Wellness
14.08.2017

Was künstlicher Süßstoff im Körper anrichtet

Zuckerfreie Diät-Produkte sind einmal mehr ins Visier wissenschaftlicher Kritik geraten. Forscher der Yale University konnten belegen, dass künstlich gesüßte Lebensmittel Stoffwechselreaktionen auslösen, die unter anderem zur Entstehung von Diabetes beitragen können.

Was süß ist, ist auch kalorienreich. Diese Formel mag für natürlich süße Nahrung gelten, seit der Einführung synthetischer Süßstoffe als Ersatz für Zucker kann man von der Süße eines Produkts nicht mehr automatisch auf dessen Kaloriengehalt schließen. Zuckerfreie oder zuckerreduzierte Produkte boomen jedenfalls. Gesundheitsexperten sehen Diät-Ware seit jeher kritisch. In diesen Tenor reiht sich auch eine neue Studie aus den USA ein.

Wenn der süße Geschmack eines Lebensmittels nicht mit dessen Kaloriengehalt in Einklang steht, kann das im Körper zu fehlgesteuerten Stoffwechselreaktionen führen. Das haben Forscher der Yale University herausgefunden. Ihre Erkenntnisse wurden Anfang August im Fachblatt Current Biology publiziert. Die Ergebnisse könnten dem Team rund um Studienleiterin Dana Small zufolge einen entscheidenden Beitrag zur Klärung des Zusammenhangs zwischen dem Konsum von Süßstoff und Diabetes beitragen. Das geht aus einer Pressemitteilung zur Studie hervor.

Süß heißt nicht kalorienreich

Ist ein Nahrungsmittel, beispielsweise ein mit Süßstoff versetzter Soft Drink, im Kontrast zu seinem tatsächlichen Kaloriengehalt übermäßig süß (oder nicht süß genug), werden falsche Signale über den Nährwert der Nahrung an das Gehirn geleitet. Das Gehirn nimmt dann zum Beispiel an, dass aufgrund der geringen Süße weniger Kalorien verbrannt werden müssen. Der Stoffwechsel verlangsamt sich, man beginnt Fett anzusetzen. Ein süß schmeckendes, kalorienarmes Getränk kann demnach eine stärkere Stoffwechselreaktion auslösen, als ein Drink mit höherem Kaloriengehalt.

"Die Annahme, dass mehr Kalorien auch immer eine stärkere Stoffwechselreaktion auslösen, ist falsch. Kalorien sind nur ein Faktor, der süße Geschmack der andere", schildert Small.

Der menschliche Körper hätte sich Small zufolge entwickelt, um die in der Natur verfügbaren Energiequellen möglichst effizient zu nutzen. "Unsere moderne Lebensmittelumgebung ist aber durch Energiequellen gekennzeichnet, die unsere Körper noch nie zuvor gesehen haben."