Stars
16.04.2018

Tabuthema HIV-Diagnose: Nicht nur Conchita wurde erpresst

Sängerin Conchita macht ihre HIV-Infektion öffentlich, nachdem ihr vom Ex gedroht wurde.

Ein Ex-Freund ließ sie die Flucht nach vorne antreten: ESC-Gewinnerin Conchita hat auf Instagram öffentlich erklärt, sich schon lange mit dem HI-Virus angesteckt zu haben. Ihre Diagnose machte sie öffentlich, nachdem ihr ein Ex-Freund damit gedroht hatte, ihr Geheimnis öffentlich zu machen. (mehr dazu)

 

Die Rollen der Frau Wurst

1/14

In der ersten Staffel der Neuauflage der ORF-Talenteshow "Die große Chance" tauchte 2011 zum ersten Mal eine wortgewandte Frau mit Bart auf, die auch noch singen konnte.

Im Finale landete die Drag-Queen zwar nur auf den hinteren Plätzen - die Bekanntheit von Conchita Wurst sollte aber nachhaltiger sein als die von Gewinnerin Christine Hödl.

Hinter der bärtigen Lady steckt der in der Steiermark aufgewachsene Sänger Tom Neuwirth. 2006 wurde er durch "Starmania" erstmals im Fernsehen bekannt.

In der ORF-Castingshow landete Neuwirth auf dem zweiten Platz hinter Nadine Beiler.

Hatte der in Gmunden (OÖ) geborene Travestiekünstler damals noch eine durch und durch österreichische Biografie, liest man jetzt auf seiner Homepage von seiner Kindheit in Kolumbien.

In der ORF-Show "Die härtesten Jobs Österreichs" hatte Conchita einen eintägigen Auftritt. Allerdings nicht in der Wurst- , sondern in der Fischproduktion.

"Hast du Nerven?" lief zwar nur wenige Wochen im ORF, aber auch hier war Wurst zu Gast.

Conchita fühlt sich sowohl am roten Teppich ...

...und bei Fotoshootings wohl.  

Auch nach Deutschland streckte Wurst ihre Fühler aus. In der Realityshow "Wild Girls" war sie für RTL mit anderen C-Promis in Afrika unterwegs und belegte den siebenten Platz.

Dem KURIER erzählte sie: "Ich werde oft gefragt: 'Willst du jetzt mehr in Deutschland machen?' und ich sag dann immer: 'Nicht in Deutschland, ich will die Welt erobern.'"

Den Titel "Schweinebauchprinzessin 1999" listet Conchita auf ihrer Homepage als einen ihrer größten Erfolge auf.

Internationale Bekanntheit erlangte die bärtige Sängerin, allerdings 2014 mit ihrem Sieg in Kopenhagen,...

...wo sie den Song "Rise Like a Phoenix" vor einem Millionenpublikum performte.

Charlie Sheen zahlte 10 Milionen Dollar

Nicht nur Conchita sah ihre Infektion lange als Tabuthema an. Auch Charlie Sheen lebte jahrelang mit der geheimgehaltenen Diagnose. Schließlich machte er 2016 reinen Tisch, nachdem der Serien-Star nach eigenen Angaben 10 Millionen Dollar an Schweigegeld bezahlt hatte.

Eine seiner Geliebten hatte Medikamente bei ihm im Bad entdeckt, mit denen der HI-Virus in Schach gehalten wird. Sie machte Bilder von den Tabletten und begann den Schauspieler zu erpressen.

© Bild: www.photopress.at

"Ich denke, ich habe mich heute von diesem Gefängnis befreit", so Sheen nach dem Interview. Ganz genauso fühlt sich nun auch Sängerin Conchita, die auf Instagram schreibt: "Heute ist der Tag gekommen, mich für den Rest meines Lebens von einem Damoklesschwert zu befreien: Ich bin seit vielen Jahren HIV-positiv." Nur ihrer Familie hätte sie "die Aufmerksamkeit für den HIV-Status ihres Sohnes, Enkels und Bruders gerne erspart".

Keszler: "War einer der ersten, der sich mit Aids infiziert hat"

In Österreich machte 2015 Life-Ball Organisator Gery Keszler auf der Bühne des Balles publik, dass er HIV-positiv ist. "Ich war einer der ersten in Österreich, der sich infiziert hat", sagte Keszler bei der Eröffnung am Rathausplatz.

Gemeinsam mit seinem Freund Torgom Petrosian gründete Gery Keszler 1992 den Verein Aids Life. © Bild: APA/HELMUT FOHRINGER

Andere Stars, die sich angesteckt haben

Auch Promis wie Basketballstar Earvin "Magic" Johnson machten ihre Infektion öffentlich. Johnson erklärte 1991, HIV-positiv zu sein, Schauspieler Danny Pintauro outete sich erst vor Kurzem in der Oprah Winfrey Show, " No Angels"-Sängerin  Nadja Benaissa wollte ihre Erkrankung eigentlich geheim halten, wurde aber über Medien geoutet und "Frankie Goes To Hollywood"-Sänger Holly Johnson machte seine Infektion selbst publik.

Basketball-Legende Earvin "Magic" Johnson © Bild: Reuters/MARIO ANZUONI