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11.07.2017

Garrn spielt ermordete Pistorius-Freundin

Das deutsche Model gibt in Biopic über Oscar Pistorius sein Schauspiel-Debüt.

Die Hamburgerin Toni Garrn (25) hat sich die erste Hollywood-Rolle gekrallt: Das Topmodel wird im Biopic "Edge of the Blade" über den 2016 zu sechs Jahren Gefängnis verurteilten Oscar Pistorius (30) dessen Freundin Reeva Steenkamp verkörpern, die 2013 von dem Paralympics-Star erschossen wurde, weil er sie angeblich für einen Einbrecher hielt.

Garrn gibt ermordete Reeva Steenkamp

In einem Posting auf Instagram bestätigte Garrn ihre Teilnahme an dem neuen Biopic und verriet dabei, was sie an der Rolle reizt.

"Der Mord an dieser vielversprechenden, intelligenen und schönen Seele hat mich 2013 sehr bewegt, als es passiert ist, und ich fühle mich geehrt, Reeva zu spielen", so die Ex-Freundin von Leonardo DiCaprio.

Urteil: Sechs Jahre Haft für Oscar Pistorius

Der südafrikanische Ex-Sprinter Oscar Pistorius ist wegen Mordes zu sechs Jahren Haft verurteilt worden. Richterin Thokozile Masipa verkündete am Mittwoch in Pretoria das Strafmaß gegen den 29-Jährigen, der seine Freundin Reeva Steenkamp im Februar 2013 durch die geschlossene Toilettentür erschossen hatte. Der unterschenkelamputierte Sportler beteuert, er habe sie mit einem Einbrecher verwechselt.

Mit ihrem Urteil blieb die Richterin deutlich unter den von der Staatsanwaltschaft geforderten 15 Jahren Haft. Masipa entschied, dass die "mildernden Umstände schwerer wiegen als die belastenden Faktoren". In erster Instanz war Pistorius im Oktober 2014 wegen fahrlässiger Tötung zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Ein Jahr später wurde er in den Hausarrest entlassen.

Pistorius akzeptiert Urteil

Pistorius will nicht in Berufung gehen. "Wir respektieren die Entscheidung von Masipa (...) und Oscar wird die Strafe absitzen", sagte Anwalt Andrew Facett vor Journalisten. Mit ihrem Urteil blieb die Richterin deutlich unter den von der Staatsanwaltschaft geforderten 15 Jahren Haft. Ob die Staatsanwaltschaft ein letztes Mal in Berufung geht, war zunächst nicht bekannt.

Masipa war zunächst auf das Gutachten zum Gesundheitszustand des beidseitig unterschenkelamputierten Läufers eingegangen. Auch die teils tragische Lebensgeschichte war ein Thema. Pistorius habe in seinem Leben unter großer Verlustangst gelitten, und auch Gewalt erlebt.

Seit der Scheidung seiner Eltern habe er sehr an seiner Mutter gehangen. Sie habe ihrem Sohn vorgelebt, wie sie ihre Ängste durch Waffenbesitz kompensierte. Es habe einige Zwischenfälle mit Gewalt und Waffengebrauch in dem Haushalt gegeben. Pistorius selbst habe einen Waffenschein und gelte als temperamentvoll.

"Gebrochener Mann"

Seit dem Vorfall sei er ein "gebrochener Mann" und leide unter psychischen Problemen. Binnen der vergangenen zwei Jahre habe sich das jedoch durch Aggressions-Workshops und Therapien gebessert. Sein Leben werde jedoch "nie wieder das Alte sein".
Pistorius hatte seine Lebensgefährtin 2013 durch die geschlossene Badezimmertür seines Hauses erschossen. Nach seinen Worten war es ein Versehen, weil er hinter der Tür einen Einbrecher vermutet habe. Doch die Staatsanwaltschaft unterstellte ihm Absicht.

Die Verkündung des Strafmaßes muss noch nicht das Ende des Justizdramas um den einst gefeierten Olympia-Teilnehmer sein, dem im Alter von elf Monaten beide Unterschenkel amputiert wurden und der trotzdem bei den Olympischen Spielen in London 2012 als erster Behindertensportler gegen andere Spitzensportler antrat.