Wellness 11.02.2017

Kann pflanzliches Eiweiß gute Muskeln machen?

Closeup front view of attractive brunette working out on a chest press at a gym. SHe's looking at camera with hardworking, almos… © Bild: Getty Images/gilaxia/istockphoto

Pflanzliches und tierisches Eiweiß wirken sich einer Studie zufolge gleichermaßen positiv auf den Muskelaufbau aus.

Wie Forscher im American Journal of Clinical Nutrition berichten, sind sowohl die aus tierischen Nahrungsmitteln gewonnenen Proteine als auch pflanzliches Eiweiß förderlich für die Muskelgesundheit. Für die Studie wurden knapp 3.000 Männer und Frauen zwischen 19 und 72 Jahren untersucht und zu ihren Ernährungsgewohnheiten befragt.

Bei der Analyse der Daten wurde das Hauptaugenmerk auf den Gesamteiweißkonsum und die

unterschiedlichen Eiweißquellen

sowie die körperliche Fitness der Probanden gelegt.

Eiweiß macht Muskeln

Es zeigte sich, dass Studienteilnehmer mit einem besonders niedrigen Eiweißkonsum auch die geringste Muskelmasse aufwiesen. Im Umkehrschluss wiesen Probanden mit hohem Eiweißkonsum höhere Werte auf. Die Kausalität wurde nicht überprüft.

Die unterschiedlichen Eiweißquellen schlugen sich nicht in Unterschieden betreffend der Muskelmasse nieder. Auch nach Ausschluss verschiedenster Einflussfaktoren konnte kein Zusammenhang zwischen bestimmten Eiweißformen und dem Zustand des Bewegungsapparats festgestellt werden.

Die Deckung des Eiweißbedarfs über die klassischen Empfehlungen hinaus sei den Wissenschaftern zufolge besonders wichtig für die Bildung und Aufrechterhaltung einer gesunden Muskulatur. Vor allem bei Personen mittleren Alters und älteren Menschen sei dies von großer Relevanz, da Muskelmasse mit fortschreitendem Alter abgebaut werde.

Kelsey Mangano, Studienleiter und Professor für Ernährungswissenschaften an der University of Massachusetts Lowell, sieht in den Erkenntnissen positive Belege für Vegetarier und Fleischesser. "So lange man die täglichen Eiweißempfehlungen übertrifft, egal aus welchen Nahrungsquellen, kann das die Gesundheit der Muskeln verbessern", so Mangano.

Tierisch vs. pflanzlich

Die Aufnahme von Eiweiß durch Nahrung ermöglicht bei jedem Menschen den Zellaufbau, das heißt unter anderem die Bildung von Muskeln, Knochen, Haut und Haaren. Die offizielle Empfehlung der Österreichischen Gesellschaft für Ernährung (ÖGE) lautet: 0,8 Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag.

Menschen mit besonders intensivem Trainingsplan

haben speziellere Bedürfnisse. So rät die International Society of Sports Nutrition Kraftsportneulingen dazu, täglich zwischen 1,6 und zwei Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht einzuplanen.

In der Regel empfehlen Experten, den Eiweißbedarf über herkömmliche Nahrungsmittel wie Fleisch, Gemüse und Getreide zu decken, anstatt zu Ergänzungsmitteln und Pulvern zu greifen.

Sowohl Mediziner als auch Ernährungswissenschafter räumen Eiweiß eine große Bedeutung ein. Über die Aufnahme gibt es unterschiedliche Auffassungen. Laut der ÖGE enthalten tierische Produkte die biologisch wertvolleren Proteine. Die biologische Wertigkeit gibt Auskunft darüber, wie viel Gramm Körperprotein aus 100 Gramm Nahrungsprotein gebildet werden kann. Dennoch wird darauf hingewiesen, dass auf ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen tierischem und pflanzlichem Eiweiß geachtet werden sollte. Nicht zuletzt weil mit tierischen Nahrungsmitteln meist gleichzeitig auch Fett, Cholesterin und Purine aufgenommen werden. Andere sehen nämlich im pflanzlichen Eiweiß das hochwertigere Protein, da der Verzehr viele gesundheitliche Vorteile bietet.

Studien haben mittlerweile belegt, dass pflanzliches Eiweiß gesünder als tierisches ist. Menschen, die rauchen und Übergewicht haben, sollte daher jedenfalls mehr pflanzliche Proteine essen (mehr dazu hier).

( kurier.at , pama ) Erstellt am 11.02.2017