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Woche 1
10/20/2013

Petra Ferk macht Lust auf Bücher

Die Kindergärtnerin aus Pinkafeld hat eine eigene Bibliothek eingerichtet.

von Ute Brühl

Lesen gehört für Petra Ferk zum Leben wie das täglich Brot. „Auf meinem Nachtkasterl liegt immer ein Buch. Das habe ich mir von klein auf angewöhnt“, erzählt die Kindergartenpädagogin aus dem Burgenland. Da ist es nur logisch, dass sie „ihren“ Kindern auch Lust aufs Lesen machen möchte. Wie das? „Sie sollen Zugang zu vielen Büchern haben - Sach- und auch Bilderbücher, in die sie sich vertiefen können . Und sie brauchen jemanden, der ihnen vorliest“, sagt Ferk.
Dafür, dass viele Bücher da sind, hat sie gesorgt. In ihrem Urlaub hat sie eine Bibliothek im Städtischen Kindergarten Pinkafeld eingerichtet: „Ich habe die vorhandenen Bücher zusammengetragen, sortiert, gescannt und katalogisiert. Dann habe ich Regale zusammengebaut,aufgestellt und alle Bücher eingeschlichtet. Das Ausleihen funktioniert über ein Computerprogramm.“
Ausleihen darf fast jeder: allen voran die Kinder. Aber auch Kollegen, Eltern und Großeltern dürfen sich Literatur holen. Erwachsene müssen eine kleine Gebühr bezahlen. Mit dem Erlös wird neue Literatur angeschafft.

Aktionen rund ums Buch

Die Errichtung der Bücherei war vor drei Jahren der Anfang. Immer wieder gibt es seither Aktionen rund um das Lesen, wie zum Beispiel „Bitte vorlesen“. Da kommen Großeltern und Eltern in den Kindergarten und lesen einer kleinen Gruppe vor. Eine weitere Aktion heißt „Bilderbuchkino“: Ganze Seiten werden mit einem Beamer an die Wand projiziert. Der Kindergarten verwandelt sich für Augenblicke in einen Regenwald, in eine Schule oder eine Wohnstraße. Die Kinder bestaunen die Bilder mit großen Augen und offenen Mündern und lassen sich in fremde Welten „entführen“. Und sie fangen an, über das zu reden, was sie sehen: „Da geht eine alte Frau über den Zebrastreifen“, sagt z.B. die kleine Lisa. Kindergärtnerin Petra Ferk ist stolz auf ihren Schützling. Denn Lisa hat hier viel gelernt „Ihr Wortschatz wurde durch das viele Vor-Lesen sehr erweitert. Und sie spricht Hochdeutsch, was für sie von Vorteil ist, wenn sie nächstes Jahr in die Schule kommt.Somit werden auch die Vorläuferferigkeiten für das selbständige Lesen trainiert und die Lesekompetenzen gefestigt.“
Für ihre Vorschulkinder hat sie sich den Lesepass einfallen lassen. „Für jedes Buch, das sich die Kinder ausgeliehen haben, bekommen sie einen Punkt. Wer am Ende des Jahres genügend Punkte hat, bekommt als Belohnung ein ein Buch“, sagt Ferk. Das Schöne an der Aktion: „Eltern werden dazu angeregt, ihren Kindern vorzulesen.“ Das nutzt Eltern und Kindern: „Mütter haben mir erzählt, dass sie so selbst Lust aufs Lesen bekommen haben. Die Kinder verbringen Zeit mit den Eltern und lernen den Umgang mit Literatur so nebenbei.“

Rollenspiele

Sprachförderung findet aber nicht nur beim Vorlesen statt: „Auch bei Rollen- oder Brettspielen erweitern die Kinder ihre sprachlichen Fähigkeiten. Wenn sie zum Beispiel erklären müssen, was sie gerade machen, erfordert das eine hohe Kompetenz und Ausdrucksfähigkeit.“
Petra Ferk, die seit fast 30 Jahren mit Kindern arbeitet, ist ausgebildete Montessori- und Motopädagogin und lässt Elemente dieser Pädagogik in ihre tägliche Arbeit einfließen. Außerdem entwickelte sie ein Qualitätssicherungsmanagement für burgenländische Kindergärten, das nur mehr auf die politische Zustimmung und die Umsetzung wartet.

Hier geht es zur Wahl der beliebtesten Kindergärtnerin

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