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11/06/2019

Warum Britney Spears sich 2007 die Haare abrasierte

In einer neuen Dokumentation beschreibt die damals anwesende Friseurin die Szene, die vor zwölf Jahren die Titelseiten füllte.

Bilder, die um die Welt gingen. Als sich vor zwölf Jahren Pop-Prinzessin Britney Spears während einer psychischen Krise eigenständig den Kopf rasierte und dabei in den Spiegel grinste, waren Fans rund um den Globus geschockt. In einer neuen Dokumentation über die einschneidende Zeit im Leben der heute 37-Jährigen kommt nun auch die Friseurin zu Wort, die während der dramatischen Szenen bei der Sängerin war - und ihr trotzdem nicht helfen konnte.

Zusammenbruch

Spears legte bereits in jungen Jahren eine steile Karriere hin. Vom niedlichen Mädchen im "Mickey Mouse Club" avancierte sie innerhalb kürzester Zeit zu Lolita-Figur und Pop-Phänomen, was ihr die ständige Aufmerksamkeit von Presse und Öffentlichkeit einhandelte. Alle wollten ein Stück von Britney, die bald ununterbrochen von einer Horde Paparazzi verfolgt wurde.

Am Tag vor ihrem Zusammenbruch wurde die damals 25-Jährige in einer Reha-Klinik untergebracht, laut der Dokumentation "Britney Spears: Breaking Point" in erster Linie, um ihr Ruhe von Ruhm und Medienhunger zu verschaffen, der sie zunehmend zermürbte. Aus der Einrichtung entließ sie sich allerdings bereits einen Tag später selbst, weil sie die zwei gemeinsamen Söhne mit Ex-Mann und Backgroundtänzer Kevin Federline vermisste und sehen wollte.

Als sie nach Los Angeles zurückkehrte, fuhr sie deshalb zu dessen Haus, wo ihr allerdings niemand öffnete. Das schien 2007 das Fass zum Überlaufen zu bringen, wie verschiedene Zeugen in der Doku berichten. Unter ihnen auch einer der Paparazzi, die Spears auf Schritt und Tritt verfolgten.

Verfolgungsjagd

Ihren Wagen lenkte sie von Federlines Haus aus zu dem Friseur-Geschäft, wo die berühmt-berüchtigen Fotos entstanden. Esther Tognozzi erinnert sich noch gut daran, wie Spears, verfolgt von etwa siebzig Fotografen, ihren Salon betrat und erzählte, dass sie ihre Haare abrasieren wollte. Tognozzi versuchte ihr das zwar auszureden, am Ende griff Spears aber einfach zum Rasierer und legte los. Ihre zwei Bodyguards sollen sie laut der Friseurin nicht vor den Linsen der Paparazzi geschützt haben. Einer von ihnen habe immer wieder die Jalousien geöffnet, und so den Blick auf die psychisch labile Frau freigegeben. Auch Bestechungsgelder hätten sie angenommen, erzählt Tognozzi. "Ich habe versucht, sie aus dem Zustand zu bringen, in dem sie sich befand, weil sie offensichtlich überzeugt war, es in dieser Nacht zu tun. Ich konnte sie nicht überzeugen", so die Friseurin weiter.

Danach fuhr Spears zu einem Tattoostudio, wo sie sich einen Kussmund und ein Kreuz stechen ließ. "Draußen war ein verrücktes Brüllen zu hören", erinnert sich Tätowiererin Emily Wynne-Hughes. Sie habe lange gebraucht, um zu bemerken, dass es kein Aufstand, sondern Britney Spears samt der Fotografen-Meute war. "Ich bemerkte, dass ihre Haare verschwunden waren. Ich erinnere mich, dass ich sie fragte, warum. Und ihre Antwort war etwas seltsam. 'Wissen Sie, ich möchte einfach nicht, dass jemand meinen Kopf berührt. Ich möchte nicht, dass jemand meine Haare berührt. Ich habe es satt, dass Leute meine Haare berühren'", soll Spears gesagt haben.

Identitätskrise

Die forensische Psychologin Dr. Judy Ho ist sich in "Breaking Point" sicher, dass die Einweisung in die Rehaklinik und der unterbundene Kontakt zu Britneys Söhnen Sean und Jayden James für den Nervenzusammenbruch gesorgt haben könnten. Der Ruhm habe die Sängerin offenkundig überfordert und fertig gemacht, da sie von ihrem Umfeld nicht mehr als Person, sondern als "Multimillionen-Dollar-Unternehmen" gesehen worden sei. Sich ihr Markenzeichen, die langen (damals nicht mehr blonden) Haare abzurasieren, sei ein verzweifelter Schritt gewesen, um zu sich selbst zurückzufinden, so Ho.

Zudem sei eine Reha ihr zufolge lediglich hilfreich, wenn die Anwesenheit dort aus eigenem Antrieb passiere. Das sei ihrer Meinung nach bei Spears aber nicht der Fall gewesen. Auch sei ihr ihre Rolle als Mutter aberkannt worden, was die von ihr geortete Identitätskrise weiter genährt haben könnte, erklärt sie in Ferndiagnose.

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