Adelsexpertin: Ostern wird "Aufschluss" über Beatrice und Eugenie geben
Beatrice (rechts) und Eugenie
Im vergangenen Jahr war wegen der Situation ihres Vater viel über die Teilnahme von Prinzessin Beatrice und Prinzessin Eugenie am royalen Weihnachtsfest in Sandringham spekuliert worden. Dass beide zum Gottesdienst kommen, war einigen britischen Medien eine Eilmeldung wert. Anders als ihr Vater Andrew Mountbatten Windsor haben die beiden Frauen allerdings auch nicht ihre Titel verloren.
Britische Medien berichten allerdings, die Schwestern seien heuer von dem prestigeträchtigen Pferderennen Royal Ascot ausgeladen worden. Sie dürfen demnach weder an der Kutschprozession dabei sein, noch auf der royalen Ehrentribüne Platz nehmen. Vor allem Beatrice sollen die Neuigkeiten schwer getroffen haben, berichtete die Mail on Sunday unter Berufung auf ungenannte Insider-Quellen. Nicht nur Ex-Prinz Andrew, sondern auch die schon lange von ihm geschiedene Mutter der beiden Prinzessinnen, Sarah Ferguson, besser bekannt als "Fergie", pflegte eine Freundschaft zu Epstein.
Aufschlussreiche Ostermesse?
Die britische Königshaus-Expertin Jennie Bond glaubt, dass Royal-Beobachter zu Ostern neue Einblicke erhalten könnten. Im Gespräch mit der Zeitung Mirror sagt sie über eine potenzielle Teilnahme der Schwester am traditionellen Gottesdienst in Windsor: "Bislang gibt es noch keine Anzeichen dafür, dass William und Kate sowie die anderen Mitglieder des Königshauses sich tatsächlich von Beatrice und Eugenie distanzieren – Ostern wird Aufschluss geben. Aber ich habe keinen Zweifel daran, dass William äußerst sensibel auf die öffentliche Meinung reagiert und alles Notwendige tun wird, um zuzuhören und den Ruf der Monarchie zu schützen."
Beatrice und Eugenie werden wohl nie royale Aufgaben übernehmen
Das Boulevardblatt Daily Express hatte zuletzt gar berichtet, Thronfolger Prinz William habe die "brutale Forderung" gestellt, die Mitglieder der engeren Königsfamilie dürften sich bis Ende des Jahres nicht an der Seite der Schwestern fotografieren lassen.
Der Verfassungsexperte und Royal-Kenner Craig Prescott von der Londoner Universität Royal Holloway hält es für plausibel, dass die Royals bewusst auf Abstand zu den Schwestern gehen wegen der Verbindungen ihrer Eltern zu Epstein.
"Er dürfte sehr besorgt um die Monarchie sein, und Fotos mit Beatrice und Eugenie könnten mehr Fragen aufwerfen, als dem Königshaus derzeit lieb ist", sagt der Experte der Deutschen Presse-Agentur (dpa) über William. Er gibt jedoch zu bedenken, dass die beiden Prinzessinnen noch nie Teil des als "arbeitende Royals" bezeichneten engen Kreises waren. Schon seit mehreren Jahren sind sie etwa bei der als "Trooping the Colour" bekannten Geburtstagsparade für den Monarchen nicht mehr dabei. König Charles III. will die Königsfamilie verschlanken, das ist schon lange bekannt. Frühere Spekulationen, die Töchter Andrews könnten eines Tages royale Aufgaben übernehmen, "scheinen als Möglichkeit ausgeschieden", sagt Prescott mit britischem Understatement.
Die inzwischen verstorbene US-Amerikanerin Virginia Giuffre hatte Andrew vorgeworfen, sie mehrfach sexuell missbraucht zu haben, unter anderem als Minderjährige im Jahr 2001 in London. Sie sei damals im Schlepptau von US-Multimillionär Jeffrey Epstein nach Großbritannien gebracht und zum Sex mit Andrew gezwungen worden, so der Vorwurf. Ein mittlerweile berüchtigtes Foto zeigt die beiden angeblich im Londoner Haus von Epstein-Gehilfin Ghislaine Maxwell, wo der Missbrauch stattgefunden haben soll.
Andrew stritt die Vorwürfe stets ab. Eine Zivilklage Giuffres in den USA endete jedoch in einem angeblich millionenschweren Vergleich. Wegen seiner mutmaßlichen Verwicklung in den Epstein-Skandal musste Andrew seine königlichen Ämter und Privilegien abgeben, behielt jedoch rein rechtlich seinen Platz in der Thronfolge.
Andrew verlor im Laufe der Zeit durch die Vorwürfe sowohl seine Rolle als offizieller Vertreter des Königshauses als auch alle Ehren, militärische Ränge und Titel. Zuletzt wurden ihm von König Charles auch der durch Geburt erworbene Titel Prinz aberkannt. Zudem muss er aus dem luxuriösen Anwesen Royal Lodge auf dem Gelände von Schloss Windsor ausziehen.
Im Februar war Andrew im Zusammenhang mit dem Epstein-Skandal zwischenzeitlich festgenommen worden. Er wird beschuldigt, während seiner Zeit als britischer Handelsgesandter zwischen 2001 und 2011 vertrauliche Dokumente an Epstein weitergegeben zu haben.
Der ebenfalls verstorbene Epstein, mit dem Andrew lange Jahre eine enge Freundschaft pflegte, hatte über Jahre einen Missbrauchsring betrieben, dem Dutzende Mädchen und junge Frauen zum Opfer fielen. Epstein galt als hervorragend vernetzt und verkehrte in höchsten Kreisen.
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