Nach pinker Kunstaktion: Elefant tot – Behörden schalten sich ein

Die Elefantenkuh Chanchal wurde für ein Fotoshooting pink bemalt und starb Wochen später. Die Fotografin weist die Kritik zurück.
Eine Frau in Pink sitzt auf einem pink gefärbten Elefanten vor einem alten Gebäude.

Ende 2025 reiste die russische Fotografin Julia Buruleva nach Jaipur, Indien, für eines ihrer künstlerischen Projekte. Bei einem Fotoshooting ließ sie eine Elefantenkuh sowie ein Model pink bemalen und setzte das ungewöhnliche Duo vor einem verlassenen Hindu-Tempel in Szene. Nur wenige Wochen später starb das Tier. 

Die Aufnahmen gingen im Zuge der Kontroverse viral und Tierschutzaktivisten warfen der Künstlerin laut The Independent Tiermissbrauch vor. Der Besitzer bestätigte jedoch, dass die Elefantin an Altersschwäche eines natürlichen Todes gestorben sei.

Elefant für Fotoshooting mit pinker Farbe eingerieben

Videoaufnahmen in den sozialen Medien zeigen, wie die Elefantenkuh Chanchal vor dem Shooting mit intensiver pinker Farbe eingerieben wird. Die Stadt Jaipur, die aufgrund ihrer zahlreichen rosafarbenen Gebäude und Sehenswürdigkeiten im historischen Zentrum auch "Pink City" genannt wird, diente dabei als Inspiration. Buruleva wollte nach eigenen Angaben die lokale Tradition durch Kunst erlebbar machen. 

Tier ist wenige Wochen nach Shooting verstorben

Sie betont, bewusst auf den Einsatz Künstlicher Intelligenz zu verzichten. Daher wurden sowohl das Tier als auch das Model auch mit echter Farbe bemalt und nicht im Nachhinein digital bearbeitet. Zugleich verweist sie auf die traditionelle, jahrhundertealte Praxis, bei der Elefanten in Indien, insbesondere in Rajasthan, zu festlichen und religiösen Anlässen bunt geschmückt und auch bemalt werden. 

Doch wie inzwischen bekannt wurde, starb die 65-jährige Elefantenkuh Chanchal im Februar nur wenige Wochen nach dem Fotoshooting, bei dem ihr Körper vollständig mit pinken Farbpigmenten bedeckt wurde.

Tierschützer und Social-Media-User äußern Kritik

In sozialen Netzwerken löste die Kunstaktion eine Welle der Empörung aus, zumal viele Nutzer einen Zusammenhang vermuten. Auf Instagram schreibt eine Nutzerin: "This is animal abuse!" ("Das ist Tierquälerei!"). Über 1.400 Mal wurde ihr Kommentar zustimmend geliket. Eine andere merkt an: "Covering an elephant’s entire body with paint – even 'organic' – isn’t harmless." ("Den gesamten Körper eines Elefanten mit Farbe zu bedecken – selbst mit 'organischer' Farbe – ist nicht ungefährlich."). 

Fotografin weist Vorwürfe zurück: Farbe war ungiftig

Die Fotografin weist die Vorwürfe zurück und erklärt, ausschließlich "ungiftige, sichere Farbe" benutzt zu haben. Wie The Independent unter Berufung auf The New Indian Express berichtet, kam für das Shooting "Kaccha Gulal" zum Einsatz. Dabei handelt es sich um eine pulverförmige Farbe auf Basis von Mais- oder Reisstärke sowie natürlichen Farbpigmenten, wie sie auch beim hinduistischen Holi-Festival, auch bekannt als Fest der Farben, verwendet wird. 

Zudem sei die Aktion von örtlichen Fachleuten überwacht worden, habe lediglich zehn Minuten gedauert und die Farbe sei nach einer halben Stunde wieder abgewaschen worden, so die Fotografin. Ihr Fotoshooting habe nichts mit dem Tod des Tieres zu tun, erklärte sie in einer Stellungnahme auf Instagram.

Ermittlungen eingeleitet

Der Besitzer der Elefantenkuh, Shadik Khan, schilderte laut The Independent, dass Chanchal zum Zeitpunkt der Aufnahmen 65 Jahre alt gewesen und bereits nicht mehr für Elefantenritte eingesetzt worden sei. Im Februar sei sie an Altersschwäche gestorben. 

Inzwischen sind auch die Behörden auf den Vorfall aufmerksam geworden und haben Ermittlungen eingeleitet. Geprüft wird, ob die geltenden Tierschutzvorschriften eingehalten wurden und entsprechende Genehmigungen vorlagen.

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