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04/13/2021

Queen Elizabeth und Prinz Philip: Die Geschichte ihrer Liebe

Auch wenn Prinz Philip wegen seines mitunter eher schroffen Auftretens nicht überall beliebt war, hat er mit seiner rückhaltlosen Unterstützung für Königin Elizabeth II. Geschichte geschrieben.

Es soll Liebe auf den ersten Blick gewesen sein: An einem Samstag im Jahr 1939 sahen sich Elizabeth, damals mit zarten 13 Jahren schon Thronfolgerin, und der große Blonde aus dem verarmten griechischen Königshaus zum ersten Mal. Vier Jahre später feierte Philip - inzwischen in vielen Kriegseinsätzen bewährt - schon Weihnachten auf Schloss Windsor. Was für ein Aufstieg eines jungen Mannes, der auf einem Küchentisch in Korfu geboren wurde und auf einem Flüchtlingsschiff im Alter von 18 Monaten nach Großbritannien gekommen war.

Die erste Ehekrise ließ jedoch nicht lange auf sich warten. Elizabeth verfügte, ihre Kinder würden nicht Philips aus dem deutschen Battenberg zu Mountbatten anglisierten Familiennamen tragen, sondern den der Windsors. "Ich bin der einzige Mann, der seinen Namen nicht an die eigenen Kinder weitergeben darf", schimpfte der Prinz. Dennoch war die Freude groß, als Böllerschüsse am 14.  November 1948 die Geburt von Prinz Charles verkündeten. Kurz vorher hatte Philip einmal mehr seinem Hang zum Fettnäpfchen nachgegeben und bei Dinnerpartys erzählt, seine Frau lasse ihn "kaum noch aus dem Bett".

Damals wagten es Londoner Boulevardblätter nicht, über das royale Sexleben zu spekulieren. Viel später erst machten Gerüchte die Runde, die Ehe habe nach der Geburt von Prinzessin Anne 1950 zu kriseln begonnen. Philip und der Queen wurden Seitensprünge nachgesagt. Klatschblätter schürten sogar Zweifel, dass Philip der Vater der 1960 sowie 1964 geborenen Prinzen Andrew und Edward sei.

Seine Ehe hielt Philip trotzdem all die Jahre weitgehend skandalfrei. Allen Versuche der britischen Boulevardpresse, ihm Affären mit Hollywood-Schönheiten anzudichten, konterte der Prinzgemahl im Gespräch mit dem Biografen Gyles Brandreth mit einem Totschlagsargument. "Wie hätte ich das anstellen sollen? Seit 1947 folgt mir Tag und Nacht ein Sicherheitsbeamter."

Für seinen Geschmack viel zu früh hatte Philip einst die Karriere als Marine-Offizier beenden und hauptberuflich Gattin-Begleiter werden müssen, nachdem der Schwiegervater mit 56 Jahren in die Königsgruft gesunken war. Manchmal machte Philip dem Frust Luft: "Wir sind nicht zum Spaß hier", entfuhr es ihm bei einem Staatsbesuch in Kanada.

Dass Witze über eine Redewendung der Queen gerissen wurden, mit der sie die Rolle ihres Gatten betonte, machte es nicht leichter. "Mein Ehemann und ich..." - in fast jeder ihrer Ansprachen kam die Formulierung vor. Bis Berater ihr steckten, das Volk mache sich darüber lustig.

Elizabeth war eine junge Prinzessin, als sie sich in den schneidigen Marineoffizier Philip Mountbatten, Prinz von Griechenland und Dänemark, verliebte. Ihre Hochzeit am 20. November 1947 begeisterte ein Europa, das nach dem Krieg noch Hunger litt.

Der Kompromiss als Erfolgsgeheimis einer royalen Ehe

Um die Jahre nach den schwärmerischen Anfängen zu überstehen, gab es nach Angaben von Prinz Andrew, Elizabeths zweitem Sohn, ein Rezept: "Es geht mit Partnerschaft, Disziplin und einer Verpflichtung dem anderen gegenüber", sagte der 61-Jährige einst in einem Fernsehinterview. "Dieses Unternehmen hatte als einziges Ziel, ein Leben lang zusammenzubleiben", staunte der Prinz, der selbst von seiner Frau Sarah Ferguson geschieden ist und mittlerweile aufgrund seiner Verbindung zum verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein von seinen offiziellen Aufgaben zurückgetreten ist. "Es ist eine Partnerschaft von zwei Menschen, die erkennen, dass die Ehe eine Partnerschaft zwischen zwei Menschen ist - beide Seiten müssen Kompromisse machen, das Leben muss weitergehen und in diesem Leben muss es Disziplin geben, damit die Partnerschaft und die Ehe funktionieren."

Philip sei ihr Halt in all den Jahren gewesen, sagte die König schon vor Jahren. Seine schrägen Sprüchen schienen sie nicht wirklich zu stören. "Cabbage" (Kohlkopf) und "sausage" (Würstchen) waren angeblich die Kosenamen des Prinzen für seine Frau.

Bei ihrer Goldenen Hochzeit 1997 lobte Elizabeth ihren Ehemann als Quelle ihrer Stärke. Philip rühmte die Toleranz seiner Frau. "Ich glaube, die wichtigste Lektion, die wir gelernt haben, ist, dass Toleranz ein wichtiges Element einer glücklichen Ehe ist", sagte er damals. "Sie können mir glauben, dass die Königin über Toleranz im Übermaß verfügt."

Am 9. April hat Queen nun ihre "Stärke und Stütze" verloren: Ihr Mann Prinz Philip ist im Alter von 99 Jahren in Schloss Windor gestorben. Auch auch wenn der oft kauzig wirkende Herzog von Edinburgh nie die Krone trug, sein Vermächtnis für die britische Monarchie ist vermutlich größer als das vieler Könige.

