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09.03.2018

Neue Details zum Skandal um Steffi Grafs Vater

ZDF-Dokumentation rollt Steuer-Skandal um Tennis-Vater Peter Graf wieder auf.

Rotlicht-Skandal und Steuerhinterziehung: Der tiefe Fall von Steffi Grafs Vater Peter Graf beherrschte Mitte der 90er-Jahre die Klatschspalten. Die Doku "Skandal! Große Affären in Deutschland – Der Fall Peter Graf" blickt nun auf Steffi Grafs Aufstieg an die Tennisspitze bis hin zum Drama um ihren Vaters zurück.

Doku rollt Skandal um Graf-Vater neu auf

Nicht nur für Steffi, vor allem auch für ihre Mutter Heidi, dürften damit alte Wunden aufreißen: Immerhin wurde die 75-Jährige von ihrem Mann mit einem Nackt-Model betrogen, kurz bevor der Steuerskandal bekannt wurde.

1995 wurde Peter Graf wegen Steuerhinterziehung von knapp 20 Millionen Mark verhaftet und musste eine vierjährige Gefängnissstrafe absitzen. "Ich war für meine Frau in den letzten Jahren eine große Last", sagte er damals in seiner Erklärung.

Ex-BUNTE-Chefredakteurin Patricia Riekel spricht in der ZDF-Doku über den Teufelskreis aus Macht und Einfluss, in den Peter Graf geraten, mit dem er aber überfordert war.

"Er war der Herrscher in der Familie, der Patriarch, fast gottähnlich. Er dachte: 'Ich bin Peter Graf, the master of the universe, ich kann mir alles erlauben.' Er hatte zu dem Zeitpunkt alle Maßstäbe verloren."

1999 wurde die Ehe von Steffi Grafs Eltern geschieden. Heidi Graf fiel nach der Trennung in ein tiefes Loch und kämpfte mit Depressionen. Schließlich zog sie mit ihrer Tochter nach Amerika, wo die beiden noch heute leben.

Gegenüber der Welt hat sie über diese schwere Zeit in ihrem Leben einmal erzählt: "Ich war ein gebrochener Mensch. Verletzt. Ohne ein Gefühl mehr. Bestimmt zehn Jahre lang."

Für die Fehltritte ihres Mannes zeigt sie dennoch Verständnis: "Ich meine, Steffis Erfolg hat meinen Mann kaputtgemacht. Der hat ihn alles gekostet. Und das sage ich mit einem gewissen Verständnis. Denn das war alles nicht leicht für ihn. Jeder geht mit Erfolg anders um. Manch einer verfängt sich und kommt dann eben aus einer Schlinge nicht mehr raus."

Peter Graf verstarb 2013 mit 75 Jahren an Krebs. Zu seiner Tochter Steffi hatte er bis zum Schluss guten Kontakt, heißt es in der Doku. Von ihrem Tennis-Vater wurde die Golden Slam-Gewinnerin zu Beginn ihrer Karriere noch selbst trainiert. An das Talent seiner Tochter glaubte Peter Graf von Anfang an.

"Sie hatte schon mit vier eine viel größere Konzentrationsfähigkeit als die anderen Mädchen, die ich unterrichtete", sagt er in einem Interview, das in der Doku gezeigt wird. "Ich glaube, dass sie unter die ersten drei bis fünf Spielerinnen der Welt kommen wird, das ist absolut realistisch."