Wenn Royals auf Reisen gehen ... gibt es diese 10 strengen Regeln

Von der Kleiderordnung über die Reisebegleitung bis hin zum Gepäck – königliche Reisen sind streng reglementiert.
Kate und William lächeln aus dem Fenster einer Kutsche.

Wenn Mitglieder der britischen Königsfamilie ein anderes Land bereisen – oder sei es bloß eine andere Stadt in Großbritannien – wird dieser Ausflug meist zu einem Spektakel. Es werden zahlreiche Hände geschüttelt, emotionale Reden gehalten, Fotos geschossen, Interviews gegeben, die Nähe zum Volk bestärkt und gemeinsam mit Politikern, Adeligen oder Geschäftsfrauen hinter verschlossenen Türen die Weichen für die Zukunft gestellt.

Zeit für sich selbst haben die Royals bei solchen Reisen aber so gut wie nicht, denn es handelt sich hier um keinen entspannten Urlaub, bei dem man die Seele baumeln lassen kann, sondern um streng durchgeplante Geschäftsreisen. Bei jedem ihrer Schritte repräsentieren Charles, Camilla, William, Kate und Co. immerhin nicht nur das britische Königshaus, sondern die gesamte britische Nation. Fehltritte sind hier absolut tabu.

Verständlich also, dass die Royals bei diesen Reisen einem strengen Protokoll folgen müssen. Dieses enthält mehrere Regeln, die von ihnen eingehalten werden müssen, berichtet die britische Zeitschrift Hello!. Ein Überblick. 

Die Kultur erlernen: Sprache und Kleidung

Während ihrer Auslandsbesuche sind die Mitglieder der königlichen Familie verpflichtet, sich intensiv mit der Kultur des Gastgeberlandes auseinanderzusetzen. Dies umfasst nicht nur das Erlernen einiger Wörter oder Sätze in der Landessprache, um Würdenträger angemessen zu begrüßen, sondern auch die Auswahl von Kleidung und Accessoires, die eine besondere kulturelle Bedeutung für die Einheimischen haben.

Reisen mit der nationalen Fluggesellschaft – aber nicht immer

Obwohl es üblich ist, dass die Royals bei offiziellen Reisen die britische nationale Fluggesellschaft nutzen, gibt es Ausnahmen. Beispielsweise flogen Prinz William und Kate bei ihrem Besuch in Pakistan mit einem Jet der Royal Air Force – und zwar aus Sicherheitsgründen. Für private Reisen, etwa Urlaube, steht es den Royals jedoch frei, kommerzielle Fluggesellschaften ihrer Wahl zu nutzen.

Umziehen, bevor man aus dem Flugzeug steigt

Ein weiteres Detail, das die Royals stets beachten, ist ihr makelloses Erscheinungsbild nach einer Flugreise. Dies ist möglich, da sie ihre Reisebekleidung erst kurz vor der Landung wechseln, um Falten oder Flecken zu vermeiden. Die königliche Expertin Marcia Moody erklärt in Town & Country laut Hello!: "Letzte Briefings werden im Flugzeug gegeben, und die Royals ziehen ihre Reisekleidung erst in letzter Minute aus."

Ein Arzt ist immer mit dabei

Eine der ungewöhnlichsten Vorschriften betrifft die medizinische Sicherheit des Monarchen. Während der Reisen werden die Royals stets von einem Arzt begleitet, der bei Bedarf sofort zur Stelle ist. Dieser muss zudem Blutkonserven mit der gleichen Blutgruppe des Monarchen mitführen. Diese Maßnahme soll sicherstellen, dass im Fall einer medizinischen Notlage eine direkte Versorgung möglich ist, insbesondere in Ländern, in denen Blutspenden möglicherweise knapp sind. 

Ein professionelles Team begleitet die Royals

Wie bei anderen Prominenten auch ist es bei Reisen der Royals üblich, dass diese von einem gesamten Team von Profis begleitet werden, beispielsweise Stylisten sowie Assistenten, die sich unter anderem um den Reiseplan kümmern. Der Job des Teams ist es, die Reise so reibungslos wie möglich zu gestalten und die Royals nur von ihrer besten Seite zu zeigen.

