Stars 13.01.2013

Auch Nastassja Kinski erhebt Vorwürfe

epa03238613 German-born actress Nastassja Kinski arrives for the screening of 'Therese Desqueyroux' and the closing award ceremo… © Bild: APA/SEBASTIEN NOGIER

Ihr Vater habe die Familie immer terrorisiert, so Nastassja Kinski.

Nach dem Enthüllungsbuch ihrer Halbschwester Pola über den jahrelangen sexuellen Missbrauch durch ihren Vater Klaus Kinski erhebt nun auch Nastassja Kinski schwere Vorwürfe. Zwar habe ihr Vater sie nicht vergewaltigt, doch seien seine Umarmungen mehr gewesen als liebevolle Gesten eines Vaters, sagte die 51-jährige der Bild am Sonntag.

"Er hat es versucht. Er hat mich immer viel zu sehr angefasst, mich ganz eng an sich gedrückt, so dass ich dachte, ich könnte nicht herauskommen. Damals war ich vier oder fünf Jahre alt."

Sie beschreibt Kinski zudem als unerträglichen Tyrannen: "Er war so unberechenbar, hat die Familie immer terrorisiert." Man habe nie gewusst, wann ein Wutausbruch käme. "Ich kann mich kaum erinnern, dass wir jemals zusammen an einem Tisch gesessen haben."

Würde ihr Vater noch leben, würde Nastassja Kinski nach eigenen Angaben "alles dafür tun, dass er auf Lebzeiten hinter Gitter kommt." Als er starb, hätten manche Leute ihr gesagt, dass es ihnen leid tun würde. "Mir tat es nicht leid." Sie habe sich stets eher als Einzelkind gesehen, nicht als Halbschwester von Pola, sagte die Schauspielerin weiter. Aber "vielleicht bringt uns diese Geschichte auf eine gute Art und Weise alle wieder zusammen."

Erschüttert über Missbrauch

Die Schauspielerin Nastassja Kinski hat sich bestürzt über den jahrelangen sexuellen Missbrauch ihrer Schwester Pola durch ihren Vater Klaus Kinski gezeigt. "Ich bin zutiefst erschüttert", schrieb Nastassja Kinski in der "Bild"-Zeitung (Freitagsausgabe). "Aber: Ich bin stolz auf ihre Kraft, ein solches Buch zu schreiben. Ich kenne den Inhalt. Ich habe ihre Worte gelesen. Und ich habe lange geweint."

Buch von Pola Kinski

Pola Kinski
ARCHIV - Die Kombo zeigt die Schauspielerin Pola Kinski (Aufnahme vom 29.05.2001) und ihren Vater Klaus Kinski (Aufnahme vom 22.… © Bild: dpa/Wolfgang Langenstrassen
Die 60-jährige Pola Kinski, die älteste Tochter des 1991 gestorbenen Schauspielers, hatte dem Magazin "Stern" gesagt, dass ihr Vater sie sexuell missbraucht habe. Über diese Erfahrungen schrieb sie auch in ihrem bald erscheindenden Buch "Kindermund". Der Filmstar habe sich "über alles hinweggesetzt", auch wenn sie sich gewehrt habe, sagte Pola Kinski dem "Stern".

"Er hat sich einfach genommen, was er wollte."

Sie habe ihre ganze Kindheit mit einem permanenten Gefühl von Angst vor den Ausbrüchen ihres Vaters gelebt. Sie habe das Buch auch geschrieben, um sich gegen die Kinski-Vergötterung zu wenden.

Nastassja Kinski schrieb, die Angaben ihrer Schwester seien "ein schwieriger Moment für mich". "Ich stehe zu meiner Schwester, stehe hinter ihr." Dies sei "ein ernstes Thema". "Kinder und Teenager müssen beschützt werden. Sie müssen wissen: Es kann sofort Hilfe da sein, wenn etwas so Grauenvolles passiert." Ein Buch wie das ihrer Schwester helfe "allen Kindern, Jugendlichen und Müttern, die Angst vor dem Vater haben. Sie sollen wissen: Es kann Hilfe geben."

Ihre Schwester sei "eine Heldin", schrieb die 51-Jährige weiter. "Denn sie hat ihr Herz, ihre Seele und damit auch ihre Zukunft von der Last des Geheimnisses befreit. Diese Dinge passieren Kindern auf der ganzen Welt, jeden Tag. Und je mehr man darüber erfährt, desto mehr kann ihnen geholfen werden." "Auch Väter tun grauenvolle Dinge", schrieb die Schauspielerin. Der für seine Wutausbrüche bekannte Klaus Kinski war 1991 im Alter von 65 Jahren gestorben. Neben den beiden Töchtern hinterließ er auch einen Sohn, Nikolai Kinski.

Vorwürfe auch gegen ihre Mutter

Pola stammt aus der ersten Ehe Klaus Kinskis mit Gislint Kühlbeck, Nastassja aus der zweiten Ehe des Schauspielers mit Ruth Brigitte Tocki. Aus seiner dritten Ehe hat Kinski Sohn Nikolai. Im Magazin "Focus" erhebt Pola Vorwürfe auch gegen ihre Mutter. "Alle um mich herum haben erlebt, wie ich gelitten habe. Sie haben es nicht wahrhaben wollen. Ich wurde immer übergangen, in meiner Seele, in meiner Person."

Zwischen Genie und Wahnsinn - ein Portrait

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Erstellt am 13.01.2013