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Thema 1914
12/05/2011

Erster Weltkrieg wird digitalisiert

Der Erste Weltkrieg soll für jeden digital zugänglich gemacht werden. "Crowdsourcing": Bürger werden um Material gebeten.

Der Erste Weltkrieg für jedermann und digital - das versprechen zwei Projekte, die sich der Digitalisierung von Bibliotheks-Materialien und persönlichen Erinnerungsstücken widmen. Beide Vorhaben werden in Kooperation mit der digitalen Bibliothek "Europeana" durchgeführt. Während europäische Nationalbibliotheken, darunter auch die Österreichische, Archivmaterial über den Ersten Weltkrieg online zur Verfügung stellen, setzt das Spezialprojekt "Europeana 1914 - 1918" auf "Crowdsourcing". Dabei sind nun auch die Österreicher zur Digitalisierung ihrer persönlichen Erinnerungsobjekte aufgerufen.

Die digitale europäische Bibliothek "Europeana" ist das zentrale Internetportal zum kulturellen und wissenschaftlichen Erbe Europas. Inhalte aus über 1.500 Kulturinstitutionen aus allen EU-Mitgliedsstaaten sind dort bereits online abrufbar. Gemeinsam mit dem Deutschen Historischen Museum und der Universität Oxford soll mit dem Spezialprojekt "Europeana 1914 - 1918" nun eine virtuelle Sammlung von Objekten verschiedenster Art zum Ersten Weltkrieg aufgebaut werden. Zu diesem Zweck setzen die Organisatoren auf "Crowdsourcing": Europäische Bürger werden dazu ermuntert, Briefe, Fotografien, Tagebücher, Filme einzuscannen und online zur Verfügung zu stellen.

Digitalisierung von Material

Ein ähnliches Projekt, das "Great War Archive", wurde 2008 schon in Großbritannien von der Universität Oxford durchgeführt, die Methode des " Crowdsourcing" soll auf ganz Europa ausgedehnt werden. Der Oxforder Wissenschafter Alun Edwards meinte im APA-Gespräch, dass zur weiteren Bewerbung des Onlineprojekts auch die Abhaltung von Aktionstagen angestrebt werde. Er verwies auf den durchschlagenden Erfolg solcher Initiativen in Deutschland. Acht Aktionstage wurden in deutschen Großstädten abgehalten, zu jedem seien etwa 70 bis 100 Besucher gekommen, so Edwards.

Beide Seiten würden davon profitieren: Die Forscher könnten ihre Datenbank erweitern, und die Besucher würden historische Hintergrundinformationen zu ihren persönlichen Erinnerungsobjekten erhalten, so der Brite. Durch das persönliche Gespräch könnten darüber hinaus auch Menschen erreicht werden, die Computer oder das Internet nicht nützen würden. Über die Finanzierung eines solchen Aktionstags in Österreich werde aber momentan noch verhandelt.

Das zweite "Europeana"-Projekt, "Europeana Collections 1914-1918", wird parallel in acht Ländern durchgeführt. Europäische Nationalbibliotheken, darunter auch die Österreichische Nationalbibliothek, machten sich an die Digitalisierung bisher nur in Lesesälen zugänglichen Materials. Erfasst wurden so unterschiedliche Quellen wie Notenblätter, Kinderbücher oder Schützengräbenzeitungen.

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