Mit Poesie gegen das Perioden-Tabu

Poetry character in white background
Foto: Getty Images/iStockphoto/spacebull/iStockphoto Poetische Worte sollen Tabus brechen.

Eine Gruppe indischer Studierender will die weibliche Periode mithilfe von Poesie enttabuisieren.

Langsam, aber sicher wird die weibliche Menstruation von ihrem unsauberen Image befreit. Mit Hashtag-Kampagnen, die dem Thema eine öffentliche Plattform eröffnen, und Fotostrecken, die mit einem gesunden Maß an Provokation aufrütteln, kämpfen Frauen (und auch Männer) auf der ganzen Welt seit geraumer Zeit für die Enttabuisierung der Regelblutung. Es soll ein gesellschaftliches Klima der Akzeptanz geschaffen werden, das sowohl von Frauen, als auch von Männern gleichsam getragen wird. Dabei spielt der Begriff "Period Positivity" eine zentrale Rolle. Er beschreibt eine positive und anerkennende Einstellung der Menstruation gegenüber. Auch Initiativen wie der Menstrual Hygiene Day (28. Mai) sollen Berührungsängste mit einem der natürlichsten körperlichen Vorgänge abbauen und sie durch einen von Toleranz geprägten Zugang ersetzen.

In der Schweiz protestierten Aktivistinnen im Herbst des vergangenen Jahres mit blutrot eingefärbten Brunnen gegen die sogenannte "pinke Industrie", die Frauen Medikamente, aber auch Kosmetika und Hygieneprodukte zu unverhältnismäßig teuren Preisen verkauft (kurier.at berichtete). Auch in Österreich werden Tampons und Binden, die für jede Frau eine Notwendigkeit sind, wie Luxusgüter, also mit 20 Prozent, besteuert. Die Schweizer Protestaktion ist nur ein Teil globaler Anstrengungen, die sich gegen die Tamponsteuer richten.

Frauen leiden weltweit

Was in Europa oder Nordamerika bereits Wirkung zeigt, steckt in anderen Teilen der Welt noch in der Kinderschuhen. Zum Beispiel in Nepal, wo kürzlich eine 15-Jährige starb, weil sie während ihrer Menstruation in einer Hütte leben musste (kurier.at berichtete). In China ist die weibliche Regelblutung ebenfalls tabuisiert. Die chinesische Schwimmerin Fu Yuanhui sprach im August 2016 im Rahmen der Olympischen Spiele in Rio de Janeiro offen über ihre Regel (kurier.at berichtete). Damit brach sie nicht nur eines der größten Tabus der Sportwelt, sie sorgte auch für Aufklärung. Laut einem Bericht des Onlineportals Quartz wurde vielen Menschen in China durch das Statement von Fu Yuanhui zum ersten Mal klar, dass man auch während der Periode unter hygienischen Bedingungen schwimmen kann.

Dramatische Zustände in Indien

In Indien ist die Situation ebenfalls problematisch. Einer Studie zufolge haben 88 Prozent der 355 Millionen Frauen, die bereits die Periode haben, keinen Zugang zu Binden, oder können sich keine leisten. Stattdessen müssen sie notgedrungen auf Textilien oder Asche zurückgreifen, wie The Times Of India berichtet.

Um auf diese Problematik aufmerksam zu machen, hat eine Gruppe indischer Studierender Kurzgedichte aus ganz Indien zusammengetragen, die das Thema behandeln. Geteilt und verbreitet wurden diese unter dem Kampagnentitel The Red Cycle auf Social Media und in einem eigens dafür gedruckten Magazin, wie unter anderem die US-amerikanische Glamour berichtet.

Hier sind einige Beispiele:

(kurier / pama) Erstellt am
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