Alzheimer mit 48: Abschiedsvideo von Mutter bewegt das Netz
Rebecca Luna erhielt mit 48 Jahren die Diagnose Alzheimer. Die TikTokerin und Mutter von zwei Kindern entschied sich mit 49 Jahren für einen assistierten Suizid. (Symbolbild)
Die Kanadierin Rebecca Luna machte ihre Diagnose einer Frühdemenz im vergangenen Jahr öffentlich. In den sozialen Medien dokumentierte die Mutter von zwei Kindern ihren Alltag und den fortschreitenden Kampf gegen die Krankheit. Am Sonntag, dem 26. Juli, nahm die 49-Jährige im Rahmen eines medizinisch assistierten Suizids, der in Kanada unter bestimmten Voraussetzungen legal ist, Abschied von ihrem Leben.
49-Jährige erklärt Entscheidung für assistierten Suizid
Über 97.000 Menschen folgen der Kanadierin auf TikTok. Dort teilte sie vor wenigen Tagen auch ein Abschiedsvideo, das inzwischen mehr als vier Millionen Aufrufe verzeichnet. Darin gab Rebecca Luna bekannt, dass sie den ursprünglich für Anfang August geplanten Termin für ihren Tod vorverlegen werde. „Ich muss euch sagen: Diese Entscheidung zu treffen, ist unglaublich schwer, doch ich lebe in einem Körper, in dem ich mich weder wohl noch sicher oder einfach gut fühle. Es fühlt sich schrecklich an, und deshalb erschien mir der Gedanke, noch zwei weitere Wochen zu warten, einfach zu viel.“
Die 49-Jährige erklärte weiter, dass es bei dieser Entscheidung darum ginge, sich selbst endlich an erste Stelle setzen zu dürfen und über das eigene Leben selbstbestimmt zu entscheiden, solange dies noch möglich sei. Denn ihre Alzheimer-Krankheit beeinträchtigte bereits große Bereiche ihres Alltags. Ihre Sterbehilfe-Begleiterin habe sie gefragt: „Wann würdest du gehen, wenn die Entscheidung allein bei dir läge?“, woraufhin ihr die TikTokerin geantwortet habe: „Jetzt.“
Aus diesem Grund entschied sie sich, dass der medizinisch assistierte Suizid bereits am 25. Juli stattfinden sollte.
Führte Alzheimer-Symptome auf Stress zurück
Erste Anzeichen wie Gedächtnislücken, Blackouts während Gesprächen und Schwierigkeiten bei der Bewältigung alltäglicher Aufgaben bemerkte Rebecca bereits im Alter von 46 Jahren. Die Beschwerden führte sie damals jedoch auf Stress oder ihr ADHS zurück.
Laut der Alzheimer Forschung Initiative (AFI) können unter anderem folgende Symptome auf eine Demenz im jüngeren Lebensalter hindeuten:
- Gedächtnisprobleme, die den Alltag erschweren
- Schwierigkeiten, neue Dinge zu lernen
- Orientierungsprobleme
- Sprach- und Verständnisstörungen
- motorische Probleme
- Veränderungen der Persönlichkeit
- Depressionen
- Schlafstörungen
Diagnose: früh beginnenden Alzheimer-Krankheit
Mit 48 Jahren stellten Ärzte bei Rebecca Luna schließlich die Diagnose einer seltenen Form der früh beginnenden Alzheimer-Krankheit beziehungsweise einer Demenz im jüngeren Lebensalter.
„Mein Leben war schön, doch nun hat es leider eine tragische Wendung genommen. Mein Neurologe gibt mir eine Lebenserwartung von fünf bis sieben Jahren“, schrieb die Kanadierin in einer Spendenkampagne, die sie vor einigen Monaten ins Leben gerufen hatte. Mit den Spenden wollte sie unter anderem Kosten für Miete, Lebensmittel, medizinische Versorgung sowie die Unterstützung ihrer beiden Kinder decken. Denn ihrer Arbeit konnte Rebeca bereits kurze Zeit später nicht mehr nachgehen.
Ihr Tod wurde vor zwei Tagen in den sozialen Medien öffentlich gemacht. In der Mitteilung heißt es: „Rebecca verstarb am 25. Juli gegen 13:15 Uhr im Beisein ihrer geliebten Menschen.“
Sie sind in einer verzweifelten Lebenssituation und brauchen Hilfe? Sprechen Sie mit anderen Menschen darüber. Hilfsangebote für Personen mit Suizidgedanken und deren Angehörige bietet das Suizidpräventionsportal des Gesundheitsministeriums.
Unter www.suizid-praevention.gv.at finden sich Kontaktdaten von Hilfseinrichtungen in Österreich.
- Rat auf Draht ist die österreichische Notrufnummer für Kinder und Jugendliche. Die Nummer ist unter 147 rund um die Uhr anonym und kostenlos erreichbar.
- Die Ö3-Kummernummer ist unter 116 123 täglich von 16 bis 24 Uhr und ebenfalls anonym erreichbar.
- Die Telefonseelsorge ist unter der kostenlosen Telefonnummer 142 rund um die Uhr als vertraulicher Notrufdienst jeden Tag des Jahres erreichbar.
- Auf der Website www.bittelebe.at finden Angehörige/Freunde von Menschen mit Suizidgedanken Hilfe.
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