Immer mehr Varianten von Fertigteigen für Kekse liegen vor Weihnachten in den Regalen.

© /LiliGraphie/iStockphoto

Fertigteige
12/19/2015

Kekse backen in letzter Minute

Der Duft von frischen Keksen ist schwer zu ersetzen – mit Fertigteigen kann man sich einige Arbeit ersparen.

von Ingrid Teufl

Welcher Teig abseits bewährter Familien-Rezepte schmeckt, spaltet die Keks-Freunde. Meist passt der Geschmack nicht, wie auch unser Test zeigt. Nicht zu vergessen die Inhaltsstoffe, die man fertig mitkauft. Katrin Mittl, Ernährungsexpertin beim Verein für Konsumenteninformation (VKI) findet in Fertigteigen die häufig vorkommenden Transfette nicht so g’schmackig. „In Österreich gibt es zwar Grenzwerte für industrielle Produkte (max. 2 % des Gesamtfettgehalts, Anm.). Wer das gar nicht will, kann es nicht erkennen. Hinweise können aber Bezeichnungen wie ‚gehärtetes Pflanzenfett‘ oder ‚ pflanzliches Öl/Fett, teilweise gehärtet‘ geben.

Der Nudelwalker bleibt in der Küchenlade

Tante Fanny, 400 g/2,35 € bei Merkur: Schwarz-Weiß-Bäckerei ist ein Klassiker am Keksteller und macht was her – aber auch viel Arbeit: hellen und dunklen Mürbteig zu eckigen Stangerln, je zwei zu Rollen formen, mit Teig ummantelten und in Stücke schneiden. Da greift man gerne zum Fertigteig, der bereits zu Teigstangerln im typischen Schachbrettmuster verpackt ist. Da braucht man nicht einmal einen Nudelwalker – ein scharfes Messer reicht.

Fazit: Wohl der schnellste und unkomplizierteste. Außer beim Backen, da bräunen die Kekse rascher als gewollt. Im Kosttest etwas trocken und auch die Liste der Zusatzstoffe schmeckt man deutlich. (Ingrid Teufl)

Oma macht die besseren Vanillekipferl

Bella, 900 g/3,79 € von Hofer:Nach der Arbeit in nur zehn Minuten duftende Vanillekipferln zubereiten – das wäre himmlisch. Der Fertigteig dafür lagert bei Hofer im Regal, muss nicht einmal gekühlt werden. Dafür ist die Liste der Inhaltsstoffe abschreckend. Die Konsistenz unterscheidet sich von einem selbst gemachten Teig: fast gummiartig, leicht zu kneten und bröselt nicht, – verlockt nicht zum Naschen.
Ruck, zuck sind die Kipferln geformt (eine halbe Packung reicht für ein ganzes Backblech) und im Ofen. Nach den angegebenen acht bis neun Minuten sind sie noch weich. Es ist nicht so leicht, den richtigen Moment zu erwischen.
Fazit:In Vanillezucker getunkt passt zumindest der Duft. Aber an die Kipferln der Oma kommen sie nicht heran. (Daniela Davidovits)

Der fast perfekte Mürbteig vom Bäcker

Felber, 1 kg / 6,50 €: Aus Mürbteig lassen sich unterschiedlichste Kekse basteln. Da ist ein Kilo Teig schnell verarbeitet. Das ist auch die Mindestmenge, die in den Filialen der Bäckerei Felber auf Vorbestellung (1 Tag) angeboten wird. Der Teig kommt etwas hart aus der Box, nach einigen Minuten lässt er sich aber leicht ausrollen und ausstechen: Er klebt nicht und alles funktioniert wie in der Anleitung beschrieben.
Fazit:Wenn schon Fertigteig, lohnt der Weg zu Bäcker oder Konditor. Denn auch der Geschmack lässt kaum Wünsche offen: mürbe, süß und mit einem Hauch Zitrone. Nur der buttrige Geschmack hausgemachter Kekse fehlt, weil Margarine verwendet wird. (Ingrid Teufl)

Der Profi-Lebkuchen vom Konditor

Café-Konditorei Lintner (18., Gersthofer Straße 28), 1 kg/7 €:Lebkuchenteig hat den Ruf, bei der Zubereitung mühsam zu sein – das Endergebnis ist oft zu trocken oder hat wenig Geschmack. Wer auf Nummer sicher gehen und sich mit sündigen Kreationen verwirklichen will, setzt auf einen vorbereiteten Teig vom Profi. Der wird kurz durchgeknetet, auf einer bemehlten Arbeitsfläche ausgerollt und ausgestochen. Bevor es in den Ofen geht, bestreicht man den Teig noch mit einer Ei-Milch-Mischung. Heraus kommt herrlich duftender, angenehm würziger und perfekt weicher Lebkuchen.
Fazit:Selbst gemacht kann Lebkuchen kaum besser schmecken. Ideal für diverse Ausstech-Formen bis hin zum Lebkuchenhaus. (Laila Daneshmandi)

Der praktische Lebkuchen aus dem Supermarkt

Tante Fanny, 400 g/2,35 € bei Merkur:Fertig zum Ausrollen, frei von Farbstoffen und mit Eiern aus Bodenhaltung – der Teig aus dem Supermarkt klingt praktisch und lässt sich tadellos verarbeiten. Beim Ausrollen bleibt nichts kleben, die Formen lassen sich gut ausstechen. Laut Anleitung wird der Teig vor dem Backen nur mit Wasser bestrichen. Bei der Backzeit wurde es verwirrend – nach der empfohlenen Zeit wirkte der Lebkuchen noch sehr roh und ließ sich nicht vom Backpapier lösen. Ein paar Minuten später ging es dann.
Fazit: Geschmacklich leider kein Highlight, außerdem etwas trocken, aber mit etwas Deko dazu lässt sich daraus gut ein Lebkuchenhaus bauen. (Laila Daneshmandi)

Die Lebzelten vom Diskonter

Bella, 800g/3,79 € von Hofer:„Gut durchkneten“, steht auf der Verpackung des Bella-Dinkel-Lebkuchenteigs vom Diskonter Hofer. Wenn das so einfach wäre. Der pickige Teig löst sich kaum von den Händen und ist ganz schön schwierig durchzuwalken. Wer das geschafft hat, hat die größte Herausforderung gemeistert. Fläche bemehlen, Teig ausrollen, Formen ausstechen, aufs Blech und für acht Minuten in den Ofen. Wer will, kann alles vorher mit Nüssen oder Mandeln verzieren. Optisch machen sie durchaus etwas her, so richtig nach Weihnachten duftet es aber nicht.
Fazit:Der billigste Lebkuchen kam bei den Testern am wenigsten an: zu trocken und die typischen Lebkuchen-Gewürze kommen kaum durch. Schade. (Ute Brühl)
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