Tastaturarbeit kann zu Sehnenscheidenentzündung führen.

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Sehnenscheidenentzündung: Keinesfalls ignorieren
03/15/2017

Sehnenscheidenentzündung: Keinesfalls ignorieren

Ein stark ziehender, durch Bewegung ausgelöster Schmerz an der Innen- und/oder Außenseite des Handgelenks– so fühlt sich eine Sehnenscheidenentzündung für Betroffene an. Gert Wiegele, Allgemeinmediziner und Obmann der Bundessektion Ärzte für Allgemeinmedizin und approbierte Ärzte, klärt über das Krankheitsbild auf und verrät, was man dagegen tun kann.

kurier.at: Wodurch werden die Schmerzen bei einer Sehnenscheidenentzündung hervorgerufen? Was passiert im Köper an der betroffenen Stelle?

Gert Wiegele: Die Sehnen, die dort verläufen, liegen in der Sehnenscheide. Diese bildet einer Art Schutzhülle um die Beugersehne an der Innenseite und die Streckersehne an der Außenseite des Arms. Um optimal zu funktionieren und damit bei der Beugung und Streckung der Finger kein Schmerz entsteht, muss die Sehne durch die Hülle gleiten können. Die Sehnenscheide muss also gewissermaßen "gut geschmiert" sein. Wird die Sehne übermäßig belastet und angestrengt, kann sich die Sehnenscheide entzünden, dann ist die Bewegung der Hand schmerzhaft. Auch Verengungen der Sehnenscheide können solche Schmerzen hervorrufen.

Wodurch wird die Entzündung in der Regel hervorgerufen?

Durch ungewohnte Überbelastung. Wenn man beispielsweise an Büroarbeit am Computer gewöhnt ist und plötzlich über einen längeren Zeitraum mit einem Bohrer hantiert, strengt man die Handmuskeln stark an und es kann zu einer entzündlichen Reizung kommen. Auch überdurchschnittlich intensive Tastaturarbeit kann ein Auslöser sein. Sehnenscheidenentzündungen können auch im Rahmen einer allgemeinen Infektion, beispielsweise eines grippalen Infekts, auftreten. Das kommt jedoch eher selten vor.

Wie kann man die Sehnenscheidenentzündung behandeln?

Man sollte die Bewegung der Hand einstellen, also die Sehne mit einer Schiene entsprechend ruhig stellen. Eine lokale Salbenanwendung und schmerzstillende, entzündungshemmende Medikamente werden in der Regel ebenfalls verabreicht. So können Schmerz und Entzündung gehemmt werden.

Wie kann man verhindern, dass die Entzündung chronisch wird?

Man darf eine Sehnenscheidenentzündung keinesfalls ignorieren. Alles, was länger als drei Wochen andauert, wird in der Medizin als chronisch bezeichnet. Chronische Sehnenscheidenentzündungen sind viel schwieriger zu behandeln, weil sich der Reizzustand dann bereits verfestigt hat.

Ist eine invasive Behandlung, also eine Operation, ratsam?

Beim ersten, zweiten und dritten Mal wird man die Entzündung eher konservativ behandeln. Ist der Entzündungszustand chronisch geworden oder die Sehne stark verengt, muss man die Sehnenscheide spalten. Wenn also keine andere Therapie mehr hilft, kann eine Operation angedacht werden.

Gibt es dann eine Garantie auf Heilung?

Die Operation ist die letzte Hilfe. Garantie auf eine Verbesserung des Zustands gibt es keine.

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