Charlène von Monaco: Wenn die Schwimmkarriere Opfer fordert

Die heutige Fürstin von Monaco war viele Jahre lang erfolgreiche Promi-Schwimmerin. Für ihre Karriere musste die Familie viele Opfer bringen, erzählt sie.
Charlene von Monaco mit blonden Haaren trägt einen weißen Hut mit Schleier und einen Diamantohrring.

Bevor Charlène von Monaco als Ehefrau von Fürst Albert II. ins Rampenlicht trat, verfolgte sie eine Karriere als erfolgreiche Profischwimmerin. Ihre sportliche Laufbahn brachte aber nicht nur persönliche Erfolge, sondern auch große Herausforderungen und Entbehrungen für ihre Familie mit sich.

In einem Interview mit der französischen Sportzeitung L'Équipe sprach die 48-Jährige offen über die harte Zeit ihrer Karriere und die "enormen Opfer", die sie dafür bringen musste.

Tägliches Training bis zum Umfallen

Fürstin Charlène, die als Charlène Wittstock in Südafrika aufwuchs, begann ihre Schwimmkarriere früh. Schon als Kind hätte sie entdeckt, dass ihre "wahre Leidenschaft dem Wasser" galt, erinnert sie sich im Interview. Auch Gymnastik und Reiten habe sie versucht, doch das sei nichts für sie gewesen.

Ihre Wasser-Leidenschaft forderte ihren Preis: Bereits als Kind trainierte sie täglich vier Stunden – zwei Stunden vor der Schule und weitere zwei Stunden nachmittags. Zusätzlich standen Krafttrainingseinheiten auf dem Plan. Der Tag begann bereits um vier Uhr morgens, da war die junge Charlène bereits im Wasser. Ihre Freizeit wurde immer knapper, das Mittagessen musste sie oft im Auto einnehmen, da ihre Eltern sie nach der Schule sofort ins Schwimmbad fuhren. 

Dieses war obendrein 45 Minuten von ihrem Zuhause entfernt, weshalb bald ein strikt geplanter Zeitplan für die Familie erforderlich war. Nach einem langen und anstrengenden Tag kehrte sie abends erst gegen 19 Uhr nach Hause zurück, wo auch noch die Hausaufgaben auf sie warteten. "Und am nächsten Tag ging alles wieder von vorne los", so Charlène rückblickend.

Vater warnte: "Enorme Opfer für die ganze Familie"

"Mein Vater hat mich gewarnt, dass eine solche Karriere 'enorme Opfer für die ganze Familie' bedeuten würde", gibt die heutige Fürstin zu. Er sollte Recht behalten. Das gesamte Leben der Familie war bald vollständig auf Charlènes Schwimmerinnen-Karriere ausgerichtet. Aber Aufgeben war für sie trotz der enormen Belastung keine Option: "Ich habe mir sehr viel Druck gemacht. Ein 'Ich will nicht trainieren gehen' kam nicht infrage."

Doch der Erfolg stellte sich nach einigen Jahren tatsächlich ein: Charlène gehörte bald zu den besten Sportlerinnen Südafrikas, wurde Mitglied der südafrikanischen Nationalmannschaft und durfte 2000 bei den Olympischen Spielen in Sydney antreten – ein Moment, der sie tief bewegte. "Als ich meinen Namen über die Lautsprecher im Schwimmbecken hörte … Mein Gott, mein Traum wurde wahr. Es war wie ein Sieg", schilderte sie im Interview den Höhepunkt ihrer Karriere. 

Herber sportlicher Rückschlag

Doch die Freude währte nicht ewig. Als sie sich 2004 nicht für die Olympischen Spiele in Athen qualifizieren konnte, war ihre Karriere abrupt vorbei. "Von einem Tag auf den anderen war Schluss." Eine große Enttäuschung für die ehrgeizige Charlène. "Ich hatte die Qualifikationskriterien erfüllt, aber aus politischen Gründen änderte der Verband diese", sagte sie gegenüber L'Équipe. Offen gibt sie zu: "Vier Jahre Arbeit waren dahin, obwohl dies der Höhepunkt meiner Karriere hätte sein sollen." Der seelische Schmerz war so groß, dass sie zunächst den Schwimmsport komplett hinter sich ließ: "Von einem Tag auf den anderen habe ich alles hingeschmissen."

Auch Sponsoren zogen sich zurück. "Wir Schwimmerinnen haben den Kopf unter Wasser und die Augen hinter einer Schwimmbrille. Welchen Marketingwert haben wir da schon?", erklärt Charlène kritisch. "Es sei denn, wir sehen einigermaßen gut aus und können für eine Marke im Badeanzug posieren oder Vitamine bewerben." Gänzlich überwunden hat sie den Rückschlag aus dem Jahr 2004 immer noch nicht: "Die Sonne scheint immer noch, aber die Narbe ist da."

Trotz der olympischen Enttäuschung kehrte Charlène für kurze Zeit in den Schwimmsport zurück und eroberte 2007 bei den südafrikanischen Meisterschaften über 50 Meter Rücken ihren Meistertitel zurück. Aufgrund starker Schulterprobleme musste sie ihre Karriere im selben Jahr endgültig beenden.

Nach ihrem Karriereende fand Charlène eine neue Bestimmung. 2011 heiratete sie Fürst Albert von Monaco und wurde zur Fürstin. Das Paar hat zwei gemeinsame Kinder, die Zwillinge Jacques und Gabriella, die 2014 geboren wurden.

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