Wellness
26.09.2017

Konzentrationsschwäche: Was sie verursacht & was hilft

Vor allem im Job- und Ausbildungsalltag sind Konzentrationsstörungen unangenehm. Die Ursachen sind vielfältig.

Konzentrationsstörungen kommen selten allein. Häufig sind Betroffene auch schnell ermüdet, leiden an Schlafstörungen und innerer Unruhe. Wenn die Beschwerden nicht nur sporadisch auftauchen, sondern zum Dauerzustand werden, beeinträchtigt das nicht nur die Leistungsfähigkeit, sondern auch die Lebensqualität.

Konzentrationsstörungen: Ursachen

1. Nicht selten ist psychische Be- oder Überlastung der Auslöser für Konzentrationsschwäche. Diese kann durch Stress oder Überforderung ausgelöst werden oder einem Burn-out zugrunde liegen. Konzentrationsschwäche kann auch als Begleitsymptom einer Depression auftreten.

2. Auch ein Schlafdefizit beziehungsweise Schlafstörungen machen es Betroffenen schwer sich tagsüber zu konzentrieren.

3. Mangelnde Bewegung kann ebenfalls zu Konzentrationsproblemen führen.

4. Ein Mangel an Eisen kann Konzentrationsstörungen verursachen. Um festzustellen, ob ein Eisenmangel dahinter steckt, kann ärztlicher Rat eingeholt werden. "Eisenmangel ist mit einer Blutabnahme und der richtigen Auswertung der entsprechenden Laborwerte für den Eisenstatus einfach zu diagnostizieren. Genauso unkompliziert wie die Diagnose kann auch die Behandlung eines Eisenmangels sein. Personen, deren Konzentrationsfähigkeit durch einen Eisenmangel gehemmt ist, profitieren deutlich von einer Behandlung mit Eisenpräparaten", weiß Christian Schuberth, Leiter des Eisenzentrums Schuberth in Wien. Behandelbar ist ein Eisenmangel mittels Eisentabletten. Eiseninfusionen ermöglichen ebenso eine rasche Auffüllung der Eisenspeicher.

5. Liegt eine Durchblutungsstörung des Gehirns vor – in diesem Fall wird das Gehirn nicht ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt – kann sich dies ebenfalls in Konzentrationsschwäche äußern.

6. Konzentrationsstörungen sind typische Symptome einer Hypotonie, ebenso wie Leistungsmangel, Müdigkeit, Herzklopfen sowie kalte Hände und Füße.

7. Demenzerkrankungen wie Alzheimer gehen unter anderem mit Gedächtnis-, Orientierungs- und Konzentrationsstörungen einher.

8. Bei Kindern oder Heranwachsenden kann wiederum eine Aufmerksamkeitsdefizitstörung ohne (ADS) oder mit Hyperaktivität (ADHS) dafür verantwortlich sein.

9. Andere Erkrankungen, die eine Konzentrationsstörung mit sich ziehen können, sind: Schilddrüsenunterfunktion, Nierenschwäche, Magersucht und Überzuckerung.

Konzentrationsstörungen: Tipps

Neben einer ausgewogenen Ernährung (hier finden Sie 10 Lebensmittel gegen Eisenmangel) und ausreichend körperlicher Betätigung, gilt es darauf zu achten, dass man genug schläft, Wasser trinkt und sich regelmäßig Ruhe gönnt. Ein Zuviel an Nikotin, Koffein und Alkohol sollte vermieden werden. Auch spezielle Atemübungen können Konzentrationsstörungen beseitigen. Neben Homöopathie und Heilkräutern kann auch eine Aromatherapie mit ätherischen Ölen (mehr dazu hier) zu einer Besserung beitragen.

Konzentrationsstörungen: Wann sollte man zum Arzt?

Wir die Konzentrationsschwäche als extrem unangenehm empfungen, sollte jedenfalls ein Arzt konsultiert werden. Das Gleiche gilt, wenn die Konzentrationsstörungen plötzlich auftreten, sich nicht erklären lassen oder sich verschlimmern.

Eisenmangel: Was stimmt wirklich?

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Spinat enthält viel Eisen. Der Klassiker unter den Eisenlieferanten ist gar nicht so eisenhaltig wie sein Ruf verspricht. Je 100 Gramm enthält Spinat 3,9 Milligramm Eisen. Der Irrtum beruht auf einem Fehler eines Wissenschaftlers, der vor 100 Jahren den Gehalt falsch berechnete.

Er ging von 100 Gramm getrocknetem Spinat aus, der 35 Milligramm Eisen enthielt. Das frische Gemüse besteht jedoch zu 90 Prozent aus Wasser, so dass sich der Wert umgelegt auf ein Kilogramm frischen Spinat bezieht. Bitterschokolade enthält je 100 Gramm 7 Milligramm Eisen, Spinat nur 3,5. Dennoch zählt Spinat zu den eisenhaltigen Gemüsesorten.

