Proteste in Irland: Mehr als jede dritte Tankstelle zeitweise leer
In Irland haben landesweite Proteste gegen hohe Spritpreise in den vergangenen Tagen zu massiven Versorgungsengpässen geführt. Zeitweise war laut Branchenvertretern mehr als jede dritte Tankstelle ohne Benzin oder Diesel. Grund dafür sind Blockaden durch Landwirte, Lkw-Fahrer und andere Demonstrierende, die Straßen, Depots und die einzige Raffinerie des Landes lahmgelegt haben.
Die Proteste laufen seit dem 7. April und richten sich gegen steigende Treibstoffpreise, CO₂-Abgaben und die hohen Lebenshaltungskosten. Auslöser sind auch die weltweit gestiegenen Energiepreise infolge des Kriegs im Nahen Osten und der Auswirkungen auf den Ölmarkt.
Die Regierung von Micheál Martin reagierte mit einem 505-Millionen-Euro-Entlastungspaket. Seit 15. April gilt zusätzlich eine weitere Steuersenkung von 10 Cent pro Liter auf Benzin und Diesel. Zudem wurde die geplante Erhöhung der CO₂-Steuer vorerst verschoben.
Politisch bleibt die Lage angespannt: Die Regierung hat zwar ein Misstrauensvotum überstanden, steht aber weiter unter Druck. Die Proteste gelten inzwischen als eine der größten innenpolitischen Krisen Irlands seit Jahren.
Kommentare