Flutwarnung per Internet und SMS

Ybbsitzer sollen per SMS vor heranrollenden Fluten gewarnt werden.
Foto: Atzenhofer

Bezirk Amstetten: Die Flüsse Ybbs und Url sind im Hochwasserprognosesystem des Landes. In Ybbsitz startet das SMS-Warnprojekt.

Die massiven Überschwemmungen an der Ybbs und an der Url im Jahr 2009 sind in den betroffenen Regionen noch in Erinnerung. Zusätzlich zu Schutzbauten wurden nun die beiden Flüsse in das digitale Frühwarnsystem des Landes NÖ aufgenommen. Rund um die Uhr können die Pegelstände von sechs Messstationen übers Internet abgerufen werden.
"Der konsequente Ausbau von Frühwarnsystemen für den Hochwasserfall ist vordringlich", sagte Landesrat Stephan Pernkopf bei der Freischaltung. Kritische Situationen müssten möglichst rasch erkannt werden, um Menschen und Sachwerte in Sicherheit und Einsatzkräfte in Position zu bringen.

Jedermann hat über einen Computer und ohne Formalitäten Zugang zu den Prognosedaten. Warnsignalfarben lassen leicht erkennen, wann die Situation dramatisch wird.
Die permanenten Messdaten werden nun an der Ybbs von Stationen in Lunz, Opponitz und Greimpersdorf, von der Kleinen Ybbs in Ybbsitz und von der Url in Krenstetten erfasst und zur Landeshydrologie gesendet.

Vorlaufzeit

"Die Prognosenberechnung braucht eine Stunde Vorlaufzeit", erklärte Abteilungsleiter Christian Labut. Die Prognosen werden in enger Zusammenarbeit mit der Zentralanstalt für Meteorologie erstellt. Die Warnsysteme für die Bevölkerung aktiviert die Landeswarnzentrale. Nicht möglich sei es lokale Gewitterzellen, die oft enorme Wassermengen bringen und gewaltige Schäden anrichten, vorherzusagen, klärte Labut auf.

Genau für diese lokalen Wolkenbrüche, die Ybbsitz 2009 mehr als 6,5 Millionen Euro Schaden bescherten, plant die Gemeinde Rückstaubecken für 1,2 Millionen Kubikmeter Wasser. Im Ort zählt jede Minute, um die man die Bewohner früher vor den aus Tälern heranschießenden Wassermengen warnen kann. Aktuell wurde nun ein von der Feuerwehr in Krems entwickeltes SMS-Warnsystem für Hausbesitzer aktiviert. Zwei Messstellen an der Schwarzen Ois und an der Prolling liefern per Fernübertragung die Daten. Die Feuerwehr Krems alarmiert die Bezirks- und Ortsfeuerwehr, die dann die Warn-SMS versendet. Das Service kostet 15 Euro pro Jahr.

(kurier) Erstellt am
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