Immer schwarze Kleidung dabei haben

Eine der ältesten und wohl symbolträchtigsten Regeln der Monarchie betrifft die Kleidung in Zeiten der Trauer. Die Royals müssen im Falle eines Trauerfalls immer schwarze Kleidung bei Reisen dabeihaben.

Diese Vorschrift wurde eingeführt, nachdem sich Königin Elizabeth II. 1952 gemeinsam mit ihrem Ehemann Prinz Philip auf Reisen befand, als die Nachricht vom Tod ihres Vaters, König Georg VI., bekannt wurde. Da sie kein schwarzes Kleidungsstück im Gepäck hatte, konnte sie bei ihrer Rückkehr nach England das Flugzeug erst verlassen, nachdem ein entsprechendes Outfit an Bord gebracht worden war. Denn nach dem Tod eines Familienmitglieds dürfen sich die Royals nur in Schwarz sehen lassen.

Gemeinsam Reisen verboten

Es geht ähnlich morbid weiter: Eine der traditionsreichsten aber auch umstrittensten Regeln besagt, dass Familienmitglieder der Königsfamilie nicht gemeinsam reisen sollten. Der Grund liegt in der Sicherheit: Im Fall eines Flugzeugabsturzes könnten mehrere Mitglieder der Königsfamilie gleichzeitig ums Leben kommen. Vor allem muss der Thronfolger oder die Thronfolgerin aus diesem Grund ohne seinen oder ihren Nachfolger reisen, um im Falle des Falles einen reibungslosen Weiterbestand der Monarchie gewährleisten zu können. 

Trotz dieser Regel reisen die Royals zunehmend gemeinsam, besonders wenn Kinder involviert sind. So begleiteten Prinz George und Prinzessin Charlotte ihre Eltern bereits auf mehreren Reisen, und Prinz Harry und Meghan nahmen ihren Sohn Archie 2018 mit nach Kenia. Es kommt aber auch öfters vor, dass die Kinder der Royals bei Reisen gar nicht dabei sind und zuhause bleiben.

Ein Pass ist nicht erforderlich

Ein praktisches Privileg, das ausschließlich dem regierenden Monarchen vorbehalten ist, betrifft die Passkontrolle. Da alle britischen Pässe im Namen des "Seiner Majestät" ausgestellt werden, benötigt König Charles keinen Reisepass und kann die Passkontrolle überspringen. Für alle anderen Mitglieder der Königsfamilie, einschließlich Queen Camilla, Prinz William und Kate, gelten jedoch die regulären Vorschriften der Einwanderungsbehörden.

Begrenzte Reisedauer

Früher war es durchaus üblich, dass Royals monatelang um die Welt reisten. Heute ist die Reisedauer auf maximal 14 Tage beschränkt. Dies mag im ersten Moment zwar fair klingen, doch bedeutet diese Regel auch, wie Hello! hervorhebt, dass innerhalb dieser Zeit sehr viele Termine erledigt werden müssen. Kurz: Royale Reisen sind keine Urlaube, sondern oftmals stressige Arbeit.

Kleidung mit flexibler Funktionalität, aber trotzdem in Maßen

Nicht unüblich, trotzdem strenge Vorschrift: Die royale Garderobe, die eingepackt wird, muss sowohl für formelle als auch für informelle Anlässe geeignet sein. Aufgrund des erwähnten vollen Terminkalenders müssen die Royals sicherstellen, dass ihre Kleidung flexibel einsetzbar ist. Oft haben sie auch zusätzliche Outfits im Gepäck, falls sich das Wetter plötzlich ändert oder ein unvorhergesehener Anlass ein anderes Erscheinungsbild erfordert.

Das bedeutet jedoch nicht, dass Royals mit Unmengen an Koffern reisen dürfen – im Gegenteil: Es gibt Einschränkungen, was das Gepäck betrifft. Jedes Mitglied der königlichen Familie muss sicherstellen, dass effizient gepackt ist und die Logistik nicht übermäßig belastet. Für jede Reise wird deshalb im Vorfeld ein detaillierter Plan erstellt, der die benötigten Gegenstände und Outfits festlegt. 

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