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08.02.2017

Hoch verschuldet: Käufer für Jack Wolfskin gesucht

Das Unternehmen soll finanziell saniert werden - dass tatsächlich ein Käufer zugreift, ist nicht wahrscheinlich.

Der Finanzinvestor Blackstone lotet Insidern zufolge einen Verkauf des hochverschuldeten Outdoor-Ausrüsters Jack Wolfskin aus. Inmitten der Verhandlungen mit den Gläubigern über eine finanzielle Sanierung des Unternehmens habe Blackstone Interessenten aufgerufen, Gebote für den Bekleidungshersteller aus Deutschland abzugeben, sagten zwei mit den Plänen vertraute Personen am Montag.

365 Millionen Euro Schulden

Der Eigentümer versuche so, den Wert von Jack Wolfskin zu ermitteln - dass tatsächlich ein Käufer zugreift, ist kaum wahrscheinlich. Denn gleichzeitig stehen die Gläubiger kurz davor, einen eigenen Plan zur Restrukturierung von Jack Wolfskin fertigzustellen, wie die Insider sagten.

Sie dürften einen Tausch von Schulden in Anteile an Jack Wolfskin vorschlagen, mit dem sie selbst das Kommando übernehmen würden. Das Unternehmen ist mit 365 Mio. Euro verschuldet. Im Kreis der Gläubiger haben inzwischen laut den Insidern Hedgefonds und andere Großgläubiger das Sagen. Zu ihnen zählen H.I.G. Capital und CQS. Die meisten Banken - auch die deutschen - hätten ihre Kredite an sie verkauft, sagten die Insider.

Expansion nicht wie erhofft

Die Gläubiger fordern von Blackstone, mehr frisches Kapital beizusteuern, damit der Investor Jack Wolfskin behalten kann. Ob er dazu bereit ist, ist offen. Er hatte gut 700 Mio. Euro für Jack Wolfskin bezahlt und bereits vor eineinhalb Jahren 75 Millionen Euro nachgeschossen, um die Kreditgeber zu beruhigen. Eine Entscheidung muss bis Mitte des Jahres fallen - so lange verzichten die Gläubiger darauf, die Kredite fällig zu stellen. "Aber ewig wollen sie nicht warten", sagte einer der Insider.

Die Gläubiger waren im Herbst davon aufgeschreckt worden, dass Jack Wolfskin für 2017 nur noch mit einem operativen Gewinn (Ebitda) von 30 Millionen Euro rechnet, halb so viel wie bisher kalkuliert. Bei der Expansion im Ausland - etwa in China - war die vor allem in Deutschland populäre Marke nicht wie erhofft vorangekommen.