Eisen aus Spinat stärkt die Muskeln. Popeye hat es vorgemacht – seither glauben Generationen an die muskelstärkende Kraft des Spinats. Tatsächlich ist Eisen Bestandteil des Sauerstoffspeichers Myoglobin, einem Muskelprotein, und hat Einfluss auf die Muskelkraft.

Das hat allerdings weniger mit Spinat zu tun, sondern mit der allgemeinen Eisenversorgung. Popeyes muskelstärkender Spinat beruht auf dem bereits beschriebenen Irrtum, wonach Spinat lange für besonders eisenhaltig gehalten wurde.

Rostige Nägel im Apfel helfen bei Eisenmangel. Eine Volksweisheit rät dazu, rostige Nägel in einen Apfel zu stecken und diesen dann zu essen. Tatsächlich ist Rost oxidiertes Eisen. Steckt man die Nägel in den Apfel, bilden sich braune Flecken.

Sie bestehen aus Eisenmalat, einem zweiwertigen Eisensalz, das vom Körper gut aufgenommen werden kann. Allerdings lässt sich die Eisenmenge, die man so aufnimmt, kaum kontrollieren, weshalb Experten von dieser Selbsttherapie abraten.

Eisernes Kochgeschirr hilft bei Eisenmangel. In eine ähnliche Kerbe schlägt die Weisheit, eiserne Kochutensilien zu benutzen, um so mehr Eisen aufzunehmen. Das hat tatsächlich einen Effekt.

Kocht oder brät man seine Lebensmittel in gusseisernen Töpfen und Pfannen, steigt die Eisenaufnahme erheblich.

Vegetarier leiden häufiger unter Eisenmangel. Das stimmt nicht unbedingt. Bei ausgewogener Ernährung sind Vegetarier nicht häufiger von Eisenmangel betroffen als der Bevölkerungsdurchschnitt.

Über vegetarische Gerichte kann eine ähnlich hohe und sogar höhere Eisenzufuhr als bei Fleischessern erreicht werden. Voraussetzung dafür ist eine gezielte Auswahl an eisenreichen Nahrungsmitteln (mehr dazu hier), etwa Getreide, Nüssen, Hülsenfrüchte kombiniert mit einem hohen Anteil an Vitamin C und Säuren, etwa aus Obst.

Sind die Eisenvorräte bei Vegetariern aber auch bei Fleischessern gering, wird Eisen zudem anders aufgenommen. Der Körper verwertet dann die Menge des Eisens aus der Nahrung effizienter.

Wer sportelt, braucht mehr Eisen. Insbesondere Ausdauersportler wie Marathonläufer oder Triathleten haben einen bis zu zehnfach erhöhten Eisenbedarf.

Der Sportmediziner Helmuth Ocenasek fand im Rahmen einer Studie heraus, dass die Leistung durch Eisenzufuhr um fünf bis zehn Prozent angehoben werden konnte.

Mögliche Ursachen: Ein vergrößertes Blutvolumen während des Sports erfordert eine größere Eisenzufuhr. Auch sind rote Blutzellen verletzlich, etwa bei Quetschungen in der Fußsohle beim Laufen.

Das Blut wird beim Laufen vermehrt in die Beinmuskulatur gepumpt. Der Magen-Darm-Trakt kann dabei unterversorgt werden und mit Mikroblutungen reagieren. All das führt zu einem erhöhten Eisenbedarf.

Leber hat am meisten Eisen. Tatsächlich ist Leber, vor allem Schweinsleber, in Nährwerttabellen auf dem ersten Platz der Eisenlieferanten. Je 100 Gramm enthält sie 22,1 mg Eisen.

Allerdings birgt dies zwei Probleme: Das enthaltene Eisen liegt als dreiwertiges Ferritin und nicht zweiwertig als Hämeisen vor, welches für den Körper die größere Bedeutung hat. Hämeisen wird leichter aufgenommen.

Es ist – außer bei der Leber – vor allem, aber nicht nur, in tierischen Nahrungsmitteln enthalten. Das dreiwertige Eisen muss, nachdem es im Magen gelöst wurde, erst zum zweiwertigen Eisen reduzieren. Es überwiegt vor allem in pflanzlichen Nahrungsmitteln.

Vor Operationen sollte der Eisenstatus geprüft werden. Am besten sechs bis acht Wochen vor einem Eingriff sollte auch auf den Eisenstatus geachtet werden. Viele Organfunktionen hängen mit einem guten Eisenhaushalt zusammen. Bei Eisenmangel verlängert sich die Erholungszeit. Vor allem, wenn man auf Blutkonserven zurückgreifen muss.

Buchtipp: Ilse Weiß, Chrisoph Gasche, Ernährung bei Eisenmangel, Verlag Maudrich,14,90 €.