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17.07.2018

"Putins kleiner Fanboy": Arnie sagt Trump die Meinung

Auch Arnold Schwarzenegger zeigte sich über Donald Trumps Auftreten beim Gipfeltreffen mit Wladimir Putin in Helsinki empört.

Händeschütteln, Schulternklopfen und viel Lob für die von Russland ausgerichtete Fußball-WM: Der umstrittene Auftritt von US-Präsident Donald Trump an der Seite des russischen Staatschefs Wladimir Putin in Helsinki hat in den USA parteiübergreifend Empörung ausgelöst. Von Republikanern wie Demokraten im US-Kongress hagelte es am Montag Kritik an Trumps Annäherungskurs an Putin bezüglich der mutmaßlichen russischen Einmischung in den US-Wahlkampf 2016.

"Kleine, nasse Nudel"

Nun meldete sich auch Arnold Schwarzenegger zu Wort – und las dem US-Präsidenten via Twitter die Leviten.

" Präsident Trump, gerade habe ich Ihre Pressekonferenz mit Präsident Putin gesehen und es war peinlich", ließ Arnold Schwarzenegger den US-Präsidenten in einem Video wissen. "Sie standen da wie eine kleine nasse Nudel, wie ein kleiner Fanboy."

"Ich hab mich gefragt, wann Sie ihn nach einem Autogramm oder einem Selfie fragen", stichelte der Ex-Gouverneur von Kalifornien weiter gegen Trump.

Schwarzenegger warf Trump vor, bei der Pressekonferenz in Finnland die amerikanischen Geheimdienste, das System der Justiz und Amerika insgesamt verraten zu haben.

"Sie sind der Präsident der USA, das zu tun, gehört sich nicht. Was ist mit Ihnen?", beschwerte sich der Hollywoodstar, der so wie Trump ein Republikaner ist.

Trump hatte bei der Pressekonferenz mit Putin eine hellere Zukunft zwischen den beiden Supermächten USA und Russland in Aussicht gestellt. "Ich denke, wir werden ein außergewöhnliches Verhältnis haben", sagte Trump, "sich mit Russland zu verstehen, ist eine gute Sache, keine schlechte Sache."

Kritischen Fragen wich Trump aus. Stattdessen verteidigte er sich nur wenige Stunden nach seinem umstrittenen Auftreten beim Treffen mit Putin auf Twitter.

"Wie ich heute und viele Male davor schon gesagt habe, habe ich großes Vertrauen in meine Geheimdienste. Um eine bessere Zukunft zu bilden, dürfen wir den Fokus nicht ausschließlich auf die Vergangenheit richten – als die beiden größten Nuklearmächte müssen wir miteinander auskommen!", schrieb der 72-Jährige.

Trump lobte Putin als "interessanten Gesprächspartner" und forderte, die Beziehungen der beiden Länder dürften keine "Geisel" der Untersuchung von US-Sonderermittler Robert Mueller sein.

Mueller untersucht die mutmaßlichen Einmischungen Moskaus in den US-Präsidentschaftswahlkampf 2016. Untersucht wird auch, ob die mutmaßlichen Interventionen mit Trumps Team abgesprochen waren. Trump hatte es in der Pressekonferenz mit Putin unterlassen, auf die Frage eines Reporters die mutmaßlichen russischen Cyberinterventionen in den US-Wahlkampf 2016 zu verurteilen.

"Tiefpunkt der Gesichte der amerikanischen Präsidentschaft"

Dafür gab’s aber nicht nur von Trump-Gegner Arnie Kritik. Selbst der einflussreiche republikanische US-Senator John McCain sprach nach Trumps Äußerungen von einem "Tiefpunkt in der Geschichte der amerikanischen Präsidentschaft". Noch nie habe sich ein US-Präsident derart "vor einem Tyrannen selbst erniedrigt". Der republikanische Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Paul Ryan, forderte Trump auf, er solle "einsehen, dass Russland nicht unserer Verbündeter ist". Der Chef der oppositionellen Demokraten im Senat, Chuck Schumer, bezeichnete Trumps Gipfel-Auftritt als "gedankenlos, gefährlich und schwach".

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Der Gipfel mit Putin in Helsinki bildete den Abschluss von Trumps Europa-Reise, bei der er unter anderem die EU als "Gegner" oder "Feind" ("foe") bezeichnet hatte. Der Ex-US-Diplomat Nicholas Burns bezeichnete Trumps Europa-Reise als "chaotischste und zerstörerischste Reise eines amerikanischen Präsidenten". Die Glaubwürdigkeit der USA habe Schaden genommen.