Wellness
16.01.2018

So viel Staub wirbelt ein Baby beim Krabbeln auf

Babys sind mehr Partikeln ausgesetzt als Erwachsene, zeigt Studie.

Der Kontakt mit Schmutz oder Allergenen fördert das Immunsystem von Babys und Kleinkindern - das zeigten bereits frühere Studien - etwa, dass Kinder, die auf Bauernhöfen aufwachsen, seltener an Allergien oder Asthma leiden. Doch wie sieht es mit Staub und Schmutz in der Wohnung aus, die aus Gemütlichkeitsgründen gerne mit Teppichen oder Teppichböden ausgestattet ist? Immerhin sammelt sich in den Schlingen auch noch so feiner Teppiche eine Menge von Staubpartikeln, Hautschuppen, Haustaubmilben oder anderen allergieauslösenden Stoffen, die sich auch mit noch so häufigem Staubsaugen nicht entfernen lassen.

Krabbelroboter

Wie viel davon ist ein Baby, das die Welt anfangs auf allen Vieren erkundet, dabei ausgesetzt? Dieser Frage gingen Forscher der US-Universität Purdue nach. Sie konstruierten dafür einen Krabbel-Roboter, der mit speziellen Sensoren ausgestattet wurde. Diese maßen und analysierten die aufgewirbelten Staubpartikel aus fünf Teppichen aus typischen Haushalten. Die Sensoren stellten unter anderem fest, ob die Partikel tatsächlich von einem Baby eingeatmet worden und wie tief sie in die Lunge des Kindes eingedrungen wären. Sie wurden so empfindlich gestaltet, dass sie jede Sekunde messen konnten, wie viele Aerosole rund um den Körper schwebten. Zum Vergleich musste ein Erwachsener mit einer ähnlichen Ausrüstung (Atemfilter etc.) 25 Mal über die Teppiche gehen.

Babys sind mehr Staub ausgesetzt als Erwachsene

Dass der erwachsene Mann mehr Aersole aufwirbelte, als das Kleinkind, war für die Forscher noch erwartbar. Schließlich verfügt er über mehr Gewicht. Doch im Detail zeigte sich, dass ein Baby einer wesentlich höheren Konzentration an aufgewirbelten Partikeln ausgesetzt ist. Rund um den Krabbelroboter war sie 20 Mal höher als rund um den Erwachsenen. "Kinder erzeugen wirklich eine Art Wolke aus Keimen und anderen Stoffen, in denen sie sich bewegen", erklärt Brandon Boor von der Purdue University in der Studie, die im Fachmagazin "Environmental Science and Technology" veröffentlicht wurde. In Summe atmen Krabbelbabys vier Mal so viele Partikel ein - pro Minute sind das 1000 bis 10.000 Aerosole. Es zeigte sich, dass der Großteil besonders klein ist und dadurch bis in die unteren Atemwege gelangt.

Experten beruhigen

Boor beruhigt aber besorgte Eltern: Sorgen müssten sie sich nicht machen. Zumindest, wenn sie nicht rauchen. In Studien, die in Raucherwohnungen Flächen untersuchten, zeigten sich potenziell krebserregende Ablagerungen. Zudem kann zu viel Hygiene ebenso das Immunsystem negativ beeinflussen. Abseits davon könne der Kontakt mit Allergenen nie völlig vermieden werden, betont Boor. Man könne allerdings Teppiche durch Fliesen oder glatte Bodenbeläge ersetzen und häufig feucht wischen.