Style
23.03.2017

Baselworld: Harte Zeiten für die Uhrenbranche

Den Herstellern macht die zurückgegangene Nachfrage zu schaffen. Das wirkt sich auch auf die Zahl der Baselworld-Aussteller aus.

Die wirtschaftlichen Probleme der Uhrenindustrie schlagen auf die weltgrößte Branchenmesse Baselworld durch. Die Zahl der Aussteller fiel binnen eines Jahres von 1.500 auf 1.300, sagte Baselworld-Chefin Sylvie Ritter vor Beginn der Ausstellung am Mittwoch. Einige Unternehmen seien in der schwierigen Konjunktur nicht zurückgekehrt.

Schwächeln Marken, für die Uhren nur Mode-Accessoires sind?

Zugleich ließ sie offen, auf wie viele frühere Teilnehmer genau das zutrifft: Denn auch die Baselworld selber habe Aussteller abgelehnt, die "nicht zum Konzept der Messe passten und nicht unsere Kriterien erfüllten". Ritter wollte auch auf Anfrage nicht sagen, um welche Kriterien es dabei geht. Die Baselworld solle stärker auf Qualität statt Quantität ausgerichtet werden, erklärte sie.

Bereits seit Herbst war bekannt, dass die Luxus-Sparte der Timex-Gruppe mit Uhren-Marken wie Versace oder Salvatore Ferragamo der diesjährigen Baselworld fernbleiben wird. Die Messe sei für das Unternehmen nicht effizient genug, sagte damals Spartenchef Paolo Marai dem Magazin Forbes. Der Vorsitzende des Ausstellergremiums der Baselworld, Eric Bertrand, konterte mit einer Spitze: In wirtschaftlich schwierigen Zeiten schwächelten als erste Marken, für die Uhren nur ein Mode-Accessoire wie Sonnenbrillen seien.

Den Herstellern klassischer Uhren machen unter anderem eine zurückgegangene Nachfrage im wichtigen Markt China und die neue Konkurrenz durch Computer-Uhren zu schaffen. Viele Marken reagieren dieses Jahr mit eigenen vernetzten Uhren. Die Exporterlöse der Schweizer Uhrenindustrie waren 2016 um fast zehn Prozent gesunken - und auch dieses Jahr begann mit einem ähnlichen Rückgang im Jänner.