Oft wacht man nachts mit einem tauben Arm auf.

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Wenn der Arm nachts taub wird
09/21/2016

Wenn der Arm nachts taub wird

Jeder kennt das Gefühl des Aufwachens mit taubem Arm. Die Ursache des Phänomens ist für viele jedoch ein Rätsel.

Das Gefühl kompletter Taubheit im Arm kann einem ganz schön Angst machen. Oftmals liegt die Gliedmaße minutenlang regungslos da, scheinbar völlig abgekoppelt vom Körper. Den Arm zu bewegen ist trotz großer Anstrengung nicht möglich. Dann setzt das sogenannte Ameisenlaufen, ein deutlich spürbares und mitunter unangenehmes Kribbeln, ein. Die Bewegungsfähigkeit wird langsam aber sicher wieder vollständig hergestellt - und der Betroffene kann aufatmen.

Gestörte Reizweiterleitung

Die Ursache für das Taubheitsgefühl im Arm, das auch in den Beinen auftreten kann, liegt in einem abgeklemmten Nerv. Durch das Verharren in einer bestimmten Körperhaltung beim Sitzen oder Liegen, wird ein Nerv abgeklemmt und die Reizweiterleitung gestört.

Während beim Sitzen mit überschlagenen Beinen oder hinter dem Kopf gefalteten Armen die Bewegung der Gliedmaßen trotz Taubheitsgefühl möglich ist, ist der eingeschlafene Arm nachts wie paralysiert.

Der US-amerikanische Neurologe James Dyck schildert dem Online-Portal vox.com zwei mögliche Erklärungsansätze dafür. Einerseits ist unser Körper während der REM-Phase des Schlafs tatsächlich gewissermaßen paralysiert. Während dieser Schlafphase schickt das Gehirn ein Signal aus, das den gesamter Körper lähmt. Man spricht von einer Schlafparalyse, auch Schlafstarre oder Schlaflähmung, die sich durch die Lähmung der Skelettmuskulatur auszeichnet. Es handelt sich um eine vollkommen natürliche Erscheinung, die verhindern soll, dass im Traum erlebte Bewegungen real ausgeführt werden. "Wacht man während der REM-Phase auf, so kann es mitunter etwas dauern, bis man wieder Kontrolle über den Körper erlangt. Das kann sehr angsteinflößend sein", so Dyck.

Andererseits nennt Dyck die Blockade der Nervenbahn als möglichen beziehungsweise zusätzlichen Grund. Dies steht meist in Verbindung mit dem Verharren in einer bestimmten Liegeposition während der REM-Phase. Während man im Wachzustand automatisch die Sitz- oder Liegeposition wechselt, wenn man ein Taubheitsgefühl in Armen oder Beinen bemerkt, setzt dieser reflektorische Mechanismus während des Schlafs nicht unmittelbar ein.

Achtsam sein

Das nächtliche Erwachen mit taubem Arm ist ein Art Schutzmechanismus des Körpers, um die Reizweiterleitung wiederherzustellen. In der Regel sollte das Taubheitsgefühl nach der Phase des Prickelns von selbst verschwinden. Ist dies nicht der Fall oder tritt das taube Gefühl häufiger auf, sollte unbedingt ein Arzt konsultiert werden, da auch ernste Erkrankungen wie ein Bandscheibenvorfall oder Schlaganfall mit einem Taubheitsgefühl einhergehen können.

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