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Tiefer Fall von „Blaue Lagune“-Star Atkins - und Kultrolle, die er wegen Alkohol verlor

Christopher Atkins setzte sich als Teenager beim Casting für „Die blaue Lagune“ gegen 4.000 Mitbewerber durch.
Christopher Atkins und Brooke Shields in einer Filmszene in "Die blaue Lagune"

Im Alter von 18 Jahren wurde Christopher Atkins dank „Die blaue Lagune“ neben Brooke Shields zum Teenie-Idol der 80er-Jahre. Träumen lassen hätte er sich dies wohl nicht, als er während der High School als Model, Rettungsschwimmer und Segellehrer jobbte und zum Vorsprechen für den Kultfilm ging. Doch Atkins sollte sich gegen 4.000 Mitbewerber durchsetzen, obwohl er bis dahin kein Interesse und keinerlei Erfahrung im Schauspielbereich hatte. Der Rest ist Kino-Geschichte.

Der Film „Die blaue Lagune“ aus dem Jahr 1980 zeigt die Geschichte zweier gestrandeter Jugendlicher. Atkins übernahm die männliche Hauptrolle an der Seite von Shields, die zum Zeitpunkt der Produktion vierzehn Jahre alt war. Doch während sein weiblicher Co-Star eine fulminante Hollywood-Karriere hinlegte, sollte es Atkins nach „Die blaue Lagune“ in Sachen Erfolg wesentlich schlechter ergehen.

Christopher Atkins: Flops nach „Die blaue Lagune“

Nach dem Erfolg des Filmes wurde Atkins, der für die Rolle des Richard für den Golden Globe Award als Bester Nachwuchsdarsteller und den Young Artist Award nominiert worden war, zum Idol und Popstar der homosexuellen Community. Auch sonst wurde er überall erkannt, wegen seiner freizügigen Auftritte in „Die blaue Lagune“ aber auch geächtet.

Schon sein nächster Film sollte ein großer Flop werden. Für die Hauptrolle im Drama „Ein himmlischer Lümmel“ (1983) erhielt er den Anti-Filmpreis Goldene Himbeere. Im selben Jahr war Atkins mehrere Folgen lang als Sue Ellens Liebhaber Peter Richards in der US-Fernsehserie „Dallas“ zu sehen. Für seine nächste Filmrolle „Die große Herausforderung“ (1989) gab es abermals die Goldene Himbeere. Irgendwann konnte er nur noch Rollen in B-Movies ergattern. 2019 trat er im Film „One Remains“ zum letzten Mal als Schauspieler auf.

So sieht Christopher Atkins heute aus:

„Footloose“-Rolle verloren: „Ich war damals ein Wrack“

Privat und beruflich machten dem ehemaligen Teenie-Star jahrelang Alkoholprobleme zu schaffen. Erst kürzlich enthüllte er, dass ihn sein Alkoholkonsum die Hauptrolle im Kultfilm „Footloose“ von 1984 gekostet hat, die schließlich an Schauspieler Kevin Bacon ging.

Bei einem Auftritt auf der Fanboy Expo Knoxville in Tennessee blickte der heute 65-Jährige auf seine Karriere zurück. Dabei erzählte er, dass die Filmemacher von „Footloose“ ihn vor ihrer endgültigen Besetzungsentscheidung noch einmal treffen wollen - doch er habe das Treffen vermasselt. „Ich war damals ein Wrack“, sagte er laut People. „Ich habe viel zu viel gefeiert, und dann haben sie mich eingeladen.“

„Ich sagte: ‚Ich kann das jetzt nicht machen. Ich habe getrunken (...)‘“, erinnerte sich Atkins. „Aber es hieß: ‚Nein, sie wollen dich sehen.‘ Also ging ich rein und habe das Vorsprechen total verhauen… Ich meine, es war ja nicht mal ein richtiges Vorsprechen - ich hatte die Rolle, aber ich war so fertig, dass sie sagten: ‚Ja, den müssen wir leider ablehnen.‘“

Inzwischen trinkt er nicht mehr. „Ich bin seit fast 40 Jahren trocken“, so Atkins stolz. Den Alkoholismus hat er durch einen Entzug und die Anonymen Alkoholiker überwunden.

