Das 1:0 gegen Uruguay war eines der schönsten WM-Tore.

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James Rodriguez
06/30/2014

Shakira lobt Kolumbiens Shootingstar

Der 22-jährige Kolumbianer hat das Zeug dazu, ein Weltstar zu werden.

von Günther Pavlovics

El pibe nuevo" nennen sie James Rodríguez in Kolumbien – den neuen Jungen. Damit wird er auf eine Stufe mit dem ehemaligen Nationalhelden Carlos Valderrama gestellt, den sie einst "el pibe" getauft hatten. Und der einst sein Idol war. Carlos Valderrama spricht in höchsten Tönen über seinen Nachfolger: "James ist der Spieler, der Kolumbien viele Jahre gefehlt hat. Er ist talentiert, spielt konstant, und er bringt große Leidenschaft mit. Er hat das Potenzial, um der beste kolumbianische Fußballer aller Zeiten und vielleicht einer der besten der Welt zu werden."

Fünf Treffer hat Rodríguez bei diesem Turnier schon erzielt. Er machte seinen ersten Auftritt auf der großen WM-Bühne zu einer Gala: Fünf Treffer nach vier Spielen, zwei beim 2:0 gegen Uruguay. Jetzt steht Kolumbien im Viertelfinale, und ein Volk schwebt auf Wolke sieben. Rodríguez, den sie nur James nennen, ist jetzt das erfrischende Gesicht der Mannschaft.

Wer ist Falcao?

Dabei war noch Anfang des Monats Verzweiflung bei den kolumbianischen Fans angesagt. Radamel Falcao war nicht rechtzeitig fit geworden, hatte auf die WM verzichten müssen. Jener Stürmer von AS Monaco, der eigentlich der Hoffnungsträger für das Turnier in Brasilien gewesen war. Aber James lässt die Fans Falcao vergessen. "James, ein großes Dankeschön", twitterte Shakira nach dem Spiel. Der Popstar hat jetzt wieder wen, den sie anfeuern kann, nachdem ihr Lebensgefährte Gerard Piqué nach dem spanischen Vorrunden-Aus schon wieder daheim ist.

Lobeshymnen singt aber nicht nur Shakira: "Er ist ein Talent wie Messi, Maradona oder Suárez", sagte Uruguays Trainer Óscar Tabárez. Fußball-Stars wie Lineker, Gullit oder Cannavaro zollen ihm im Internet Respekt. Und Basketball-Star LeBron James ("King James") erklärte Rodríguez zu seinem Lieblingsspieler. "Er hat alles, um ein Weltklasse-Spieler zu sein", sagt sein argentinischer Teamchef José Pekerman. Gesegnet mit einem starken linken Fuß, mit dem er auch hervorragend Freistöße schießen kann, kristallisierte sich im Laufe des letzten Jahres bei Monaco immer mehr heraus, dass er im Zentrum die beste Leistung abliefern kann. Diese Position besetzt er auch in der Nationalmannschaft.

Schon mit 15 Jahren kickte James in der ersten kolumbianischen Liga, zwei Jahre später gab er sein Debüt für CA Banfield in der höchsten argentinischen Spielklasse – mit 17 Jahren als jüngster Legionär. Nach dem Umweg über den FC Porto landete er in Frankreich, 45 Millionen Euro ließ sich Monaco seine Dienste im letzten Sommer kosten.

Ohne Eskapaden

Fußball ist James in die Wiege gelegt. Schon der Vater spielte in Nachwuchs-Auswahlen, auch der Bruder ist Fußball-Profi. Die Familie ist ihm wichtig: Abseits des Platzes steht der neue Bursche nicht im Mittelpunkt. Der gläubige Christ fällt nicht durch Eskapaden auf. Er ist mit Daniela verheiratet, der Schwester von Teamtormann David Ospina. Mit der Volleyball-Nationalspielerin hat er das einjährige Töchterchen Salomé, dessen Name seinen rechten Unterarm ziert. Rodríguez pflegt diese Stelle nach Toren zu küssen.

Nachdem er mit seiner Ausnahme-Vorstellung gegen Uruguay auf eine Stufe mit Superstars wie Pelé, Diego Maradona oder Lionel Messi geklettert war, musste Kolumbiens neuer Held zum Friseur: Den drei in sein Haar rasierten Kerben hinter dem rechten Ohr für zuvor drei WM-Treffer mussten zwei weitere hinzugefügt werden. Den nächsten Besuch beim Stylisten plant James für Freitagabend: nach dem Viertelfinale gegen Brasilien.

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