Damit Andrew auch seine letzte Ehrung verliert, wird aktuell an einem neuen Gesetz gearbeitet
Andrew Mountbatten-Windsor
Seine Würde hat Ex-Prinz Andrew Mountbatten-Windsor schon lange verloren, genauso wie all seine Titel und royalen Privilegien. Nun könnte es sein, dass dem 66-Jährigen auch noch seine allerletzte Ehrung abhanden kommt: Denn die City of London Corporation setzt derzeit alles daran, ihm die Ehrenbürgerschaft „Freedom of the City of London“ zu streichen. Das berichtet unter anderem The Standard.
Obwohl die Organisation ursprünglich erklärte, dass eine Aberkennung des Titels rechtlich nicht möglich sei, wird, so die britische Zeitung, nun sogar ein neues Verfahren entwickelt, um diese Entscheidung umzusetzen.
Wachsender Druck, Andrews Status zu überdenken
Wie ein Sprecher der City of London Corporation laut The Standard bestätigte, arbeiten die juristischen Verantwortlichen des Gremiums an einem Gesetzentwurf, der es ermöglichen soll, den Titel direkt zu entziehen – ohne dass die Zustimmung des Parlaments erforderlich wäre. „Wir entwickeln einen Prozess, der die Entfernung [des Freedom-Titels] dort ermöglicht, wo es angebracht ist, da wir festgestellt haben, dass es derzeit keinen wirksamen rechtlichen Mechanismus dafür gibt“, wird der Sprecher von The Standard zitiert.
Der neue Gesetzentwurf könnte im Oktober zur Abstimmung gestellt werden. Sollte dieser von den gewählten Mitgliedern der Corporation genehmigt werden, könnte anschließend entschieden werden, ob Andrew die Ehrenbürgerschaft aberkannt wird.
Hintergrund dieser Entwicklung ist eine Entscheidung der Corporation im Mai, die Beamte dazu aufforderte, mögliche Wege zur Aberkennung der „Freedom“ zu prüfen. Diese Entscheidung folgte auf wachsenden Druck, den Status des Ex-Prinzen zu überdenken. Die Corporation betonte in ihrer öffentlichen Rüge eine „tiefe Enttäuschung“ darüber, dass Andrew seine Ehrenbürgerschaft nicht freiwillig zurückgegeben hatte.
„Defekt und überholt“
Die bisherigen rechtlichen Rahmenbedingungen der City of London Corporation erlaubten keine Aberkennung des Titels, wie die Organisation zuvor bestätigte. „Wir haben sorgfältig geprüft, ob es möglich ist, eine durch Patrimonierecht verliehene Freedom zu entziehen, und verstehen, dass wir dies nicht tun können“, hieß es damals laut The Standard. Die „Freedom of the City of London“ ist genau genommen ein Eigentumsrecht, welches durch nationales Recht und die Europäische Menschenrechtskonvention geschützt ist.
Nun deutet jedoch ein neuer juristischer Entwurf darauf hin, dass die bestehenden Mechanismen „defekt und überholt“ seien, wie der politische Leiter der Corporation, Deputy Chris Hayward, erklärte. Dieser betonte außerdem: „Es ist Aufgabe des Courts, wenn gewünscht, ein Gesetz des Common Council zu verabschieden und sich selbst die Befugnis zur Aberkennung zu verleihen“, sagte Hayward.
Andrew tat nichts für die Ehrenbürgerschaft
Die Ehrenbürgerschaft hat eine überaus lange Tradition, die bis ins Jahr 1237 zurückreicht. Ursprünglich war sie mit praktischen Rechten verbunden, wie etwa der Erlaubnis, in der City ein Gewerbe auszuüben. Gegenwärtig bekommen auch Personen die „Freedom“ für herausragende Leistungen oder wenn sie speziell in London besondere Verdienste erwarben.
Andrew Mountbatten-Windsor erhielt die Auszeichnung „Freedom of the City“ im Jahr 2012 nur deshalb, da sein Vater, Prinz Philip, ebenfalls Träger dieser Auszeichnung war.
Kommentare