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07/30/2020

Leah Remini warnt vor Tom Cruise: Könnten Vorwürfe seine Karriere ruinieren?

Es macht den Eindruck, als würde die Scientology-Aussteigerin das Saubermann-Image von Tom Cruise ein für allemal zu Fall bringen wollen.

von Elisabeth Spitzer

Scientology-Aussteigerin Leah Remini scheint es sich zum Ziel gemacht haben, das Saubermann-Image von Tom Cruise zunichte zu machen. Die ehemalige "King of Queens"-Darstellerin hat in der Vergangenheit schon öfter gegen den Hollywoodstar gestichelt, nun erhebt sie einmal mehr Vorwürfe gegen den 58-Jährigen. 

Cruise gilt bei Scientology als "Prophet"

Remini war 35 Jahre langMitglied von Scientology und warb bei ihren Fans um Mitgliedschaften. 2013 verließ sie die Organisation, der auch Cruise als ranghohes Mitglied angehört. "Sie distanziert sich von einem Regime, das sie als korrupt erachtet. Sie denkt, dass keine Religion eine Familie auseinander bringen oder jemanden missbrauchen sollte", hieß es damals über Reminis Beweggründe für den Ausstieg. 

Tom Cruise gilt als eines der prominentesten Aushängeschilder der Sekte. 1986 ist er als noch unbekannter Schauspieler der Organisation beigetreten. Seitdem ist er dank Filmen wie "Mission Impossible" an die Spitze von Hollywood aufgestiegen - und auch bei Scientology hat Cruise mittlerweile eine wichtige Position inne. 2007 bekundete der Scientology-Führer David Miscavige, zu dem Cruise eine enge Verbindung hat, sogar, er sei fest davon überzeugt, dass Tom Cruise in Zukunft wie Christus verehrt werden würde und der neue "Prophet der Religion", sprich eine Art Messias bei Scientology, sein werde.

Leah Remini warnt vor Tom Cruise

Leah Remini hingegen zeichnet ein weniger strahlendes Bild des Hollywoodstars. 

In ihrem Podcast "Scientology: Fair Game" geht es um die angebliche Praxis der religiösen Gruppe, ihre Kritiker durch Einschüchterung zum Schweigen zu bringen. Für den Podcast rührt die 50-Jährige derzeit die Werbetrommel - und kommt dabei auffällig oft auf Tom Cruise zu sprechen. 

Dabei erhebt sie Vorwürfe, die auch die Reputation von Tom Cruise und damit möglicherweise sogar seine Karriere in Gefahr bringen könnten. 

"Das ist ein Mann, der seit Jahren nicht einmal seine eigene Tochter gesehen hat", sagte sie nun über Cruise im Interview mit The Daily Beast. "Dass er herumlaufen kann und die Leute denken, er sei dieser super nette Kerl, das verstehe ich nicht."

"Vielleicht" sei Cruise früher einmal ein guter Mensch gewesen. "Aber das war, bevor er sich in den 2000er Jahren David Miscavige widmete", ist sich Rimini sicher.

"Ich denke, es ist an der Zeit, dass die Leute mal aufwachen und den Tatsachen ins Auge sehen", so Remini weiter gegenüber dem US-Portal Us Weekly. "Jahrelang hat Tom sein Image manipuliert und es so aussehen lassen, als wäre er der nette Typ."

Sie selbst hätte Cruise einst für einen anständigen und gütigen Menschen gehalten, im Laufe der Zeit soll er aber immer mehr dem Sektenführer Miscavige verfallen sein. "Er widmet sich komplett der Mission der Scientology, den Planeten Erde zu säubern", erzählt die Schauspielerin.

Mit "Reinigung" ist bei Scientology der Zustand "Clear" gemeint. Wer der Sekte beitritt, muss seinen Verstand "befreien", um diesen zu erreichen. Scientology will so "eine Zivilisation ohne Wahnsinn, ohne Verbrecher und ohne Krieg" schaffen. Cruise hat den "Clear"-Status schon lange erreicht. 2004 wurde er mit der IAS (International Association of Scientologists) Freedom Medal of Valor (etwa: Freiheitsmedaille der Tapferkeit) ausgezeichnet, dem höchsten von Scientology verliehenen Orden. Seit seiner Trennung von Nicole Kidman im Jahr 2001 tritt der Mime häufig für Scientology in der Öffentlichkeit auf. Cruise wirbt für die Bewegung nicht nur unter prominenten Kollegen um Mitglieder, sondern auch unter seinen Fans.

Dabei ginge es laut Remini aber nicht immer mit rechten Dingen zu "Tom hat Scientology und deren Mitglieder jahrelang benutzt, um schmutzige Geschäfte für ihn zu machen", behauptet sie gegenüber Us Weekly.

Auch Thandie Newton erhebt Vorwürfe gegen Cruise

Remini ist nicht die einzige Schauspielerin, die es in letzter Zeit gewagt hat, gegen den Hollywood-Giganten aufzubegehren. Erst kürzlich hat auch Thandie Newton darüber gesprochen, dass sie beim Dreh von "Mission: Impossible 2" "Angst" vor Cruise gehabt habe. 

"Er war eine sehr dominante Persönlichkeit. Er versucht superangestrengt, ein netter Mensch zu sein. Aber er steht einfach unter großem Druck", hatte der "Westworld"-Star gegenüber Vulture erzählt. Das Dreherlebnis mit Cruise sei ein "Alptraum" gewesen. 

Zuspruch bekam Newton nach ihrem Outing von keiner Geringeren als Tom Cruise' Ex-Frau Katie Holmes, die sich 2012 von dem Schauspieler scheiden ließ.

Auch Remini stärkt Newton den Rücken. Es brauche viel Mut, "zu tun, was sie getan hat - und wenn mehr Menschen sich gegen Cruise aussprechen würden und mutig genug wären, könnten wir etwas erreichen", sagte sie gegenüber The Daily Beast. 

Tom Cruise und seine Sprecher haben sich zu den Vorwürfen bisher noch nicht geäußert.