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05/21/2021

Wendepunkt: Prinz Harry spricht offen über Meghans dunkelsten Moment

Prinz Harry sprach mit Oprah Winfrey über die Depressionen, mit denen seine Ehefrau Meghan während ihrer Zeit im Palast zu kämpfen hatte.

von Elisabeth Spitzer

Im Gespräch mit Oprah Windrey in deren AppleTV-Doku "The Me You Can’t See" hat Prinz Harry nicht nur Einblicke in seine eigenen seelischen Abrgünde gewährt. Auch auf seine Ehefrau Herzogin Meghan und über deren Depressionen während ihrer Zeit als ranghohes Mitglied der britischen Königsfamilie kam der 36-Jährige zu sprechen.

Prinz Harry: Offene Worte über Meghans Depressionen

Meghan selbst hatte Anfang März in dem Interview der Sussexes mit Oprah erzählt, dass sie zuweilen sogar von Selbstmordgedanken geplagt wurde. Zu sehr habe ihr die Isolation im Palast und die Negativschlagzeilen vonseiten der britischen Boulevardpresse zugesetzt. Nun erzählte Harry von der Nacht, in dem ihm seine Ehefrau ihre besorgniserregenden Gedanken mitgeteilt hat.

"Das, was sie davon abgehalten hat, es durchzuziehen, war, wie unfair es für mich sein würde, nach allem, was meiner Mutter passiert war, wenn ich jetzt in die Lage versetzt werden würde, eine andere Frau in meinem Leben zu verlieren - mit einem Baby in ihr, unserem Baby", erzählte Harry über die Vorwürfe, mit denen sich seine Ehefrau herumplagte.

"Das Schrecklichste für sie war ihre Klarheit des Denkens. Sie hatte nicht [ihren Verstand] verloren. Sie war nicht verrückt", so der jüngste Sohn von Prinz Charles und Lady Diana. Meghan sei nicht unter dem Einfluss von Tabletten oder Alkohol gestanden. "Sie war absolut nüchtern. Sie war völlig gesund. Doch in der Stille der Nacht weckten diese Gedanken sie auf", erinnerte sich Harry an die für das Paar äußerst belastende Zeit.

Er habe nicht gewusst, wie er mit Meghans Geständnis umgehen sollte. "Ich schäme mich ein wenig dafür, wie ich mit damit umgegangen bin", so Harry über seine Überforderung, die er damals empfand.

Dieser Abend war ein Wendepunkt

Damals musste das Paar einen Termin in der Royal Albert Hall wahrnehmen. Viel Zeit, um über die Situation zu sprechen, blieb den beiden nicht. "Aufgrund des Systems, in dem wir uns befanden, und der Verantwortlichkeiten und Pflichten, die wir hatten", hätten sie nur kurz gekuschelt, dann "mussten wir uns umziehen, um mit einer Polizeieskorte in einen Konvoi zu springen und zur Royal Albert Hall für eine Wohltätigkeitsveranstaltung zu fahren."

"Dann tritt man vor eine Wand aus Kameras und tut so, als wäre alles in Ordnung", erzählte Harry über jenen Abend.

Es habe nicht die Möglichkeit gegeben, zu sagen: "'Weißt du was, heute Abend werden wir nicht gehen'" - zu groß sei die Angst gewesen, dass die Boulevardpresse darüber Geschichten verbreiten würde.

Während der Veranstaltung, als sie in ihren Stühlen saßen und die Lichter ausgingen, habe Meghan geweint. "Sie hat mir leid getan, aber gleichzeitig war ich sauer auch mich selbst, weil ich in dieser Situation feststeckte."

"Ich schämte mich, dass es so schlimm wurde. Ich schämte mich, zu meiner Familie zu gehen", gestand Harry.

Jene Nacht sei für ihn dennoch eine Offenbarung gewesen. Er habe erkannt, dass sie nicht so weitermachen konnten. Anfang des vergangenen Jahres haben Meghan und Harry bekannt gegeben, als Mitglieder der Königsfamilie zurückzutreten. Sie leben seitdem in den USA und erwarten ihr zweites Kind, eine Tochter.

Wer Suizid-Gedanken hat, sollte sich an vertraute Menschen wenden. Oft hilft bereits das Sprechen über die Gedanken dabei, sie zumindest vorübergehend auszuräumen. Wer für weitere Hilfsangebote offen ist, kann sich an die Telefonseelsorge wenden: Sie bietet schnelle erste Hilfe an und vermittelt Ärzte, Beratungsstellen oder Kliniken. Wenn Sie oder eine Ihnen nahestehende Person von Depressionen betroffen sind, wenden Sie sich bitte an die Telefon-Seelsorge in Österreich kostenlos unter der Rufnummer 142.

Das österreichische Suizidpräventionsportal www.suizid-praevention.gv.at bietet Informationen zu Hilfsangeboten für drei Zielgruppen: Personen mit Suizidgedanken, Personen, die sich diesbezüglich Sorgen um andere machen, und Personen, die nahestehende Menschen durch Suizid verloren haben. Das Portal ist Teil des österreichischen Suizidpräventionsprogramms SUPRA des Gesundheitsministeriums.

 

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