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Wellness
09/29/2018

Dieses Training soll gegen Schnarchen helfen

Wie Kraftübungen im Mundbereich für mehr Ruhe und Frieden im Schlafzimmer sorgen sollen.

von Laila Daneshmandi

Öffnen Sie den Mund so weit wie möglich, strecken Sie die Zunge weit heraus und stimmen Sie die Nationalhymne an, während Sie damit kreisen. Den Weichteilen in Ihrem Rachen ist sicher egal, wenn es ein anderes Lied ist – solange es in tiefer Tonlage angestimmt wird.

Als mein Liebster mich beim Testen dieser Übung erwischt hat und endgültig für verrückt erklären wollte, musste ich auf das Buch „Endlich Nichtschnarcher“ (Südwest Verlag, 10,30 €) verweisen, mit dem der Chirurg Mike Dilkes und Alexander Adams mehr Frieden in akustisch negativ belastete Schlafzimmer bringen wollen. Übrigens sägen nicht nur Männer des Nächtens mit (laut Buch) bis zu 100 Dezibel – auch 20 Prozent der Frauen können mithalten. Wir bezeichnen das nur lieber als Röcheln oder lautes Atmen.

So oder so, Schnarchen ist weder der Beziehungsharmonie noch der Gesundheit zuträglich: Der Schlafmangel, von dem dann beide Partner betroffen sind, setzt der Laune und Konzentrationsfähigkeit zu und erhöht auch noch das Hungergefühl. Unbehandelt können bei Schnarchern mit der Zeit immer öfter Atemaussetzer auftreten (Ärzte sprechen von Schlafapnoe) – mit bösen Folgen: Der Sauerstoffmangel wirkt sich auf Dauer auf die Organe aus und begünstigt eine Reihe von Erkrankungen von Diabetes bis zum Herzinfarkt.

Statt das Problem mit Apparaten, Sprays und Klammern zu bekämpfen, setzen die Buchautoren auf gezieltes Training an der Wurzel des Übels: Gezielte Kräftigungsübungen für Zunge, Gaumensegel und Mundrachen sollen verhindern, dass die Weichteile im Entspannungsmodus anfangen zu flattern und Krach zu machen. Die Übungen sind in ein paar Minuten schnell erledigt, der Liebste muss jetzt übrigens auch ran. Einen Versuch ist es wert – nur Zuschauer will man bei diesem Training lieber keine haben.

Fazit:

Für Schnarcher und alle, die ihr Umfeld mit nächtlichen Sägekonzerten zwangsbeglücken. Wer das Problem nicht in den Griff bekommt, sollte zur Sicherheit einen Arzt konsultieren. Übrigens helfen die Übungen auch gegen ein Doppelkinn!

laila.daneshmandi@kurier.at