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11/15/2019

Warum Olivia Colman hofft, dass Queen Elizabeth nie "The Crown" sieht

Die Hauptdarstellerin der Serie ist besorgt über mögliche Zuschauer im Buckingham-Palast.

Beim Gedanken daran, dass die königliche Familie zuschauen könnte, wird Schauspielerin Olivia Colman ganz mulmig. Die 45-Jährige spielt in der dritten Staffel der Netflix-Serie "The Crown" die Hauptrolle als Königin Elizabeth II. "Irgendwie hoffe ich, dass sie das nicht schauen. Ich würde das nicht tun", sagt Colman im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur in London und grinst.

"Dass sich Leute vorstellen, was du hinter verschlossenen Türen sagst - das ist doch echt das Allerschlimmste!", so Colman. Es sind natürlich gerade die spekulativen Szenen, die auch die neue Staffel von "The Crown" sehenswert und unterhaltsam machen - etwa wenn die Royals gemeinsam eine BBC-Dokumentation über sich im Fernsehen anschauen, wenn Elizabeth heimlich eine Träne vergießt oder Philip über verpasste Chancen sinniert, oder die vielen Gespräche, die die Queen mit wechselnden Premierministern führen muss. "Es wird aus einer respektvollen Sicht heraus und mit viel Liebe gemacht", versichert Colman. "Ich hoffe, die finden das in Ordnung."

Tobias Menzies ist als Prinz Philip umwerfend nah am Original. Sein Aussehen und seine Sprechmelodie sind dem des echten Duke of Edinburgh erstaunlich ähnlich. Für die Stimme soll der 45-Jährige unzählige Videoaufnahmen von Philip akribisch studiert haben. "Jetzt wünschte ich, ich hätte das auch gemacht", scherzt Colman, als sie darauf angesprochen wird, "verdammt!" Sie lacht herzlich, aber ihr ist eine leichte Anspannung anzumerken. Schließlich war "The Crown" bisher einer der großen Netflix-Hits.

Doch Colmans Sorgen sind unbegründet. Denn auch die dritte Staffel der Erfolgsserie bietet beste TV-Unterhaltung. An die neue Queen und auch die weitere hervorragende Besetzung gewöhnt man sich sofort. Die privaten, intimen und brisanten Szenen wirken so authentisch und glaubwürdig, dass man sich gut vorstellen kann, dass vieles wirklich so oder so ähnlich passiert ist.

"Es ist erfunden", betont Olivia Colman sicherheitshalber. "Natürlich gibt es die historischen Momente, von denen wir wissen, dass sie passiert sind, und Aufnahmen, die wir gesehen haben, aber die Gespräche und die Beziehungen - das ist ein Schauspiel." Jegliche Ähnlichkeit mit echten Personen, lebend oder tot, oder tatsächlichen Ereignissen ist in diesem Fall allerdings gewollt und gelungen.

Ihre Rolle als Königin Anne im Kostümdram "The Favourite" brachte Colman in diesem Jahr ihren ersten Oscar ein. Dass sie jetzt schon wieder in einer royalen Hauptrolle zu sehen ist, sei reiner Zufall. "Es ist nicht so, dass ich gesagt habe, ich muss dieses Jahr eine Königin spielen", scherzt Colman. "So funktioniert das nicht."

Das Skript von Serienschöpfer Peter Morgan habe sie begeistert. "Und ich wusste, dass die gesamte Besetzung aus Leuten besteht, mit denen ich gern arbeiten wollte", schwärmt Colman. Tobias Menzies, mit dem sie schon die BBC-Serie "The Night Manager" drehte, begeistert als Elizabeths Ehemann Prinz Philip. Helena Bonham Carter ("Fight Club") spielt ihre Schwester Prinzessin Margaret. Neu dabei ist auch Josh O'Connor ("God's Own Country"). Er überzeugt als junger Prinz Charles, der auch erstmals einer gewissen Camilla begegnet.

Schon als Zuschauerin habe sie die Serie fasziniert. "Ich habe die erste Staffel gesehen und war ein großer Fan", erzählt Colman. Dann bekam sie das Angebot für die Hauptrolle. "Also habe ich die zweite Staffel in dem Wissen gesehen, dass ich den Job bekommen habe, und konnte sie nicht mehr so genießen, weil ich mir Sorgen gemacht habe. Aber die erste habe ich verschlungen, die war so was von brillant."

"The Crown" - darum geht's

Die ersten beiden Staffeln - mit Claire Foy als Elizabeth und Matt Smith als Philip - drehten sich um die Zeit von 1947 bis Mitte der 60er-Jahre, von Elizabeths Krönung bis zur Profumo-Affäre. Die Zeitspanne der dritten Staffel, die ab Sonntag (17. November) bei Netflix zu sehen ist, schließt direkt daran an und reicht bis in die späten 70er-Jahre. Es geht um die Erdrutsch-Katastrophe von Aberfan, eine bedeutende USA-Reise von Prinzessin Margaret, die Mondlandung und jede Menge britische Politik.

Wie sie sich auf die Rolle vorbereitet hat? "Eigentlich gar nicht", gesteht Olivia Colman. "Die Art von Schauspielerin bin ich nicht. Wenn das Drehbuch gut genug ist, dann ist alles vorhanden." Und so spielt die Oscar-Gewinnerin die Rolle anders als ihre Vorgängerin. Foys beeindruckend detailverliebte Darstellung war manchmal fast eine Imitation der echten Queen. Die neue Elizabeth hat hingegen immer ein bisschen was Colman-typisches. Auch das funktioniert wunderbar.

Hohe Erwartungen an Fortsetzung

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