Wellness
16.05.2017

Studie: Macht Kohlensäure dick?

Fett und Zucker gelten als Dickmacher. Auch Bewegungsmangel sorgt für überschüssigen Speck. Forscher attestieren nun auch der Kohlensäure ein dickmachendes Potenzial.

Dieses Studienergebnis kommt überraschend: Kohlensäure kann zur Gewichtszunahme beitragen, wie Forscher herausgefunden haben. Veröffentlicht wurde die Untersuchung im Obesity Research and Clinical Practice Journal. Den Erkenntnissen der Wissenschafter liegen ein Experiment mit Mäusen und eines mit Menschen zugrunde. Die Erhebungen fanden unter der Leitung von Johnny Stiban, Professor für Biologie und Biochemie an der palästinensischen Universität Bir Zait, statt.

Hungerhormon erhöht

In einem ersten Schritt wurden männliche Ratten vier Untersuchungsgruppen zugeteilt. Je nach Gruppenzugehörigkeit bekamen die Ratten Leitungswasser, Limonade mit Kohlensäure, ein Zuckergetränk ohne Kohlensäure und eine Diät-Limonade mit Kohlensäure und Süßstoffen statt Zucker. Der Konsum der Ratten wurde nicht kontrolliert, sie konnten so viel trinken, wie sie wollten. Nach einem Jahr folgte die Bestandsaufnahme. Es zeigte sich, dass die Ratten die Kohlensäure zu sich nahmen, schneller zugenommen hatten als die Ratten aus den anderen Gruppen. Auch die Leberfettwerte der Leber waren erhöht.

Verantwortlich für die Gewichtszunahme sind aber nicht etwa Kalorien, die Kohlensäure an sich ja gar nicht besitzt, sondern eine Reaktion des Organismus auf die Kohlensäure. So konnten die Forscher nachweisen, dass Kohlensäure den Ghrelin-Spiegel im Blut der Ratten ansteigen ließ. Ghrelin wird im Volksmund als Hungerhormon bezeichnet (mehr dazu hier) und wird mit einem gesteigerten Appetit in Verbindung gebracht. Auch nach einer durchzechten Nacht mit wenig Schlaf sind die Ghrelin-Werte im Körper erhöht, was wiederum zum klassischen Katerhunger führt.

In einem Testverfahren mit 20 männlichen Studenten wurden ebenfalls gesteigerte Ghrelin-Werte durch den Konsum von kohlensäurehaltigen Getränken nachgewiesen. Ob man durch Kohlensäure aber tatsächlich zunimmt, ist dennoch fraglich. Um dies zu klären seien weitere Studien notwendig.