20 Mio. Euro für neue "Wissenstrans­fer­zen­t­ren"

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Foto: Fotolia Ein „Kompetenznetzwerk“ für Medikamentenentwicklung soll entstehen.

Wissenschafts- und Wirtschaftsminister wollen Forschung noch besser verwerten.


Glaubt man Harvard-Ökonom Michael Porter, so gibt es zwei Wege, um am Markt einen strategischen Vorteil zu erzielen: Preisführerschaft und Produktdifferenzierung. Ersteres ist in einem Hochlohnland wie Österreich nur beschränkt möglich und laut einer Studie des österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung (WIFO) auch nicht erstrebenswert. „Lohnsenkungen stärken die Exportfähigkeit eines hoch entwickelten Landes bestenfalls kurzfristig. Nur Investitionen in Ausbildung, Forschung und Verbesserung der Institutionen bringen langfristigen Erfolg“, so Karl Aiginger, Leiter des WIFO.

Wissenschafts- und Forschungsminister Karlheinz Töchterle sowie Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner sehen die Situation offenbar ähnlich.

„Als kleine offene Volkswirtschaft muss Österreich mit Innovation punkten.“

Die beiden Minister wollen die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft fördern und richten dafür drei neue regionale Wissenstransferzentren (Ost, Süd, West) ein. Das Ziel: „Den Umgang mit geistigem Eigentum professionalisieren und die Verwertungschancen erhöhen.“

Außerdem soll ein österreichweites Kompetenznetzwerk zum Thema Life Sciences und hier vor allem für Medikamentenentwicklung aufgebaut werden. Dieses Zentrum soll zum Beispiel Informationen über freie Kapazitäten in Labors zur Verfügung stellen.

Patente und Prototypen

Eine Patentförderung soll den Universitäten Anreize bieten, speziell jene Patente weiterzuentwickeln, die ein hohes Verwertungspotenzial haben. Dazu kommt eine „Prototypenförderung“, um die Verwertung von Uni-Erfindungen zu beschleunigen. Diese sollen von einer Fachjury ausgewählt und prämiert werden. Kernkriterium für die Förderwürdigkeit ist der Nachweis eines Produktbedarfs bei Klein- und Mittelbetrieben. Ein Projekt kann dabei mit maximal 150.000 Euro unterstützt werden.

Einen speziellen Förderschwerpunkt gibt es außerdem für Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften sowie Kunst. Dabei sind auch Kooperationen mit außeruniversitären Einrichtungen und Museen geplant, um innovative Konzepte zu gesellschaftlichen Herausforderungen zu entwickeln, etwa bei den Themen Demografie oder Klimawandel.

Bei der Intensität der Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft liegt Österreich nach Aussage der beiden Minister übrigens im internationalen Spitzenfeld. Verantwortlich dafür ist das Programm COMET sowie die Christian Doppler-Zentren. Dabei werden für die Wirtschaft interessante Fragestellungen direkt von den Unternehmen mit den Forschungseinrichtungen vereinbart, die dann anwendungsorientiert erarbeitet werden. Doch bisher wurden die Ergebnisse aus reiner Grundlagenforschung nicht ausreichend erfasst, ebenso wie Forschungen im Life-Science-Bereich.

(kurier) Erstellt am
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