Auch an seinen Durchbruch mit „Die blaue Lagune“ erinnerte sich der ehemalige Teenie-Schwarm bei der Veranstaltung.

Erinnerungen an „Die blaue Lagune“

„Ich wollte nie Schauspieler werden. Ich wollte nur Baseball spielen. Das war mein Traum“, erzählte Atkins. Zu dem Zeitpunkt, als er die Rolle annahm, habe er nicht einmal gewusst, wie eine Kamera aussieht.

„Ich wusste einfach gar nichts. Und dann musste ich in ein Flugzeug steigen und bis nach Fidschi fliegen“, erinnerte er sich an den Start der Dreharbeiten. 

Nach dem Kinostart des Films wurde sein Leben auf den Kopf gestellt. „Wir waren jung und standen deshalb ständig im Rampenlicht“, erzählte Atkins über den plötzlichen Ruhm. „Die Zeitschriften brauchten uns, um ihre Auflagen zu verkaufen, und wir waren zu der Zeit total angesagt. Das konnte schon mal überwältigend sein. Manchmal gab man Interviews, und da standen die Leute Schlange, und man musste jedem dasselbe sagen, weil alle dieselbe Frage hatten.“

„Aber es verändert dein Leben, denn du bist nichts und dann prangst du plötzlich auf jeder einzelnen Supermarktzeitschrift“, so Atkins, der 2025 gegenüber Fox News Digital erzählte, er habe vor „Die blaue Lagune“ nicht viel über Shields gewusst.

„Ich lebte auf einem Boot vor der Insel, wo wir drehten. Sie war noch nicht da“, sagte er damals. „Sie sollte etwa eine Woche später eintreffen. Der Regisseur hatte ihr Foto über meinem Bett aufgehängt, damit ich mich schon vor Drehbeginn in sie verlieben konnte. So lernte ich Brooke Shields kennen.“

Der Film sorgte für Kontroversen, da er die beiden jungen Charaktere in einer sexuellen Beziehung darstellte. Das Filmteam beteuerte stets, dass für die Nacktszenen Körperdoubles eingesetzt wurden und ihre Haare an ihren Körper geklebt waren, um ihre Brust zu verbergen. „Die Crew bestand ausschließlich aus Australiern“, sagte Atkins. „Früher war an allen australischen Stränden FKK üblich. Für die Australier war das ganz natürlich und befreiend. Und da wir auf einer einsamen Insel waren, gab es keine Touristen, nichts. Wir waren ganz allein hier. Und diese beiden jungen Leute, in dieser unberührten Natur, trugen natürlich keine Kleidung. Es war ihnen nicht bewusst, dass sie sich bedecken mussten.“

„Mit der Zeit wurde es immer selbstverständlicher, keine Kleidung zu tragen“, erinnerte sich Atkins an die Dreharbeiten. „Das Team hat es uns sehr leicht gemacht. Auch Regisseur Randall [Kleiser] hat es uns sehr leicht gemacht. Die Szenen waren zwar wichtig für den Film, aber nicht pompös. Sie waren nicht nur für die Vorführung gedacht. Ihm war es wichtig, dass alles so natürlich und authentisch wie möglich wirkt. Das habe ich verstanden.“

Trotzdem sei seine Mutter bei der Premiere von „Die blaue Lagune“ „vor Scham im Boden versunken“, als seine Nacktszene auf der Leinwand erschien, wie er bei einer anderen Gelegenheit erzählte.  

Sport-Unternehmen und Scheidung

Atkins' Vermögen wird heute auf rund zwei Millionen US-Dollar geschätzt. Neben der Schauspielerei gründete er das Sportartikel-Unternehmen Rocky River Outdoor Products. Zudem hat er einen neuen Fischköder erfunden.

Mitte der 80er heiratete Christopher Atkins. Aus der Ehe, die 2007 geschieden wurde, gingen zwei Kinder hervor. „Ich habe 1985 das australische Model Lyn Barron geheiratet. Wir haben zwei Kinder, Grant und Brittney. Wir sind mittlerweile geschieden, aber nach wie vor eine eng verbundene Familie“, sagte er 2025 gegenüber Woman’s Day.

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