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Woche 2
10/28/2013

Bernhard Passauer bereist die Welt

Der Pädagoge will sich nicht an Lehrpläne binden, sondern auf die Kinder eingehen.

von Ute Brühl

Bernhard Passauer hat schon immer gerne mit Kindern gearbeitet – zum Beispiel in etlichen Trainingslagern. Als er sich nach der Matura überlegte, was er studieren soll, entschied er sich deshalb für das Lehramt. Doch nach zwei Semestern wurde ihm klar: „In der Schule ist zu viel vorgegeben, das Spielerische fehlt mir.“ Deshalb entschied sich der Salzburger, in einem Kolleg die Ausbildung zum Elementarpädagogen zu machen.“
Eine Entscheidung, die er nie bereut hat: „Hier im Städtischen Kindergarten Alterbach kann ich viel mehr darauf hören, was die Kinder gerade interessiert und darauf eingehen. Ich muss nicht nach dem Kalender oder nach dem Lehrplan vorgehen. “
Was das in der Praxis heißt, zeigt er an einem Beispiel: „Die Kinder haben immer wieder Krampus gespielt, selbst zur Osterzeit. Also habe ich organisiert, dass die Kinder einmal bei einem Krampuslauf dabei sein können.“ Derzeit bastelt Bernhard Passauer mit den Kindern Krampusmasken und wir reden über alles, was dazu gehört: „Nikolaus, Engel, Hexen und über Brauchtum.“

Sich einlassen können

Als seine Aufgabe sieht er es an, „sich einlassen zu können auf das, was von den Kindern kommt.“ Dass den Buben und Mädchen das gefällt, ist offensichtlich: „Viele kommen gerne, manche auch noch, wenn sie schon in der Schule sind.“
Dabei erinnern sie sich sicher auch an die vielen Ausflüge, die sie mit dem Pädagogen gemacht haben: „Als wir zum Beispiel das Thema ,Wasser’ hatten, haben wir nicht nur viel mit Wasser gespielt. Wir sind schwimmen gegangen und haben den Wasserspeicher der Stadt Salzburg besucht. Einmal sind wird zur Ache – eine Klamm – und haben dort die Kraft des Wassers erlebt.“

Düsenjet

Ein weiteres Projekt führte die Kinder zum Flughafen: „Einige Kinder haben in der Gruppe Flugzeuge gebastelt. Während des Werkelns, meinte ein Mädchen: ,Der Jet hat vier Düsen, die braucht man, um nach Amerika zu fliegen.“ Passauer zweifelte an der Aussage, er organisierte einen Ausflug zum Airport und ein Treffen mit einem Pilot. „Da konnte das Mädchen vom Experten erfahren, welches Flugzeug dazu nötig ist.“
Es sind aber nicht immer lange Ausflüge, die der Kindergärtner mit den 3- bis 6-Jährigen unternimmt. „Wir sind auch viel im Wald, auf den Sport- und Spielplätzen.“ Bei all dem ist ihm immer eines wichtig: „Das Kind dort abholen, wo es gerade steht.“

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