Stars
14.12.2017

TV-Stars machen auf Lipizzaner

Wie aus Simon, Mirjam und Florian Franz, Sissi und Josef wurden.

Sissi, Franz und Josef drehen auf der Weide ihre Pirouetten und machen dem herzensguten Stier Ferdinand (ab Freitag "Ferdinand geht stierisch ab" in den Kinos) das Leben schwer. Gesprochen werden die eitlen Rösser herrlich wienerisch von Puls4-Mann Florian Danner, ORF-Moderatorin Mirjam Weichselbraun und Schauspieler Simon Schwarz, der eines mit den Vierbeinern gemeinsam hat, den Tanz, denn er genoss als Jugendlicher eine Ballettausbildung.

"Das ist richtig. Da konnte ich auch ganz schnell so improvisieren und wusste, was ich sagen muss und konnte sofort was damit anfangen", scherzte er im KURIER-Talk.

"Ich finde Animationsfilme wirklich super, bin ein Riesen-Fan davon. Ich hätte alles gesprochen, selbst die Blume", lachte er. Schwarz leiht übrigens dem Pferd Franz seine Stimme.

"Die Amerikaner machen den Film und die überlegen sich lange, was für ein Charakter das ist und bei den Amerikanern ist es halt der dumme Deutsche, der ein Pferd ist. Und bei den Deutschen ist es dann ganz schnell der dumme Österreicher, der Lipizzaner und arrogant ist. Wo wir wieder bei Klischees sind – was aber auch funktioniert, weil das ist auch lustig."

Und vor allem die Botschaft, die der Film vermitteln möchte, geht dem Vater von zwei Kindern ans Herz. "Ich finde, dass der Film einmal richtig viel Message hat und auch eine einfache hat, die aber so einfach in der Umsetzung nicht ist. Nämlich die, dass du dieses Klischee nicht unbedingt erfüllen musst, dass du erfüllen solltest. Als Junge musst du stark und kräftig sein und du musst dich auf dem Schulhof beweisen und das kannst du mit der Faust am besten. Das musst du nicht erfüllen. Du kannst der Stärkste sein und Blumen mögen und ganz ein Lieber sein und nett zu allen sein und das sagt dieser Film großartig aus."

Und auch er selbst hat versucht seinen beiden Kindern viel ihren Lebensweg mitzugeben.

"Das ist ganz viel gewesen. Ich habe auch den Eindruck, da ist ganz viel hängen geblieben. Meine Kinder sind jetzt fast erwachsen, nicht nur fast, mit 18 und 21 sind sie schon erwachsen und die sind ganz tolle Menschen geworden. Bis jetzt bin ich wirklich begeistert. So viel habe ich nicht falsch gemacht, würde ich sagen. Obwohl ich sicher viel falsch gemacht habe, aber sie haben es gut ausgebessert oder wer anders in der Erziehung. – vielleicht war es auch die Schule, ich weiß es nicht. Aber was ich ihnen auf jeden Fall mitgeben wollte war, dass sie immer anfangen mitzudenken und dass sie immer zuerst nachdenken und dass sie nicht auf irgendwelche Klischees reinfallen, dass sie nicht auf irgendetwas reinfallen, was irgendjemand behauptet, sondern dass sie alles einmal hinterfragen und genau nachdenken und schauen „Ist es wirklich so“? Und dass man auch zurücktreten muss und das Ganze von außen betrachten muss – auch wenn man selber in der Krise ist. Das ist glaube ich auch etwas, dass total fehlt. Sicher ein Großteil, 90% aller Konflikte entstehen dadurch, dass es die Akteure nie von außen betrachten und nicht einfach zurückgehen und sagen: Ok, jetzt schaue ich mir das einmal in einer anderen Person an. Und das ist glaube ich das wichtigste, weil das ja etwas ist, was der Schauspieler hat, also es ist meine Herangehensweise. Ich muss die Figur verstehen können. Ich muss verstehen können: Warum macht der das? Und wenn das ein Kinderschänder ist, muss ich auch verstehen. Das heißt, ich muss immer Verständnis haben für die anderen. Das ist eine Botschaft, von der ich glaube, dass man sie den Kindern mitgeben sollte und beim Ferdinand ist das auch so. Der Ferdinand versucht auch, Verständnis für die Sachen zu haben und hinterfragt es."

Auch Mirjam ist ganz berührt von der Geschichte rund um den Stier, der nicht kämpfen will.

"Ich kenne das Buch und mir war die Geschichte auf jeden Fall ein Begriff. Ich habe mich sehr gefreut, dass jetzt ein Film dazu kommt. Ich finde auch, gerade in Zeiten wie diesen, ist die Geschichte aktueller denn je. Und dieser Film ist wirklich lustig. Du hast diese ganz hysterischen Super-Charaktere über die man lachen kann und dann hat man aber auch was zum Weinen. Man fühlt mit dem Ferdinand mit. Und ich finde, der Film spricht ganz viel in uns an und er hat eine schöne Botschaft. Du kannst sein, wie du willst."

Das ist auch etwas, was sie ihrer vierjährigen Tochter Maja mitgeben möchte.

"Ja genau solche Sachen sind mir einfach wichtig. Sie wird schreiben lernen, lesen lernen. Alles, das soll sie irgendwie machen. Aber, dass sie versteht, dass alle unterschiedlich sind und dass das das Schöne ist an uns auch. Jetzt gerade in London, da sind so viele unterschiedliche Kulturen in ihrer Kindergartengruppe, Familien von überall her. Und ich finde das so super, dass sie mitbekommt, dass alle unterschiedlich sind und alle irgendwie doch gleich. Und wir hatten neulich eine Diskussion. Da ist sie heimgekommen und hat gesagt: ,Der und der hat gesagt, ich bin klein' und dann sind wir zum Fenster und ich hab gesagt: ,Schau, jetzt schauen wir uns einmal die Menschen an. Der hat blonde Haare, der hat braune Haare, der ist groß, der ist klein. Jetzt schau mal, wie toll das ist, dass alle anders sind.' Und ich weiß nicht, ob sie es verstanden hat, weil sie vier ist und ich vielleicht ein bisschen zu viel verlange, aber ich versuche es ab und an, ihr das mitzugeben. Wenn sie einmal ein guter Mensch ist, der Respekt hat vor anderen und vor sich selbst, dann ist mir alles andere egal."

Und trotz ihrer Tiroler Herkunft war der Wiener Dialekt, mit dem sie dem Pferd Sissi Leben eingehaucht hat, für Mirjam kein Problem. "Ich habe eine Freundin, die Wienerin ist, gebeten, mir den Text einmal vorzulesen, damit ich diesen Singsang noch mal im Ohr hab und das hat viel Spaß gemacht."