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Stars
11/18/2020

Hochstapler-Syndrom: Diese Stars zweifeln schlimm an sich selbst

Sie sind erfolgreich, berühmt und haben ein volles Konto - und trotzdem plagen auch Emma Watson und Tom Hanks manchmal trübe Gedanken.

Ruhm, Ehre, Anerkennung oder Geld - nichts davon kann einer noch so erfolgreichen Person mit dem sogenannten Hochstapler-Syndrom (engl.: Impostor Syndrom) die Angst nehmen, doch irgendwann "ganz sicher als Betrüger" enttarnt zu werden. Immer wiederkehrende Selbstzweifel, und der Glaube, nur durch Zufall oder Glück zu zum Karriereerfolg gelangt zu sein, hintern Betroffene - meist Frauen - daran, ihre persönlichen Leistungen als solche anzuerkennen. Stattdessen werden dramatischerweise äußere Umstände für die eigenen Errungenschaften verantwortlich gemacht. Ein Gefühl, das auch einige Hollywoodstars offenbar gut kennen.

Erfolgreiche Schauspieler, die nach wie vor zu selbstkritisch sind

Emma Watson

"Es ist fast so, als würde mein Gefühl der Unzulänglichkeit umso größer, je besser ich es mache. Ich denke mir dann immer: 'Jeden Moment wird jemand herausfinden, dass ich (...) nichts von dem verdiene, was ich erreicht habe", sagte der einstige "Harry Potter"-Star Emma Watson 2013 gegenüber dem "Rookie"-Magazin.    

Kate Winslet

"Im Laufe der Jahre sind die Einsätze für mich gestiegen. Manchmal wache ich morgens auf, bevor ich zu einem Shooting gehe, und ich denke, ich kann das nicht. Ich betrüge nur", sagte Winslet 2009 gegenüber "The Mirror" und fügte hinzu: "Was die Leute wirklich über mich denken, ist etwas, von dem ich die meiste Zeit glücklicherweise nichts weiß. Ich liebe es zu schauspielern und versuche immer, mein Bestes zu geben. Aber selbst jetzt fürchte ich mich immer vor diesen emotionalen Szenen. Ich bin da und denke: 'Oh mein Gott, ich bin Müll und jeder wird es sehen. Sie haben die falsche Person besetzt'. Aber mir ist klar geworden, dass diese Aufregung für mich Teil des Prozesses ist."

Natalie Portman

"Heute fühle ich mich sehr ähnlich wie damls, als ich 1999 als Neuling nach Harvard kam", sagte Hollywoodschauspielerin Portman in einer Rede vor Universitätsabsolvenden im Jahr 2015. "Ich hatte das Gefühl, dass es einen Fehler gegeben hatte, dass ich nicht klug genug war, um hier zu sein, und dass ich jedes Mal, wenn ich meinen Mund öffnete, beweisen musste, dass ich nicht nur eine dumme Schauspielerin war." In Harvard hat sie selbst 2003 ein Psychologie-Studium abgeschlossen.  

Jodie Foster

In einem Interview mit "60 Minutes" sagte die Schauspielerin einmal, dass sie ihren Oscar-Gewinn für "einen Zufall" hielt. "Ich dachte, jeder würde es herausfinden und sie würden den Oscar zurücknehmen. Dass sie zu mir nach Hause kommen, an die Tür klopfen und sagen: 'Entschuldigung, wir wollten den Preis jemand anderem geben. Er gehört Meryl Streep'."  

Ryan Reynolds

"Ich habe wegen Deadpool (Anm.: Film, in dem er die Hauptrolle spielte) viele Events besucht. Da steigst du in den Smoking und versuchst, wie ein Erwachsener auszusehen", sagte der Schauspieler-Superstar "Men's Health" 2017. An den Trubel scheint er sich aber nach wie vor nicht gewöhnt zu haben. "Um ehrlich zu sein, fühle ich mich immer noch wie Kind. Tue als ob, bis ich es kann."

Lupita Nyong'o

"Ich habe das Impostor-Syndrom bei jeder Rolle", sagte die Schauspielerin im Jahr 2016 gegenüber "Time Out". "Ich denke, mein Oscar-Gewinn hat es möglicherweise noch schlimmer gemacht. Jetzt habe ich das erreicht. Was soll ich als nächstes tun? Was strebe ich an? Dann erinnere ich mich, dass ich nicht für die Auszeichnungen gespielt habe, sondern für die Freude, Geschichten zu erzählen."

Michelle Pfeiffer

"Ich habe die ständige Angst, dass ich als eine Hochstaplerin und entlarvt werde", sagte die Schauspielerin 2017 gegenüber dem "Interview Magazine". "Es ist wahr. Ich habe gerade diese E-Mail von Steve Kloves erhalten, der "The Fabulous Baker Boys" geschrieben hat, in der er sich erkundigte, wie es mit den Dreharbeiten zu Mord im Orient Express läuft (...). Und ich antwortete: 'Oh, du kennst mich. Ich habe das Gefühl, ich ruiniere den Film.' In der ersten Woche nach den Dreharbeiten zu Baker Boys sagte ich zu Steve dasselbe: 'Ich glaube, ich mache hier einen schrecklichen Job.' Ich vermute, das liegt daran, dass ich ziemlich schnell angefangen habe zu arbeiten und nicht bereit war. Ich habe keine formelle Ausbildung (...). Ich hatte immer das Gefühl, dass sie eines Tages herausfinden werden, dass ich wirklich nicht weiß, was ich tue."

Amy Adams

"Ich bin eine scharfe Kritikerin meiner selbst", sagte Adams im Jahr 2016 gegenüber "Los Angeles Times". Als ich aufhörte, perfekt sein zu wollen, habe sie eine große Last verloren, so die Schauspielerin.    

Meryl Streep

"Du denkst 'warum sollte mich jemand in einem Film wiedersehen wollen? Und ich weiß sowieso nicht, wie man schauspielert, also warum mache ich das?'", erzählte Superstar Streep 2002 in einem Interview für "USA Weekend".

Tom Hanks

"Egal was wir getan haben, irgendwann denkst du dir: 'Wie bin ich hierher gekommen? Wann werden sie feststellen, dass ich tatsächlich ein Hochstapler bin und mir alles wegnehmen?'", meinte Hanks 2016 im Podcast "Fresh Air".  

Lady Gaga

"Ich fühle mich immer noch manchmal wie eine Verliererin in der High School. Dann muss ich mich einfach aufrichten und mir jeden Morgen sagen, dass ich ein Superstar bin, damit ich den Tag überstehen und für meine Fans das sein kann, was sie vor mir verlangen", sagte Gaga in 2011 in der HBO-Konzertdokumentation Lady Gaga Presents the Monster Ball Tour: At Madison Square Garden.

Tina Fey

"Ah, das Impostor-Syndrom!? Das Schöne daran ist, dass du zwischen extremer Egomanie und dem Gefühl, zu betrügen, schwankst", so die Schauspielerin  2010 gegenüber "The Independent". "Also versuchst du einfach, die Egomanie zu genießen, wenn sie kommt und die Idee des Betrugs gleich wieder loszulassen. Im Ernst, ich habe gerade festgestellt, dass fast jeder ein Betrüger ist, also versuche ich, mich nicht schlecht zu fühlen."

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