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USA

70-Jährige baut Tiny-House-Dorf: So wollen Frauen günstig in der Pension leben

Eine US-Pensionistin gründet in Texas eine Tiny-House-Siedlung für Frauen. Die Bewohnerinnen leben dort günstig und unterstützen sich im Alltag.
Blaues Tiny House auf einer Wiese

Morgens gibt's frische Eier von den eigenen Hühnern, tagsüber gehen die Frauen ihren Erledigungen und Freizeitaktivitäten nach und den Abend lassen sie gemütlich am Lagerfeuer ausklingen. So oder so ähnlich sieht der Ruhestand-Alltag der Bewohnerinnen der Tiny-House-Gemeinschaft „The Bird's Nest“ in Cumby im US-Bundesstaat Texas aus. 

Pensionistin baut Mini-Dorf nur für Frauen

Die US-Amerikanerin Robyn Yerian (70) gründete die Frauen-Community im Jahr 2022. Auf dem etwas mehr als zwei Hektar großen Grundstück leben elf Frauen im Alter zwischen 60 und 80 Jahren. Der Großteil der Bewohnerinnen ist im Ruhestand, alleinstehend, geschieden oder verwitwet. 

Ihr gemeinsames Ziel: möglichst lange ein unabhängiges, selbstbestimmtes und zugleich bezahlbares Leben zu führen, ohne dabei zu vereinsamen und auf gegenseitige Unterstützung verzichten zu müssen. Verbindung statt Isolation lautet das Motto. Ebenso wichtig sind den Frauen jedoch ihre Privatsphäre und ein harmonisches Miteinander.

500 Interessentinnen für den letzten freien Platz

Die wenigen Stellplätze, die inklusive Wasser, Abwasser und Müllentsorgung ab 450 US-Dollar (circa 390 Euro) Miete im Monat kosten, sind äußerts begehrt, wie die Gründerin in einem Interview mit der Immobilienplattform Realtor.com verriet: „Ich habe ungefähr 500 Leute, die meinen letzten Platz wollen“, so Yerian. Das Bewerbungsverfahren ist durchaus anspruchsvoll: Manche Frauen reisen dafür sogar von weit her an. Yerian und die übrigen Bewohnerinnen möchten sicherstellen, dass die neue Mieterin gut in die Gemeinschaft passt und sich dort wohlfühlt.

Einkauf oder Arztbesuch: Unterstützung im Alltag

Denn Zusammenhalt ist den Bewohnerinnen besonders wichtig, wie die Gründerin betont: „Wir fahren uns gegenseitig zu Arztterminen, wenn nötig. Wir kümmern uns umeinander, wenn jemand Grippe hat oder operiert werden muss. Wir sind füreinander Therapeuten und Gesprächspartner.“ Donna Welborn, eine der Bewohnerinnen, erklärt gegenüber CBS News: „Es ist buchstäblich eine Schwesternschaft.“

In der überdachten Gemeinschaftsküche unter freiem Himmel kochen die Nachbarinnen häufig gemeinsam und verbringen Zeit miteinander. Wer den Abend lieber für sich verbringen möchte, zieht sich einfach in sein eigenes Tiny House oder seinen Wohnwagen zurück.

Rund 185.000 US-Dollar investiert

Die US-Amerikanerin bemerkte im Alter von etwa 60 Jahren, dass ihre finanziellen Rücklagen nicht ausreichen würden, um ihr einen sorgenfreien Ruhestand zu ermöglichen.

Ursprünglich wollte Yerian daher zusätzliches passives Einkommen für ihren Ruhestand generieren. Eine Frauencommunity zu etablieren, war zunächst nicht ihr vorrangiges Ziel: „Es hat sich einfach so entwickelt“, sagte sie gegenüber CBS News. 35.000 US-Dollar aus ihrem für den Ruhestand vorgesehenen Vermögen verwendete sie für den Kauf des Grundstücks. Anschließend investierte sie weitere 150.000 US-Dollar in den Ausbau der Infrastruktur.

Eiserne Regel: No Drama

Es gibt nur eine Regel, an die sich alle Bewohnerinnen halten müssen: No Drama!“ Missverständnisse oder Probleme sollen sofort und offen angesprochen werden. Auf diese Weise sollen Lästereien, Feindseligkeiten und Konflikte vermieden und stattdessen ein respektvoller Umgang miteinander gefördert werden.

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