Fashion designer Stella McCartney poses as she arrives for the world premiere of the video "My Valentine" directed by Paul McCartney in West Hollywood, California April 13, 2012. REUTERS/Mario Anzuoni (UNITED STATES - Tags: ENTERTAINMENT FASHION)

© Reuters/MARIO ANZUONI

Porträt
07/03/2013

Die fabelhafte Welt der Stella

Beim Treffen in Berlin spricht Modedesignerin Stella McCartney über Size Zero und Tierschutz.

von Jasmin Schakfeh

Sie wirkt zierlich und neben ihrem fast zwei Meter großen Manager zerbrechlich. Doch Stella McCartney (41) ist eine starke Frau. Sie übernimmt die Nachfolge von Modeschöpfer Marc Jacobs – als Schirmherrin des „Designer for Tomorrow“-Awards by Peek & Cloppenburg.

Mode-Hotspot Berlin: Die Star-Designerin lädt zum Cocktail. Bereits im Vorfeld wurden die Gäste gebeten, Leder zu vermeiden. Auch das Buffet ist streng vegetarisch. Ihre Mode ist „vegan“ – Leder und Pelz sind da kein Thema. Anfangs wurde sie für diese Überzeugung belächelt, doch mit eisernem Willen und Disziplin konnte sie sich in der Branche etablieren. Ihr Design ist feminin und tragbar, sie weiß, was Frauen wollen. Sogar US-Vogue-Chefin Anna Wintour zollt ihr Tribut.

Die Tochter von Ex-Beatle Paul und Fotografin Linda McCartney wuchs behütet auf. Den Star-Rummel um ihre Eltern bekam sie in ihrer Kindheit nur am Rande mit. Nach dem Schulabschluss beschloss sie am Central Saint Martins College of Art and Design in London Mode zu studieren. Ihr klingender Nachname war natürlich ein Türöffner. Doch genau davon wollte sie sich emanzipieren.
1997 wurde McCartney Chefdesignerin des Pariser Modehauses Chloé, bereits 2001 gründete sie ihr eigenes Label und heiratete den Möbel-Galeristen Alasdhair Willis. Heute ist sie Mutter von zwei Buben und zwei Mädchen – Miller (8), Bailey (6), Beckett (5) und Reiley (2) – und meistert den Spagat zwischen Laufsteg und Spielplatz.

Kein Size-Zero-Label

Stella McCartney spricht nicht gerne über ihr Privatleben. Und obwohl sie gerne über ihre Arbeit redet, tut sie das nicht mit jedem. Weil sie nicht im Mittelpunkt stehen möchte, weil es ihr vor allem um die Sache geht. Als ein Gespräch mit ihr schon fast unmöglich scheint, entdeckt sie die von ihr entworfene „Falabella-Bag“ an der Hand der KURIER-Redakteurin und ruft entzückt: „Oh my God, she’s wearing my bag.“ (Oh, sie trägt ja meine Tasche.) Es entsteht eine nette Plauderei zwischen zwei Frauen, die Mode mögen.
Apropos – wer soll ihre Sachen denn tragen? „Jede Frau sollte aussehen dürfen, wie sie will und tragen, worauf sie Lust hat. Ich bin kein Size-Zero-Label. Auch meine Freundin Beth Ditto findet bei mir das Richtige“, sagt sie. Belehren oder gar bekehren mag sie niemanden. Nur an ihren Überzeugungen hält sie fest: „Weder Leder noch Pelz kommen für mich als Materialien infrage. Ich habe bewiesen, dass es auch ohne sie geht. Alle Menschen reden vom Umweltschutz – ich mache etwas.“

Ein Nachwuchs-Award als Sprungbrett

Bereits seit 2009 findet der Nachwuchs-Award „Designer for Tomorrow“ im Rahmen der Mercedes-Benz Fashion Week Berlin statt. Das Modeunternehmen Peek & Cloppenburg bietet damit jungen Kreativen die Chance entdeckt zu werden. Als Mentoren fungieren dabei namhafte Modeschöpfer wie etwa Marc Jacobs (2011 und 2012) oder heuer erstmals Stella McCartney. Aus Tausenden Einsendungen werden fünf Finalistinnen gekürt, die in diesem Jahr alle weiblich sind. Darauf angesprochen schwört McCartney: „Das war tatsächlich Zufall, verrückt oder?“

Völlig aus dem Häuschen waren die jungen Talente als sie erfuhren, dass die britische Star-Designerin Stella McCartney ihnen mit Rat und Tat zur Seite steht. Auf den Sieg hoffen Katy Clark (24) aus England, die gerne auf Understatement setzt, Jamie Wei Huang (28) aus Taiwan, deren Kollektion etwas an das Modehaus Balenciaga erinnert, nur innovativer. Weiters: Hanna Kuklinski (26) aus Deutschland mit einer Wohlfühl-Kollektion, Iona Ciolacu Miron (31) aus Rumänien mit viel Gespür für die weibliche Silhouette und Annalena Skörl Maul (32) aus Deutschland, die maskulines Design liebt.

