs große Auto-Hersteller und einige Städte sowie Investoren wollen sich auf Enddatum für den Verkauf von Autos mit Verbrennungsmotor festlegen.

von Bernhard Gaul

Wegen der Verwendung fossiler Kraftstoffe gehört der Verkehrssektor zu den weltweit größten Verursachern von Treibhausgasen. Eine Mobilitätswende hin zu sauberen Antriebsformen ist nach Einschätzunmg von Experten für das Erreichen der internationalen Klimaziele von entscheidender Bedeutung.

Im Rahmen der Klimakonferenz COP 26 hat Klimaschutz- und Mobilitätsministerin Leonore Gewessler heute, Mittwoch, gemeinsam mit 23 weiteren Staaten ein Globales Memorandum für emissionsfreie Autos unterstützt.

Die 24 Unterzeichnerstaaten bekennen sich darin dazu, auf den Ausstieg aus Verbrennermotoren (Benzin und Diesel) weltweit bis 2040 und in führenden Märkten bis 2035 hinzuarbeiten. Ebenfalls mit dabei sind diverse Autohersteller, Städte und Investoren.

Zudem gibt es eine Deklaration für emissionsfreie LKWs und Busse bis 2040.

Mercedes bis Ford

Zu den beteiligten Unternehmen gehören nach Angaben der britischen Gastgeber der Klimakonferenz etwa Mercedes, Ford und General Motors. Die Autokonzerne sollen demnach anstreben, spätestens 2035 in führenden Märkten nur noch emissionsfreie Autos und Vans zu verkaufen.

Ob Deutschland die Erklärung unterzeichnen wird, war bis in die Nacht noch unklar. Aus dem Umweltministerium hieß es, dass es dazu noch keine endgültige Entscheidung der Bundesregierung gebe. Der geschäftsführende Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hatte dem Vorstoß zuvor jedoch schon eine Absage erteilt.

„Der fossile Verbrenner wird 2035 auslaufen. Die Verbrennertechnologie wird aber weiterhin gebraucht“, hatte Scheuer vor Journalisten erklärt. „Wir wollen sie mit synthetischen Kraftstoffen klimaneutral machen und die Vorteile der Technologie erhalten.“

Jedoch: Die geplante Erklärung berücksichtige den Antrieb mit synthetischen Kraftstoffen nicht. Deshalb sei sein Ministerium dagegen. Das sei auch Linie der amtierenden Bundesregierung. Dem gegenüber hatte der Volkswagenchef Herbert Diess immer wieder betont, dass synthetische Kraftstoffe in Zukunft wohl wichtig sein werden, aber nicht für Pkw, sondern vor allem für die Flugindustrie und die Schifffahrt.

"Breite Allianz"

Österreichs Klimaschutzministerin Leonore Gewessler zeigte sich in einer schriftlichen Stellungnahme zufrieden: „Lange Zeit waren die Autos mit Verbrennermotoren die beste Möglichkeit, um mit dem Auto von A nach B zu kommen. Doch wir haben mittlerweile klimafreundlichere Alternativen. Die emissionsfreien Autos sind besser fürs Klima und bringen mehr Lebensqualität. Unsere Städte werden leiser, unsere Luft wird sauberer. Ich freue mich, dass es hier eine so breite Allianz für einen Ausstieg aus den Verbrennern gibt. Das ist ein wichtiger Hebel dafür, den Verkehr zu dekarbonisieren und unsere Klimaziele zu erreichen.“

Dem widerspricht allerdings Gewesslers früherer Arbeitgeber, Global2000: "In diesem Entwurf ist kein Plan enthalten, wie die Klimapläne der einzelnen Staaten an die wissenschaftlich klar notwendigen Emissionsreduktionen angepasst werden sollen. Es gibt auch keinen Plan, wie man die Finanzierung von Klimaschäden abdecken will. Wir bleiben beim Kurs auf die Klimakatastrophe und zukünftige Generationen und hart getroffene Menschen vor allem im globalen Süden werden allein gelassen. Das darf nicht das Ergebnis von Glasgow werden!" so Johannes Wahlmüller, Klima- und Energiesprecher von Global.

Umweltschützer fordern bei der Klimakonferenz, dass klar anerkannt wird, dass die derzeitigen Klimapläne nicht ausreichen, um das 1,5 °C-Ziel zu erreichen. Dafür braucht es einen Plan, um rasch zu Verbesserungen zu kommen. Laut Pariser Klimaabkommen wäre die nächste Nachbesserung erst 2025 geplant.

In Deutschland kommentierte Greenpeace-Chef Martin Kaiser: „Es wäre megapeinlich, wenn Deutschland nicht dabei wäre.“

Übrigens soll der britische Premier Boris Johnson extra von London nach Glasgow mit einem Privatjet anreisen, um die Einigung zu verkünden.

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