Denn auch wenn Prinz Philip wegen seines mitunter eher schroffen Auftretens nicht überall beliebt war, hat er mit seiner rückhaltlosen Unterstützung für Königin Elizabeth II. über Jahrzehnte hinweg einen kaum genug zu würdigenden Beitrag zur Stabilität des britischen Königshauses geleistet.

Das Leben des Duke of Edinburgh in Bildern

"Mit tiefer Trauer verkündet Ihre Majestät, die Königin, den Tod ihres geliebten Mannes, seiner Königlichen Hoheit, des Prinzen Philip, Herzog von Edinburgh. Seine Königliche Hoheit ist heute Morgen friedlich in Windsor Castle verstorben. Weitere Ankündigungen werden zu gegebener Zeit erfolgen", hieß es in einem veröffentlichten Statement. "Die königliche Familie trauert gemeinsam mit Menschen auf der ganzen Welt um seinen Verlust", so der Buckingham Palace.

Für Schlagzeilen war Prinz Philip bis zuletzt gut. Als 97-Jähriger fuhr er damals in ein anderes Auto, kletterte ohne Blessuren aus seinem Land Rover, entschuldigte sich aber erst nach massiver öffentlicher Kritik bei zwei verletzten Frauen im anderen Fahrzeug. Kurze Zeit später fuhr er wieder - dieses Mal ohne Sicherheitsgurt. Nach einer heftigen Debatte über Senioren am Steuer gab er schließlich seinen Führerschein ab.

Philip wurde am 10. Juni 1921 als Prinz von Griechenland und Dänemark auf Korfu geboren. Philip hat deutsche Wurzeln. Er stammte aus einer Königsfamilie Griechenlands und war Spross des Hauses Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg. Seine Kindheit und Jugend waren unglücklich. Die Familie musste von Griechenland ins Exil nach Frankreich fliehen. Der Vater kümmerte sich kaum um ihn, die Mutter wurde psychisch krank. 

Als Ziehvater diente sein Onkel mütterlicherseits, Lord Louis Mountbatten, dessen Nachnamen er später annahm. Philip besuchte die Eliteschule Salem am Bodensee. 

Im Zweiten Weltkrieg diente Philip bei der britischen Marine. Im Jahr 1939 traf er auf Betreiben von Louis Mountbatten als Kadett erstmals die damals 13-jährige Elizabeth. Es soll Liebe auf den ersten Blick gewesen sein. 1947 heirateten die beiden. 

Sechs Jahre nach der Hochzeit fand 1953 Elizabeths Krönung in der Westminster Abbey in London statt. Als Prinzgemahl musste Philip seine militärische Karriere aufgeben. Louis Mountbatten wurde 1979 bei einem Bombenattentat der IRA (Irisch-Republikanische Armee) getötet - für Philip erneut ein schwerer Schlag.  

Kein britischer Monarch war so lange verheiratet wie die Queen mit ihrem Herzog von Edinburgh. 

1952 bestieg Elisabeth II. den Thron. Seitdem stets an ihrer Seite: Prinz Philip. 

Sechs Jahre nach der Hochzeit fand 1953 Elizabeths Krönung in der Westminster Abbey in London statt. Philip war vierfacher Vater: Neben Thronfolger Prinz Charles gehören auch Prinzessin Anne, Prinz Andrew und Prinz Edward zu seinen Kindern.

Britischen Medien zufolge soll er bei Ärger in der Familie bis zuletzt wichtiger Berater für die Queen gewesen sein, etwa bei den Vorwürfen sexueller Übergriffe gegen Andrew. 

Sprücheklopfer

Philips typisches Kennzeichen: Er nahm sich kein Blatt vor den Mund und sorgte mit seinen Sprüchen für Aufsehen.

"Bewerft ihr euch immer noch mit Speeren?", fragte er etwa Ureinwohner während einer Australienreise. Den damaligen deutschen Bundeskanzler Helmut Kohl begrüßte er 1997 sogar mit den Worten: "Willkommen, Herr Reichskanzler."

Sportfan

Für viele war er der "König des Fauxpas". Andere glauben hingegen, dass er mit solchen Bemerkungen stets einfach nur die Atmosphäre auflockern wollte.

Seltene Auftritte

Doch er nahm die neuen Aufgaben ernst und erwies sich als besonders fleißiger Royal. Seit der Thronbesteigung der Queen 1952 nahm Philip mehr als 22.000 offizielle Termine wahr. Vor vier Jahren war dann weitgehend Schluss damit:

Er kündigte seinen Rückzug an. "Pensionist" Philip war seitdem nur noch selten in der Öffentlichkeit zu sehen, etwa bei der Hochzeit seines Enkels Prinz Harry mit der ehemaligen Schauspielerin Meghan.

Das Herz machte ihm zu schaffen, er hatte Blasenentzündungen, musste an der Hand operiert werden und bekam mit 96 Jahren ein neues Hüftgelenk.

Für einen fast 100-Jährigen war der Prinzgemahl lange erstaunlich fit. Sportlich war Philip schon immer. Polo, Segeln und Pferdekutschenrennen sind seine Leidenschaften. Auch das Fliegen gehörte zu den Hobbys, die er aus Altersgründen aufgab.

Eliteschüler

Die 94-jährige Queen dagegen denkt offenbar noch nicht einmal ans Aufhören: Tapfer erfüllt sie ihre Verpflichtungen, lauscht hier, lächelt dort und manche meinen sogar, sie wirke jünger als früher.

Bei seinem letzten und längsten Aufenthalt im Krankenhaus 2021 unterzog er sich einem Eingriff am Herzen.

Bilder aus den letzten Jahrzehnten von Prinz Philip:

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