Gemeinsam mit einer hochkarätig besetzten Jury, darunter die Chefredakteurin der deutschen Vogue, Christiane Arp, Annette Weber, die Chefredakteurin der InStyle und Bloggerin und Stilikone Hanneli Mustaparta wird Stella McCartney heute die glückliche Siegerin küren. Und die wird dann ein ganzes Jahr lang unterstützt und auf ihrem Weg begleitet.

Österreicher erobern die Berliner Fashion Week

In den nächsten sechs Tagen befindet sich die deutsche Hauptstadt wieder im Ausnahmezustand: Von 2. bis 7. Juli 2013 findet die Berlin Fashion Week mit exklusiven Shows, Empfängen, Partys und Messen an zahlreichen Orten der Stadt statt. Herzstück der Modetage ist das Mercedes-Benz Fashion Week-Zelt beim Brandenburger Tor.

International bekannte Häuser wie Kaviar Gauche, Anja Gockel oder Michael Michalsky werden ebenso ihre Sommer 2014 Kollektionen präsentieren wie junge Label. Am Mittwoch um 16.30 Uhr werden die fünf Finalistinnen des Nachwuchsawards "Designer for Tomorrow" von Peek & Cloppenburg ihre Kollektionen präsentieren. Über die Gewinnerin entscheidet die Jury um Schirmherrin Stella McCartney. Österreich ist dieses Mal gleich mit drei Designerinnen auf der Berliner Fashion Week vertreten: Lena Hoschek und Rebekka Ruétz werden ihre neuen Kreationen gleich am Mittwoch präsentieren. Eva Poleschinski ist mit ihrem Label ep_anoui und der Kollektion "enchanted aspiration" am Freitag dran. Der KURIER sprach mit der gebürtigen Steirerin vorab über die Fashion Week, ihre Kreationen und ihre Inspirationsquellen:

KURIER: Sie präsentieren heuer zum 3. Mal in Berlin, nicht aber in Wien wieso?

Eva Poleschinski: Berlin hat sich in den letzten Saisonen als toller und für mich sehr fruchtbarer Boden entwickelt, da die Fashion Week einen sehr internationalen Zuspruch hat. Aber seit der Gründung von ep_anoui by Eva Poleschinski zeige ich regelmäßig auch in Wien meine Kollektionen.

Was verbinden Sie mit Berlin?

Die Fashion Week.

Wie lange vor Ihrer Präsentation sind Sie schon in Berlin?

Genau eine Woche. Für Castings, Fitting-Shootings und Pressetermine.

Wie viele Elfen, sprich Helfer, bringen Sie aus Wien mit?

Fünf an der Zahl.

Welcher Tag der Fashion Week wird heuer der beste?

Der 5. Juli 2013 - IT’S SHOW TIME! (Lacht)

An diesem Tag präsentieren Sie, worauf dürfen wir uns bei Ihrer neuen Kollektion freuen?

Auf eine verspielt-feminine aber dennoch konstruiert-reduzierte Kollektion.

Wovon haben Sie sich inspirieren lassen?

Von der Architektur Oscar Niemeyers und seiner Passion für den weiblichen Körper und das Feminine.

Wie kann man sich das als Mode vorstellen?

Der Look besteht aus klaren Formen, die mit weichen Rundungen verschmolzen wurden. Skulpturale Formen treffen auf filigrane Materialien. Die sakralen Gebäude spiegeln sich in dem Muster des für die Kollektion designten Paillettenstoffs wieder.

Was für Materialien haben Sie neben Pailletten noch verwendet?

Nylon und Seidenorganza treffen auf Leder, schweren Seidenduchesse und Plexiglas.

Wann wird ep_anoui by Eva Poleschinski in Wien wieder zu sehen sein?

Ende August findet ein Event statt, bei dem meine Kreationen stark vertreten sein werden.

Die ersten Looks für den Sommer 2014

Model presents creation by Lena Hoschek at Berlin

Model presents creation by Lena Hoschek at Berlin

A model presents a creation at the Lena Hoschek sh…

Model presents creation by Lena Hoschek at Berlin

GERMANY FASHION MERCEDES BENZ

Model present a creations at the Lena Hoschek show…

Fashion Week Berlin - Lena Hoschek show

Model presents creation by Lena Hoschek at Berlin

Model presents creation by Lena Hoschek at Berlin

A model presents a creation at the Rebekka Ruetz s…

GERMANY FASHION MERCEDES BENZ

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GERMANY BERLIN FASHION WEEK

GERMANY BERLIN FASHION WEEK

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