Einer Studie zufolge leidet jede dritte Frau im gebärfähigen Alter an PMS.

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Biologischer Mechanismus hinter PMS entdeckt
01/12/2017

Biologischer Mechanismus hinter PMS entdeckt

Forscher der US-amerikanischen National Institutes of Health (NIH) haben im Zuge eines Hormonexperiments die Ursache der prämenstruellen dysphorischen Störung (PMDS), einer starken Form des prämenstruellen Syndroms (PMS), entdeckt.

Etwa jede dritte Frau im gebärfähigen Alter leidet unter Beschwerden, die unter dem Begriff prämenstruelles Syndrom (PMS) zusammengefasst werden. Die Beschwerden der ''Tage vor den Tagen" sind physischer und psychischer Natur, zeigen sich bei jeder Frau anders und treten in der Regel ab dem Eisprung und bis zum Einsetzen der Blutung auf. Mit der

Menopause

verschwinden die Symptome meist spontan. Bei der sogenanntenprämenstruellen dysphorischen Störung (PMDS)sind die Beschwerden ins Extreme gesteigert. Rund zwei bis fünf Prozent aller Frauen leiden daran.

Ursache bisher ungeklärt

Die genaue Ursache dieser Symptome, die es den betroffenen Frauen oft nicht einmal möglich machen in die Arbeit zu gehen, galt bisher als nicht vollständig geklärt. Vermutet wurde, dass dabei eine empfindliche Reaktion auf Hormonschwankungen im Körper eine Rolle spielt.

Eine Forschergruppe der National Institutes of Health (NIH), einer Unterorganisation der US-Gesundheitsbehörde, konnte dies nun untermauern und zeigen, dass bei den betroffenen Frauen bestimmte Gene fehlreguliert sind, weshalb ihre Körperzellen auf die Geschlechtshormone Östrogen und Progesteron übermäßig stark reagieren.

Für die Untersuchung wurden die Hormonlevels von Östrogen und Progesteron bei den Testpersonen künstlich verändert. Die Ergebnisse beweisen, dass es bei den Frauen tatsächlich nachweisbare Unterschiede auf molekularer Ebene gibt, die dazu führen, dass vor der Periode Stimmungsschwankungen oder andere Symptome extrem ausgeprägt auftreten.

Keine "Einbildung"

Mit Psychosomatik, Einbildung oder Überbetonung der Schmerzen, die Frauen immer wieder unterstellt werden, haben die Beschwerden also nichts zu tun. "Wir haben nun zum ersten Mal zelluläre Beweise für eine abnorme Zellkommunikation bei Frauen mit PMDS und eine plausible biologische Erklärung für ihre gesteigerte Empfindlichkeit gegenüber Östrogen und Progesteron", so Peter Schmidt, Leiter der Abteilung für Endokrinologie der NIH.

Für eine genetische Ursächlichkeit sprach stets die Tatsache, dass PMDS in Familien meist gehäuft auftritt. Die neuen Erkenntnisse sollen nicht zuletzt zur Entwicklung besserer Behandlungsmöglichkeiten beitragen.

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